Schneefunkelwunder

Erschienen: September 2019

Bibliographische Angaben

 Mila Marquis (Illustratorin)

Couch-Wertung:

75%
Idee
Bilder
Text

Idee

Die Geschichte ist solide, es fehlt ihr etwas das „Besondere“. Die Charaktere sind sympathisch, aber etwas langweilig.

Bilder

Die Bilder sind schön bunt und detailreich, das Wesentliche ist gut erkennbar und die Figuren wirken freundlich.

Text

Die Abschnitte sind kindgerecht formuliert und gut verständlich. Insgesamt wäre etwas mehr Spannung im Text schön gewesen, wobei die Handlung für jüngere Kinder wahrscheinlich interessant genug ist.

Leser-Wertung

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Kathrin Walther
Warum die Nase bei Schneemännern so wichtig ist

Buch-Rezension von Kathrin Walther Dez 2019

Endlich Schnee! Es gibt wahrscheinlich nur wenige Kinder, die sich nicht über eine weiße Landschaft im Winter freuen. Schlittenfahren, Schlittschuhlaufen, Schneeengelabdrücke oder Schneeballschlachten kann man schließlich auch nicht das ganze Jahr über machen und so ist die Sehnsucht danach umso größer. Was natürlich auch nicht fehlen darf: Ein stattlicher Schneemann, der den Garten verschönert und über die Eispracht wacht. Ganz stilecht mit Möhrennase, Kohleaugen und -knöpfen, einem Mund aus kleinen Steinen, mit Schal, Mütze und Ästen als Armen sieht er doch beinahe menschlich aus. Wie schön wäre es, wenn er jetzt noch zum Leben erwachen würde.

Spaß im Schnee

Auch Maya kann es kaum erwarten, mit ihrer Mutter endlich nach draußen zu gehen. So viele spannende Dinge, die man dort machen kann. Aber auch wenn Schlittenfahren und Schneeballschlachten schon nicht schlecht sind, Mayas allerliebste Lieblingsbeschäftigung im Schnee ist eindeutig das Bauen von Schneeleuten. Sorgfältig rollt sie erst eine große Kugel, auf diese wird eine etwas kleinere Kugel gesetzt und ganz oben hinauf kommt noch der Kopf. Anschließend folgt die Deko, denn dem Schneemenschen soll es ja an nichts fehlen: Zuerst ein Schal, dann ein Rock, eine Pudelmütze für den Kopf und zwei Arme aus Zweigen. Zu guter Letzt noch Steine für Knöpfe, Augen und Mund platzieren, bevor die Möhre als Nase in die Mitte des Gesichts gesteckt wird. Fertig ist die Schneefrau! Kein Wunder, dass Maya das Gefühl hat, die Schneefrau zwinkert ihr zu, wo sie doch so echt aussieht. Als Maya schon längst wieder zuhause und am Schlafen ist, geht langsam der Mond auf und pünktlich um Mitternacht erwacht die Schneefrau zum Leben. Vergnügt hüpft sie durch den Schnee, bis sie auf zwei weitere Schneeleute trifft, einen Schneemann und ein Schneekind, doch beide wurden nicht sorgfältig gebaut: Dem Schneemann fehlt die Hälfte seines Mundes, sodass er nur nuscheln kann, und auch seine untere Kugel gleicht einem Schneehaufen und ist nicht hüpffähig. Der kleine Schneemann hat keine Nase, dabei ist diese besonders wichtig, denn nur mit einer Nase können Schneewesen nachts lebendig werden. Da nur ein Kind den beiden helfen kann, macht sich Frau Flocke, so lautet der Name der Schneefrau, auf die Suche und gelangt zu Maya, die sie glücklicherweise wecken kann und die ihr zu den beiden armen Schneeleuten folgt. Natürlich möchte Maya den beiden gerne helfen und so macht sie sich auf die Suche nach einer passenden Nase und „repariert“ auch die verpfuschte Unterkugel des Schneemannes und den halben Mund, sodass die beiden zu vollwertigen Schneemenschen werden und eine fröhliche Feier beginnt, bei der natürlich auch Fuchs, Eichhörnchen und Reh nicht fehlen dürfen.

Fantasiewesen und Winterzauber

„Schneefunkelwunder“ ist eine Geschichte, die gut in die Vorweihnachtszeit passt, wenn die Stimmung schon voller Zauber ist und bestenfalls ein wenig Schnee liegt. Gerade für Kinder beinhaltet diese Zeit so viel an Geheimnissen, Aufregung und Magie, dass moderne Märchen von erwachenden Schneeleuten gut in diese Zeit hineinpassen. Die Handlung ist überschaubar und für Kinder ab 5 Jahren durch die einfache Sprache gut verständlich. Aufgrund der übersichtliche Anzahl an Figuren, neben Maya kommen nur noch ihre Mutter, die Schneefrau, der Schneemann und das Schneekind vor, fällt es nicht schwer, dieser schlichten Handlung zu folgen. Durch die in pink gekleidete weibliche Protagonistin werden sich wahrscheinlich eher Mädchen von dem Buch angesprochen fühlen, wobei die Geschichte davon abgesehen eher neutral ist. Die Bilder sind schön bunt und detailreich. Die dargestellten Szenen passen gut zu den jeweiligen Textabschnitten und veranschaulichen die Szenen gut. Die Bilder nutzen die komplette Doppelseite als Ganzes, sodass die Motive schön groß sind. Die Figuren wirken sympathisch und sind kindgerecht gestaltet, im Hintergrund lassen sich oft noch kleine Details wie Tiere entdecken.

Fazit

„Schneefunkelwunder“ ist eine gelungene Schneegeschichte, die gut zu kalten Wintertagen passt. Die Textanteile sind schon etwas länger als in vielen anderen Bilderbüchern für das Alter und die reine Vorlesezeit, ohne viel auf die Bilder einzugehen, ist bei 64 Seiten schon etwas länger. Durch die relativ einfachen Wörter und Sätze eignet sich das Buch auch gut als Erstlesebuch und kann gemeinsam mit den Kindern oder von etwas geübteren Lesern auch alleine gelesen werden. Da die Geschichte nicht zu kindlich ist, werden auch Achtjährige durchaus noch ihren Spaß an dem Buch haben.

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