Nemi und der Hehmann

Erschienen: Juli 2019

Bibliographische Angaben

 Hanna Jung (Illustratorin)

Couch-Wertung:

75%
Idee
Bilder
Text

Idee

Die Charaktere bleiben im Hintergrund, da die Natur im Fokussteht. Dadurch fehlt der Geschichte jedoch etwas an Handlung.

Bilder

Die Illustrationen sind detailreich und naturnah, die dargestellten Tiere und Pflanzen kommen den Originalen sehr nahe.

Text

Die Handlung ist etwas zäh, hinsichtlich der Zielgruppe fehlt es etwas an Spannung, Abenteuer und Humor, zudem ist die Sprache sehr „erwachsen“.

Leser-Wertung

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Kathrin Walther
Die Rufe der Natur hören lernen

Buch-Rezension von Kathrin Walther Jul 2019

Es gibt viele Möglichkeiten durch den Wald zu gehen. Die einen gehen durch den Wald und sehen nichts. Ist halt ein stinknormaler Wald. Andere gehen durch den Wald und nehmen immerhin große und kleine Bäume, Sträucher, Äste und vielleicht auch noch ein paar Vögel wahr, die durch den Wald fliegen. Und dann gibt es noch diejenigen, die nicht nur Bäume sehen, sondern Eichen, Buchen, Fichten oder auch Birken. Denen auffällt, dass vor ihnen auf dem Weg ein kleines Rotkehlchen sitzt, das Material für sein Nest sammelt, und hinten an der Tanne ein Eichhörnchen den Baum hinaufklettert. Die verschiedene Pilze kennen und Bucheckern, Eicheln und Kastanien zwischen dem Laub finden. Und dann gibt es noch Wesen wie den Hehmann, der nicht nur die Namen der verschiedenen Pflanzen und Tiere kennt, sondern jedem viele Namen zuordnen kann. Für ihn ist der Eichelhäher nicht nur der Eichelhäher sondern auch noch der Gratsch, Rak oder der Markwart. Er kennt und liebt den Wald wie kaum ein anderer. Sein ganzes Wissen droht jedoch in Vergessenheit zu geraten, denn niemand scheint sich mehr für den Wald zu interessieren und ihn zu hören...

Ein „Heh“ tönt aus dem Wald

Wie jeden Morgen sitzt Nemi mit ihrer Schwester auf der Bank der Haltestelle und wartet auf den Bus zur Schule. Und wie jeden morgen langweilt sie sich dabei, da ihre Schwester mal wieder nur mit ihrem Handy beschäftigt ist. Doch an diesem Morgen ist etwas anders, denn aus dem Wald hört sie ein lautes Rufen: „Heh“ ertönt es und dann erneut „Heh“. Neugierig folgt sie den Rufen in den Wald, bis sie irgendwann auf ein kleines Männlein mit einem seltsamen pilzartigen Hut, einem Bart aus Blättern und Kleidung aus Rinde, die mit Efeu und Ranken bewachsen zu sein scheint, stößt. Das kleine Männlein scheint sehr verwundert, dass Nemi sein Rufen hören kann, hört ihn doch sonst niemand mehr vor lauter Lärm durch die ganzen Autos, Flugzeuge und Busse. Nach und nach klagt er Nemi sein Leid und Nemi erfährt, dass es nicht gut um den Wald steht. Die Menschen haben ihren Bezug zu den Bäumen und Sträuchern verloren, kennen ihre Namen nicht mehr und verlieren ihre Achtung vor der Natur, der es dadurch von Tag zu Tag schlechter geht. Genauso ergeht es dem Hehmann. Von Tag zu Tag, an dem Nemi ihn besucht, erscheint er kleiner und vergesslicher und kaum noch in der Lage, seine Lieder und Begriffe an Nemi weiterzugeben, wobei diese sie doch für ihn bewahren will. Nach und nach lernt Nemi immer mehr und füllt ihr Heft mit Zeichnungen, Begriffen und Liedtexten. Der Hehmann bringt ihr nicht nur viel über die Natur bei, sondern regt sie auch zum Nachdenken an, als er sie beispielsweise fragt: „Wie viele Namen hast du?“ und Nemi zunächst nur „Nemi“ einfällt und er daraufhin entgegnet, dass ein einziger Name erkennen lässt, das etwas oder jemand nicht geliebt wird. Erst da wird Nemi bewusst, dass ihre Eltern viele Namen für sie haben, sie Liebelein und Schatz, manchmal auch Fratz oder Mi nennen. Ein Zeichen also, dass sie von ihnen geliebt wird. Um die Natur zu bewahren und zu retten, ist es somit auch wichtig viele Namen zu kennen, Unterschiede zu erkennen und zu schätzen.
Auf ihrem täglichem Weg zum Hehmann begegnet Nemi keinen anderen Menschen, doch jedes Mal kommt sie auf ihrem Weg an einer alten Frau vorbei, die auf einer Bank vor einer Kapelle sitzt und sie am sechsten Tag ihres Besuchs anspricht um ihr etwas zu zeigen. Zwischen all den Heiligen in der Kapelle entdeckt Nemi den Hehmann an der Wand! Wie sie von der alten Frau erfährt, wird er auch der „Grüne Mann“ genannt und wurde früher von viel mehr Menschen wahrgenommen und geachtet und ist noch heute in vielen Kirchen zu finden. Mit diesem Wissen bestärkt macht Nemi sich auf den Weg, dem Hehmann zu helfen und ihn bei seiner Mission zu unterstützen.

