Herr Schnettelbeck und das Geheimnis der verschwundenen Sterne

Erschienen: August 2019

Bibliographische Angaben

 Elsa Klever (Illustratorin)

Couch-Wertung:

75%
Idee
Bilder
Text

Idee

Vor allem Herr Schnettelbeck ist mit seiner mürrischen Art ein Sympathieträger. Die Idee des Buches ist sehr fantasievoll.

Bilder

Jedes Kapitel wird durch wunderschöne Muster eingeführt. Am Ende des Buches befindet sich eine übersichtliche Karte von Skarnland.

Text

Ein ruhiges Buch, selbst in den Momenten, wo Herr Schnettelbeck und Tinea in Gefahr geraten.

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Julian Hübecker
Griesgrämiger Mistkäfer auf Reisen

Buch-Rezension von Julian Hübecker Nov 2019

Herr Schnettelbeck ist empört: Gerade will er seine letzte Dungkugel rollen, als er bemerkt, dass die Sterne verschwunden sind! Die braucht er nämlich, da er sich strikt nach dem Verlauf der Milchstraße richten muss. Für ihn ist klar: Dahinter können nur die Jugendlichen stecken, oder noch schlimmer: jugendliche Wirbeltiere! Na, die können aber was erleben!

Eine märchenhafte Welt

Auf der Suche nach dem Schuldigen begegnet er Tinea. Sie ist ein Mensch, gehört also zu solchen unterentwickelten Lebewesen, die mit ihrer weichen Haut und den wenigen Gliedmaßen unter Herr Schnettelbecks Würde sind. Pah, Insekten sind die Krone der Schöpfung! Dennoch nimmt er Tinea mit auf seine Reise – ein derart freches Ding muss auch mal lernen, wie ein verantwortungsbewusster Bürger von Skarnland so wichtige Dinge regelt wie das Verschwinden der Sterne.
Bald kommen sie in Unterstadt an, einer kopfüberhängenden Ortschaft in einer Höhle, wo nur Insekten, Spinnen und Weichtiere wie Schnecken hausen dürfen. Wirbeltiere sind strengstens verboten und wurden an die Oberfläche verbannt. Herr Schnettelbeck kommt die Stadt wie das Paradies vor: Es gibt sogar Meinungsmaschinen, wo man nach Lust und Laune seine Beschwerden auf einen Zettel schreiben und einwerfen kann. Endlich kümmert sich mal jemand um die Probleme der einfachen Leute!
Dennoch hat der alte Mistkäfer seine Mission nicht vergessen. Er erhofft sich Antworten vom Bürgermeister der Stadt. Doch der will nichts vom Verschwinden der Sterne wissen. Ausgerechnet von den verbannten Wirbeltieren erhält Schnettelbeck Auskunft – und was er da erfährt, schmeckt ihm so gar nicht: Denn der Bürgermeister spielt ein ganz mieses Spiel und bringt Herrn Schnettelbeck und Tinea in große Gefahr.

Eine märchenhafte Welt mit fantastischen Geschöpfen

Allein den Namen „Schnettelbeck“ muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Treffender kann ein Name für einen alten, nörgelnden, miesepetrigen Mistkäfer nicht sein. Dieser ständig vor sich hin motzende Käfer bringt einen ein ums andere Mal zum Schmunzeln und ist die wohl einnehmendste Figur aus dem Skarnland-Universum.
Verena Reinhardt hat schon so manch fantasievollem Geschöpf Leben eingehaucht und auf Abenteuerreise geschickt. Mit Herrn Schnettelbeck füllt sich so langsam eine fantastische Welt, in der die Menschen von gleicher Größe wie die Insekten sind. Mit viel Liebe zum Detail erfindet Reinhardt interessante Orte und spannende Geschichten, die sich fast schon wie Märchen lesen.
Die Autorinbringt die Handlung schnell ins Rollen und bleibt so zwar eher oberflächlich, ihr Einfallsreichtum kennt trotzdem keine Grenzen, der Lustiges und auch Ernsteres wie Fremdenfeindlichkeit mit einbindet.

Fazit

Man verliebt sich hier vor allem in die Figuren und den Detailreichtum der Autorin. Spannend ist das Abenteuer weniger, aber voller Fantasie und Atmosphäre.

Herr Schnettelbeck und das Geheimnis der verschwundenen Sterne

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