Der Panther

Erschienen: Juni 2018

Bibliographische Angaben

 Julia Nüsch (Illustratorin)

Couch-Wertung:

90%
Idee
Bilder
Text

Idee

Rilkes berühmtes Gedicht über einen eingesperrten Panther - mit wunderschönem Panther illustriert.

Bilder

Die Bilder sind altmodisch gemacht, aber großartig, und schön für Betrachter jeden Alters.

Text

Das Gedicht ist mehr als 100 Jahre alt, das merkt man auch. Trotzdem wirkt es, und zwar besser, als wenn man es bis in alle Einzelteile analysieren würde.

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Sigrid Tinz
Dieser Panther ist ein Gedicht

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Nov 2019

Panther sind beeindruckende Tiere, eigentlich Leoparden oder Jaguare, deren Fell durchgehend schwarz ist, statt wie sonst eben im typisch gelbbraunen Leo-Look.  „Der Panther“ ist auch ein sehr  berühmtes Gedicht, vor mehr als hundert Jahren von Rainer Maria Rilke geschrieben. Darin geht es um einen ganz bestimmten, den, der im Pariser Botanischen Garten in einem Käfig zur Schau gestellt wurde.

„Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.“

Der langsame Rhythmus macht auch lyrik-fernen Menschen sofort klar, wie sich das eigentlich stolze Tier in der Gefangenschaft durchs Leben schleppt:

„Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.“

Heute kennt man es aus Zoos nur noch selten, aber früher war es typisch: wie die Raubtiere und Exoten immer und immer in ihren kleinen Käfigen im Kreis trotten, aus Langeweile und Bewegungsmangel verhaltensgestört.

„Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.“

Einfach wirken lassen

Lyrik zu interpretieren und zu analysieren, daran arbeiten sich Germanisten, Lehrer und gezwungenermaßen auch ihre Schüler ab. Für den Lesegenuss ist das aber oft genauso sinnvoll, wie einen leckeren Blaubeermuffin vor dem Essen auf dem Teller in seine Einzelteile zu zerkrümeln: Beeren, Teig, Schokstücke. Alles ist zwar noch da, aber doch nicht mehr dasselbe. Gerade auf Kinder wirken Gedichte einfach so, ohne viel Erklärungen. Wenn sie ins Herz gehen. Und das tun die Gedichte von Rilke, manchmal auch fast ein bisschen zu viel.
Hier ist der Text mit wundervollen Bildern kombiniert und nochmal wirkungsvoller: Neben dem Pantherschwarz viel Sepia und gedeckte Naturtöne, die wirken passend altmodisch, Der Panther selbst ist bis in die Haarspitzen genau gezeichnet, man kann sogar die eigentlich gefleckte Fellzeichnung noch erkennen, schwarz auf schwarz. Sein Blick ist majestätisch und traurig, raubtierhaft und liebenswert zugleich.

Die Bilder sind ebenfalls ein Gedicht

Die Illustrationen sind ebenfalls wie ein Gedicht, sie transportieren die Stimmung und die Botschaft, auch ohne den Text. Gedicht und Illustrationen zusammen wirken melancholisch und wunderbar entschleunigend.
Am Ende finden sich noch Sachinfos und bevor es mit dem Gedicht losgeht, gibt es einen kleine Vorgeschichte um Rainer Maria Rilke und wie er und der Panther sich getroffen haben.

Fazit

Rilkes berühmtestes Gedicht als Bilderbuch, zeitlos und immer noch aktuell, besonders die Bilder dazu sind wie ein Gedicht ohne Worte. Mit einem Panther, der noch nie schöner und bewegender, liebenswerter und trauriger und berührender war als dieser.

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