Die Natur im Mittelpunkt

Umwelt und Natur - Themen, die lange Zeit vernachlässigt wurden und dadurch heute umso aktueller sind. Lange schien die Bequemlichkeit der Menschen im Vordergrund zu stehen, der Zustand der Natur war Nebensache. Diese Denkweise scheint inzwischen immer mehr von einem Umweltbewusstsein abgelöst zu werden. In diese Richtung geht auch Wieland Freund mit seinem Werk, mit dem er Kindern den Wald wieder näher bringt. Unterteilt in sieben Kapitel von Tag eins bis sieben lernt seine Protagonistin durch den Hehmann immer mehr über den Wald und seine Bewohner. Dabei erfährt sie, wie sich Wald und Mensch in der Vergangenheit immer mehr voneinander entfremdet haben und beispielsweise Bäume zu reinen Holzlieferanten wurden. Der Autor zeigt auf diese Weise auf ein Problem, das vielen Kindern kaum bewusst sein wird. Holz gehört zum Alltag, ist überall zu finden. Kaum einer macht sich Gedanken, dass es sich dabei ursprünglich mal um Bäume gehandelt hat und geht entsprechend achtsam damit um. Zweige werden einfach weggehäckselt, weil sie stören. Einfahrten werden gepflastert und gespritzt, damit sie den heutigen Ansprüchen genügen. Auf all das macht Wieland Freund aufmerksam. Ergänzt wird sein Text durch detailreiche Bilder der beschriebenen Natur, vom einfachen Blatt bis zum Pfauenauge oder Zitronenfalter lässt sich die beschriebene Natur betrachten, aber auch Bilder vom Hehmann oder den Dingen aus verarbeitetem Holz sind zu finden. Vor allem die Tiere sind sehr detailreich, sodass sie auch in „echt“ in der Natur anhand der Zeichnungen wiedererkannt werden können.
Der Text liest sich flüssig und die Sätze und Wörter sind gut verständlich, gehen jedoch eher Richtung „Erwachsenensprache“. Die Handlung, die sich wie bereits erwähnt über sieben Tage streckt, schlängelt sich ohne große Höhen und Tiefen daher und strahlt eine gewisse Wehmut aus, die zwar einerseits zum Thema passt, aber auf Kinder keinen großen Leseanreiz ausübt.

Fazit

Ein Buch für (erwachsene) Naturliebhaber, denen die Schönheit der Natur bewusst ist und denen es ein Anliegen ist, diese auch zu bewahren. Für Kinder, vor allem solche, die sich bisher nicht für die Natur interessiert haben, wird das Buch zu wenig Abenteuer, Humor und Spannung haben. Vielleicht kann das Buch aber auch als gemeinsame Eltern-Kind-Lektüre genutzt werden, um über die Natur und den Wald ins Gespräch zu kommen und um anschließend die im Buch beschriebenen Tiere und Pflanzen zu besuchen und diese wieder kennen und schätzen zu lernen.

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