Ein Baum für Tomti

Erschienen: September 2019

Bibliographische Angaben

 Karin Lindermann (Illustratorin), Sprecherin Katharina Thalbach

Couch-Wertung:

95%
Idee
Bilder
Text

Idee

Die Geschichte und ihre vier kleinen Helden sind absolut herzerwärmend.

Bilder

Katharina Thalbach haucht der Geschichte auf unvergleichliche Art zusätzlich Leben ein.

Text

Nina Blazon schafft eine warmherzige Phantasiewelt, in der man sich regelrecht wohlfüllen muss.

Leser-Wertung

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Rita Dell'Agnese
Dringend gesucht: ein neuer Baum für Tomti, den Baumgeist

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2019

Maja und Fini können sich nicht erklären, was in ihrer Küche einen solchen Radau verursacht. Dass Papa und Mama denken, ihre beiden Töchter könnten für das nächtliche Chaos verantwortlich sein, macht Maja traurig. Sie weiss, dass weder sie noch ihre kleine, ängstliche Schwester Fini etwas mit dem Gepolter und den verstreuten Lebensmitteln zu tun haben. Als Maja in der Nacht erneut Geräusche hört, schleicht sie sich deshalb in die Küche – und entdeckt dort einen kleinen, seltsamen Jungen.

Nach dem ersten Schreck kommen Maja und Tomti, so heisst der Junge, einander näher. Maja erfährt, dass Tomti ein Baumgeist ist und derzeit in der Zimmerpalme im Wohnzimmer haust. Aber Tomti ist unglücklich. Denn die Wohnung ist viel zu klein für ihn. Ausserdem sehnt er sich nach der Weite des Waldes. Schnell werden Maja und Fini sich klar: Tomti braucht einen neuen Baum, um darin zu wohnen. Sie weihen Majas besten Freund Konrad ein. Gemeinsam ziehen die vier los, um nach einem Baum zu suchen, in den Tomti einziehen kann. In der Stadt ist das gar nicht so einfach. Da sind nur ein paar wenige Bäume und die wollen entweder keine Bewohner haben oder sind bereits durch andere Baumgeister bewohnt. Und in einigen von denen mit leerer Wohnung fühlt sich Tomti nicht wohl. Je länger es dauert, desto verzwickter wird die Lage. Bis Tomti auf die perfekte Wohnung stösst. Aber sie hat einen Nachteil: Sie ist weit weg von den drei Freunden, die Tomti so ans Herz gewachsen sind.

Bezaubernde Geschichte um Freundschaft

Nina Blazon hat mit Tomti und den drei Kindern Maja, Fini und Konrad äusserst liebenswerte Figuren geschaffen, die jedem gleich ans Herz wachsen. Besonders die unerschrockene Maja, die für die anderen so sehr einsteht, ist eine wunderbare Sympathieträgerin. Obwohl die Geschichte für Kinder geschrieben ist und durch ihre konsequente und kindergerechte Gestaltung auch für die jüngeren Hörerinnen und Hörer (oder Leserinnen und Leser) geeignet ist, vermag sie auch einem erwachsenen Publikum viel Spass zu bereiten. Nina Blazon geht sehr nahe an die Figuren heran, und macht ihre Gedanken, Hoffnungen und Ängste sichtbar. Die Autorin stellt das Thema «Freundschaft» ins Zentrum ihrer Geschichte. Dass Maja über sich hinaus wächst, indem sie sich für Tomti und seine neue Wohnung einsetzt, obwohl ihr bewusst wird, dass das heisst, auf den neuen Freund zu verzichten, ist eine ganz besondere Stärke der Geschichte. Eine weitere Stärke ist der Umstand, dass sowohl Fini wie auch Konrad neues Selbstvertrauen gewinnen.

Viele Figuren zu entdecken

Die Autorin füllt die Abenteuer der vier mit zahlreichen Begegnungen. Auf ihrer Suche lernen Maja, Fini, Tomti und Konrad nicht nur skurrile Figuren kennen, sie erfahren auch allerlei über die Natur. Das, ohne je den Eindruck zu erwecken, gerade belehrt zu werden. Die liebenswürdige Geschichte regt die Phantasie der Kinder an und lässt sie die Umwelt mit anderen Augen sehen. Tomti wird zu einer Figur, die bei einem Spaziergang aus allen Bäumen hervor lacht.

Wunderbar gelesen

«Ein Baum für Tomti» wird in der Hörbuchfassung von Katharina Thalbach gelesen. Sie ist eine ausgezeichnete Wahl für die Vertonung der Geschichte. Mit grossem Engagement und unvergleichlicher Stimme erzählt sie von den Abenteuern der vier kleinen Helden. Die Professionalität, mit der die Sprecherin dabei vorgeht und die grosse Stimmvariation, die sie einsetzt, um den Charakteren ihr eigenes Leben zu verleihen, sind wunderbar. Dass der Verlag nebst den beiden CDs noch ein kleines Heftchen beilegt, in dem Majas kleine Baumschule zu finden ist, und die verschiedenen Bäume kurz beschrieben werden, ist ein weiterer Pluspunkt.

