Roberta und Henry

Erschienen: Januar 2019

Bibliographische Angaben

 Lane Smith (Illustratorin), Andreas Steinhöfel (Übersetzer)

Couch-Wertung:

80%
Idee
Bilder
Text

Idee

Die Idee, eine Geschichte über Identität und Freundschaft zu schreiben, ist nicht wirklich neu, dafür überzeugen die Charaktere.

Bilder

Schöne schlichte Bilder, die nicht überladen sind, aber dennoch alle wichtigen Informationen zur Geschichte enthalten.

Text

Gut verständliche Texte in alltagsnaher Sprache, die kindgerecht und lustig formuliert sind.

Leser-Wertung

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Kathrin Walther
Halsige und unhalsige Hälse

Buch-Rezension von Kathrin Walther Nov 2019

Mit einem langen Hals sticht man direkt aus der Masse hervor, denn man überragt alles. Sich verstecken ist nur schwer möglich, wenn man weit und breit der oder die Größte ist. Einfach hinter einem Busch verschwinden, wenn man nicht entdeckt werden will? Nicht möglich. Hinter Bäume stellen? Geht auch nicht, da der Kopf durch den langen Hals noch über die Baumkrone hinausragt. Im Fluss stehen und im Wasser verschwinden? Auch keine gute Idee, die Tiefe reicht natürlich nicht aus. Einen schönen Schal tragen? Bringt nichts, da ein Schal alleine viel zu kurz ist. Kein Wunder das Roberta am Verzweifeln ist, ist ihr langer Giraffenhals doch einfach nur störend, unpraktisch und immer und überall im Weg...

Von den Vor- und Nachteilen eines langen Halses

Roberta ist ihren scheckigen, streckigen, dünnen, zu erhobenen und erhabenen Hals einfach leid. Überall stört er, das Fleckenmuster gefällt ihr auch gar nicht und überhaupt: Welches andere Tier ist mit so einem solch viel zu halsigen Hals gestraft? Von allen Seiten fühlt sie sich beobachtet und angestarrt und kann durch ihre Größe den Blicken auch nicht entkommen. Egal wo sie hinschaut, überall sieht sie elegante und schicke Hälse. Das Zebra trägt zeitlose Streifen, der Elefantenhals ist schön kräftig und erst der Löwenhals, der von einer prachtvollen Mähne wunderbar ummantelt wird. Nur sie hat einen Hals, den auch wirklich niemand schön finden kann, abgesehen von der eigenen Mutter, die da aber nicht zählt, denn Mütter finden ihre Kinder ja meistens toll ... Als sich Roberta wieder einmal zu verstecken versucht, wird sie plötzlich von Henry überrascht, einer kleinen Schildkröte mit tollem Hals, der perfekt in den Panzer passt. Doch weit gefehlt: So toll findet Henry seinen Hals überhaupt nicht, ganz im Gegenteil, er bewundert Robertas Hals und würde gerne tauschen. Wie viele Vorteile so ein langer Hals doch hat! Er kommt mit seinem kaum vorhandenen Schildkrötenhals einfach nirgendwo dran. Ein leckeres Stück Obst von einem Baum fressen? Unmöglich. In seiner Reichweite gibt es nur Blätter und Gras. Was gäbe er dafür, einmal eine reife Banane zu probieren... Doch mit seinem kurzen Hals wird das wohl ein Traum bleiben müssen, denn selbst langes Warten unter dem Baum, dass die Banane endlich herunterfällt, war bisher erfolglos. Kein Problem für Roberta, die sich noch nicht einmal strecken muss und Henry so zu seiner ersten Banane verhilft und damit den Grundstein für eine ganz besondere Freundschaft legt.

Identität und Freundschaft

Jory John erzählt in seinem Kinderbuch die Geschichte der Giraffe Roberta, die sich zunächst nicht so akzeptieren kann, wie sie ist und unter ihrem Aussehen leidet. Erst die Begegnung mit der kleinen Schildkröte Henry zeigt ihr, welche Vorteile ein so langer Hals auch haben kann. Obwohl beide zuvor unzufrieden mit sich waren, lernen sie die eigenen Vorteile schätzen und werden zusammen ein gutes Team, sodass sie gemeinsam ihre vorherigen Probleme überwinden. Die Geschichte, die sich an Kinder ab vier Jahren richtet, zeigt schon den Kleinsten, dass Besonderheiten, die einen eventuell selbst stören, von anderen ganz anders wahrgenommen und eventuell sogar bewundert werden können. Gerade mit anderen zusammen, können Hindernisse leichter überwunden werden und die Schwächen und Stärken zusammen ausgeglichen werden. Eine Botschaft, die so verpackt auch schon für Kindergartenkinder gut verständlich ist.

Gestaltung und Sprache

Die Bilder der Geschichte überzeugen durch ihre schlichte, aber dennoch niedliche Art. Lane Smith nutzt in erster Linie Naturtöne wie braun, grün, gelb oder beige, die gut zur Handlung und den dargestellten Tieren passen. Für die Fell-, Panzer oder Hintergrundmuster greift er auf unterschiedliche Pinsel- und Schwammtechniken zurück, sodass beispielsweise die Musterung des Schildkrötenkopfes allein durch unterschiedliche Farbdicken und die Pinselstruktur erzeugt wird. Die Mimik der Tiere ist gut erkennbar, sodass die Gefühle der Tiere von den Kindern erkannt und miterlebt werden können. Die Bilder füllen die Seiten komplett aus, mal befinden sich auf einer Doppelseite vier kleine Felder mit einzelnen „Episoden“, mal füllt ein einziges Motiv eine ganze Doppelseite aus. Die Texte, die aus einzelnen Wörtern, kurzen, längeren oder auch mehreren Sätzen bestehen können, ergänzen die Bilder passend und sind aus der Sicht von Roberta oder Henry erzählt, sodass sich die Kinder gut in die Figuren hineinversetzen können. Die Sprache ist dabei alltagsnah und humorvoll, was beispielsweise durch Wortspiele oder Wortneuschöpfungen kommt. Andreas Steinhöfel hat als Übersetzer genau die richtigen Worte und den Geschmack der Zielgruppe getroffen.

Fazit

Eine lustige Geschichte, die sprachlich und thematisch gut zur Zielgruppe passt. Die Bilder sind ansprechend gestaltet, die Texte gut verständlich und unterhaltsam. Auch wenn die Themen „sich selbst akzeptieren“ und „ungewöhnliche Freundschaft“ nicht ganz neu sind, ist die Giraffe mit dem zu halsigen Hals doch mal etwas anderes und erzeugt etwas Abwechslung zwischen den vielen Einhorn-, Drachen-, Hunde- und Pferdebüchern.

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