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Nicht nur die Hauptfiguren, auch die Nebenfiguren sind vielschichtig und überzeugend

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Die Illustration ist im Verhältnis zum Inhalt eher zu kindlich gewählt

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Eine wunderbar lebensnahe Geschichte, die zum Schmunzeln aber auch Nachdenken anreget

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Rita Dell'Agnese
Wenn alles anders ist, als man dachte

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Aug 2019

Die Welt von Gustav steht auf dem Kopf. Nicht nur, dass die Eltern sich ständig streiten und deshalb der geplante Campingurlaub der Familie in Dänemark ins Wasser fällt. Auch bilden sich auf ihrer Brust tatsächlich zwei Knubbel und das Mädchen mit dem Jungs-Namen ist sich sicher, dass das mindestens Krebs sein muss. Zu ihren beiden älteren Schwestern kann  die Elfjährige mit ihren Sorgen nicht mehr gehen: Seit sie mit ihnen über ihre Ängste gesprochen hat, spotten sie über sie. Und Papa kommt mit dem Wunsch von Mama nach einer Auszeit und ihrer plötzlichen Reise nach Mallorca zu einer Freundin nicht klar. Er zieht in den bereits gemieteten Camper vor dem Haus und überlässt seine drei Töchter sich selber. Wenigstens ist da noch Sand, ihre Hündin. Und Moon. Der neue Junge in ihrer Klasse. Dabei wollte Gustav doch eigentlich von Moon gar nichts wissen. Aber irgendwie hat sich da eine gewisse Freundschaft eingeschlichen. Moon nimmt sie sogar mit zu seiner Mutter, die ganz und gar nicht so ist, wie man sich Mütter vorstellt. Und plötzlich sind die Ferien in Berlin gar nicht mehr so öde, wie Gustav gedacht hatte.

Sehr nahe an den Menschen

Die Autorin Lara Schützsack geht in ihrem Roman sehr nahe an die Menschen heran. Protagonistin Gustav ist an sich eine Antiheldin. Sie ist eine ganz normale Elfjährige, deren Welt ins Wanken gerät, nachdem alles, was ihr bisher Sicherheit gegeben hat, in Frage gestellt wird. Zudem merkt Gustav, dass sich ihr Körper verändert und findet keine Ansprechpartnerin, die ihr die Ängste nehmen könnte. Mit dem Bild, das Lara Schützsack von Gustav zeichnet, stellt sie das Gefühlschaos, in welches das Mädchen gerät, sehr gut dar. Im Prinzip möchte Gustav dazu beitragen, dass sich Papa und Mama wieder vertragen. Sie ahnt, dass bei einem Bruch alles in Wanken gerät. Sie weiss aber auch, dass sie keinen Einfluss auf die Entscheidungen ihrer Eltern nehmen kann. Tapfer versucht sie, damit umzugehen, dass Mama an ihrem Geburtstag jemanden anderen – die Freundin auf Mallorca – vorzieht. Den Schmerz darüber kann sie dennoch nicht ganz wegschieben. Ebensowenig kann sie wegestecken, dass Papa in den Camper zieht und sie ihre Schwestern sich selber überlässt. Die wiederstreitenden Gefühle, die das alles bei Gustav auslöst, sind auf eine sehr feinfühlige Art sichtbar gemacht und sowohl für die junge Leserschaft als Zielpublikum als auch für Erwachsene gut nachvollziehbar.

Starke Figuren

Gut gelungen ist auch Moon, der alles unternimmt, seine Mutter zu untersützen, die immer stärker in ihre eigene Welt abdriftet. Moon wird durch seine Coolness, die er als Schutzschild vor sich her trägt, zum Aussenseiter in der Schule. Erst in Gustav findet er eine Verbündete. Sie erkennt, welche Verantwortung Moon auf seinen Schultern trägt und bringt ihm Empathie und zunehmend Freundschaft entgegen. Die beiden Kinder wachsen an ihrer jeweiligen Situation dank der Gemeinsamkeit, die sich durch ihre Freundschaft ergibt. Autorin Lara Schützsack lässt die beiden Kinder sein, die an der Schwelle zur Pubertät stehen, gesteht ihnen die Verwundbarkeit der Kinderseele ebenso zu, wie die ersten erwachsenen Handlungen. Aber auch die Nebenfiguren sind sehr gut gelungen: Ob es nun die sich zankenden Eltern von Gustav sind, die Freundin, mit der Gustav gerade in Streit geraten ist oder die albernen älteren Schwestern Gustavs, die mitten in der Pubertät stecken: Es sind schön gezeichnete Charaktere, die mitten aus dem Leben gegriffen scheinen.

Zeit, nachzudenken

Während sich die junge Leserschaft eher auf die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Gustav und Moon konzentrieren dürfte und von der Autorin auf dieser Ebene auch optimal abgeholt wird, gibt das Buch den bereits etwas reiferen Leserinnen und Lesern gute Anhaltspunkte, wie schnell Erwachsene ihre Fürsorgepflicht vergessen, wenn sie in ihren eigenen Problemen gefangen sind. Es ist kein Mahnfinger, den Schützsack erhebt, vielmehr hält sie den Erwachsenen einen Spiegel vor und stellt die stumme Frage, wie weit man auf der Suche nach sich selber gehen darf. Sie regt zum Nachdenken an. Damit bekommt der Roman eine ungeahnte Tiefe, die sich aber nicht belastend über die Geschichte schiebt, sondern der trotz allem leichtfüssigen und unterhaltenden Geschichte einen soliden Boden verleiht.

Lockerer Schreibstil

Lara Schützsack kann letztlich mit einem lockeren Schreibstil punkten, der dazu einlädt, sich ganz auf die Geschichte einzulassen und in die Gefühlswelt der Protagonisten einzutauchen. Sie wirkt jederzeit glaubwürdig und warmherzig. Und sie vermag durch den angeschlagenen Tonfall sowohl das junge Publikum als auch eine bereits ältere Leserschaft abzuholen und durch den Roman zu begleiten, der zwar nicht mit temporeicher Action aufwartet, aber niemals langweilig wird.

Fazit:

Lara Schützsack hat einen Roman über den Eintritt in die Pubertät geschrieben, der alle Facetten dieser gefühlsintensiven Zeit darzustellen vermag. Gleichzeitig nimmt sie Familienbilder auf, wie sie überall vorkommen und zeigt unverblümt, welche Folgen die Handlungen oder Lebenweisen der Erwachsenen für die Entwicklung der Kinder haben. Trotzdem gelingt es ihr, während des ganzen Romans eine positive Ausstrahlung beizubehalten.

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