Fazit

Das Hörbuch «Ein Baum für Tomti» ist eine überaus gelungene Produktion und eignet sich auch wunderbar als Geschenk. Das Hörerlebnis wird bald den Wunsch nach sich ziehen, in die Natur hinaus zu gehen und nach den verschiedenen Bäumen zu sehen. Damit ist diese Geschichte ein lang anhaltendes Erlebnis, das unbedingt nach Fortsetzung ruft.

 

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Letzte Kommentare:
07.05.2020 14:44:02
Buchwerkstadt

Als ich das Buch in meiner Lieblingsbücherei entdeckte, viel mir zuerst das wunderschön gestaltete Cover auf: Ein kleiner Junge sitzt auf einem Baum? Nein, das war es nicht. Das Buch zeigt uns, wo wir uns wohlfühlen: In der Natur! Und genau darum geht es auch in diesem Buch:

Der kleine Tomti ist ein Kobold bzw. ein sogenannter Baumgeist, doch er hat seinen Baum verloren und durch einen Schlag gegen den Hinterkopf kann er sich nicht mehr erinnern, zu welchem Baum er gehört, denn jeder Baumgeist besitzt seinen eigenen Baum.
Gut, dass er sich ausgerechnet in der Palme von Majas Elternhaus wiederfindet und in der dortigen Küche erstmal ein ordentliches Chaos anrichtet. Doch eins ist schnell klar: Er braucht einen neuen Baum, denn die Palme ist für ihn zu klein. Zusammen mit Majas kleiner Schwester Fini und ihrem Freund Konrad begeben sich die drei auf die Suche nach einem neuen Zuhause und begegnen so manch seltsamen Baumbewohner.
Meine Meinung: Die Autorin Nina Blazon ist mir bekannt, ich mag ihre Bücher, die sich bisher eher auf Fantasy für Jugendliche und Erwachsene beziehen. Ich war dieses Mal sehr neugierig, ob sie auch als Kinderbuchautorin mithalten kann. Ein klares JA. Das Buch ist ein MUSS für alle Kinder ab 8 Jahre, die erste Erfahrungen und Eindrücke von der Vielfältigkeit unserer Bäume und Natur erhalten möchten. Über ein Jahr hin – in 30 Kapitel - begleiten wir Tomti, Maja, Fini und Konrad, der übrigens an Heuschnupfen leidet und bei so manchem Baum wie z. B. Birke, Naselnuss etc. geplagt wird. Vom A wie Apfelbaum bis Z wie Zaubernuss begegnen wir in Stadt aber auch auf dem Land verschiedenen Baumarten und bekommen so einen Einblick, was diese Baumarten ausmacht, dass die Linde z.B. hervorragend für Bienen ist, die Erlen an Seen die dortigen Vögel beschützen. Die Idee mit den Baumgeistern ist so wunderschön, und durch magische Art können die drei Freunde sogar schrumpfen und so ins Innere des Baumes gelangen. Die Geschichte vermittelt nicht nur Wissen über unsere Bäume, sondern beschreibt uns warmherzig und humorvoll, wie wichtig Zusammenhalt – aber auch eine Familie - ist. Schön daher der Vergleich mit dem „Stammbaum“, den jeder Mensch mit seiner Familie hat. So geht es ja auch dem kleinen Tomti. Wo wir schonmal bei dem Thema Magie waren: Ein großes Kompliment an die Illustration Karin Lindermann. In die ein oder andere Zeichnung habe ich mich direkt verliebt, sie werten das Buch nochmal zusätzlich auf uns manchen es zu einem unvergesslichen Leseabenteuer für junge aber auch ältere Leser. Unerwähnt sollte vor allem nicht der Anhang bleiben: Majas kleine Baumschule gibt uns nochmal einen Überblick über die verschiedenen Baumarten, woran wir sie erkennen und wozu das Holz der Bäume verarbeitet wird. Oder weißt du, welches Holz bei Zupf- und Streichinstrumenten verwendet wird? Auf welchem Holz wir turnen, wenn wir auf einem Barren sind? Und wie hoch eine Douglasie werden kann?
Fazit: Die 144 Seiten Lesespaß vergehen wie im Flug, man möchte immer weiterlesen und ist am Ende traurig, wenn Tomti seinen Baum gefunden hat. Bitte Nina, schreib uns mehr solcher Bücher!!!! Von mir gibt’s eine klare Leseempfehlung für dieses tolle lehrreiche Baumbuch. Wie kann man Kindern schöner das Wissen über unsere Bäume vermitteln?