Das Glückliche Löwenkind

Erschienen: September 2005

Couch-Wertung:

65%
Idee
Bilder
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Idee

Ein Bilderbuchklassiker, der Freude macht, wenn man Erinnerungen wecken möchte. In heutiger Zeit wirkt die kleine Geschichte um „das glückliche Löwenkind“ sehr nostalgisch.

Bilder

Die Illustrationen sind im Stil der 50iger Jahre. Die einfachen Strichzeichnungen, die teilweise 3-farbig sind wirken ausdruckstark, aber in der modernen Zeit leider sehr altmodisch und teilweise sogar albern.

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Sprachlich wie inhaltlich wirkt dieser Bilderbuchklassiker in nostalgischer Aufmachung sehr naiv und daher überhaupt nicht kindgerecht schon gar nicht unter dem Aspekt der Sprachentwicklung und Sprachförderung.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Sep 2005

";Zwei glückliche Löwen sind besser als einer!"; und noch besser sind drei glückliche Löwen so einfach ist die Botschaft, die hinter diesem Bilderbuchklassiker ";Das glückliche Löwenkind"; von Louise Fatio, erschienen bei Kerle/Herder, steckt. Aber da ist noch eine 2. Botschaft, die heißt: um glücklich zu werden, musst Du weder reich noch berühmt sein. Diese Botschaft sollte tatsächlich auch heute Bedeutung haben.

In einem freundlichen kleinen Städtchen wohnte in einem kleinen Tierpark erst ein glücklicher Löwe, dann zwei und daraus wurden dann drei glückliche Löwen. Der kleine Löwe bekommt den Namen ";Fränzchen"; von dem kleinen Franz, dem Sohn des Gärtners, der ebenfalls im Zoo heranwächst. Der kleine Löwe wuchs heran und wie alle Eltern machten sich auch die Löweneltern bald Gedanken, was aus ihrem kleinen glücklichen Löwen so werden könnte: Schoßkind, Zirkuslöwe, Zoo-Löwe, Polizist, Feuerwehrmann oder Lehrer. Die Frage löste wie von selbst, als eines Tages eine reiche Dame im Zoo vorbeikam und Fränzchen einfach mitnahm, als ihr kleines Schoßkind.

Die Eltern des Löwen weinten darüber, aber schließlich sollte ihr Kind etwas lernen. Bei der reichen Dame bekam der kleine Löwe alles, was Schoßkinder so brauchen, er wurde verwöhnt und lebte so einige Zeit sehr glücklich und zufrieden. Aber er wuchs heran und es wurde ein richtiger, großer Löwe aus ihm und die Dame konnte ihn als Schoßkind nicht mehr gebrauchen. Sie gab Fränzchen zu einem Freund, Herrn Tambour, es sollte ein Zirkuslöwe aus ihm werden. Im Zirkus wurde Fränzchen nicht glücklich, denn plötzlich sollte er ein ";Löwe zum Fürchten"; sein und Kunststücke machen, die ihm albern vorkamen. Herr Tambour gab sich sehr viel Mühe mit ihm und brüllte besser, als jeder Löwe, aber es nützte nichts und so gab Herr Tambour schließlich auf und brachte Fränzchen, den Löwen, zurück in den Tierpark.

Die Löwen-Eltern waren glücklich, ihr Kind wieder zu haben und schimpften auch nicht, dass nichts aus ihm geworden ist. Auch Franz, der Namenspatron, aus dem mittlerweile ein Gärtner geworden war, war sehr glücklich über die Rückkehr seines kleinen Freundes. Und so beschloss der Löwe genau dies auch zu werden: ein glücklicher Gärtner im Zoo und damit waren seine Eltern auch sehr einverstanden. Und so kehrt die Geschichte zum Ende wieder an den Anfang zurück, als Papa-Löwe sich fragte, was ein Löwe werden kann. Die Antwort liegt nun auf der Hand und der glückliche Löwe stellt fest:

";Ich habe ja immer gesagt, es gibt noch Berufe für kluge Löwen";.

Nicht nur das schöne Cover und die nostalgisch anmutende Überschrift von ";Das glückliche Löwenkind"; erzählt von Louise Fatio, erschienen bei Kerle/Herder, sondern besonders die Illustrationen von Roger Duvoisin erinnern an die Kindertage. Aber: schon damals empfand ich die Illustrationen sehr nostalgisch, besonders durch die Kleidung und Aufmachung der dargestellten Menschen. Zuerst fällt es dem Leser nicht auf, denn die Löwen sind einfach niedlich in einfacher schwarz/weißer Strichtechnik abgebildet und es könnte sich also um eine niedliche kleine Löwengeschichte handeln. Aber sobald der Blick auf die Menschen fällt, ist der Stil der 50iger Jahre nicht zu übersehen und das setzt sich dann auch mit Deutlichkeit in der kleinen Geschichte ";Der glückliche Löwe"; fort. Kein Wunder, denn der Bilderbuchklassiker ";Der glückliche Löwe"; wurde bereits 1945 als Erstauflage gedruckt (deutsch 1960) und der Folgeband ";Das glückliche Löwenkind"; nun auch bereits in 15. Auflage.

Hat man etwas übrig für nostalgische Märchen und ebenso für die nostalgischen Illustrationen von Roger Duvoisin oder möchte man seine Kindheitserinnerungen wiederaufleben lassen, dann hat man sehr viel Freude an diesem Bilderbuch. Wer eine moderne Auflage in alter Aufmachung erwartet hat, wird enttäuscht sein, denn inhaltlich mutet die Geschichte um das Löwenkind ebenso nostalgisch an und hat in der modernen Bilderbuchwelt für unsere kleinen Leser wohl keinen Bestand mehr. Und das obwohl die Autorin bewusst die Lieblingsthemen der kleinen Leser ausgewählt hat wie z.B. Zoo und Zirkus sowie bei der Berufswahl z.B. Polizist und Feuerwehrmann, trifft sie damit heute nicht mehr ins Schwarze, denn die aufgeschlossenen jungen Leser von heute wissen, dass man einen Löwen nicht als ";Schoßkind"; hält und auch, dass ein Löwe niemals ";Polizist, Lehrer oder gar Feuerwehrmann"; und ebenso auch nicht ";Gärtner"; werden kann. Aber die eigentliche Botschaft der Geschichte lautet: der kleine Löwe lässt sich nicht in eine irgendeine Rolle zwängen, die andere für ihn auswählen. Er findet seinen eigenen Weg und möchte gar nicht im ";Scheinwerferlicht"; stehen, er möchte nur ";glücklich werden";.

Natürlich stolpert der moderne Leser heute über den deutlich hervortretenden autoritären Erziehungsstil dieses Bilderbuchklassikers. ";Fränzchen"; (verniedlichte Form wird auch im Erwachsenalter weiter verwandt) wird als Kind den Eltern entrissen, um als Schoßkind (nicht: Schoß Hündchen oder Schoßlöwe, sondern Kinderersatz für eine reiche Dame) zu leben. Der Löwe wird rund und fett und groß, lernt aber nichts vernünftiges, deshalb schaut er auch die ganze Geschichte lang sehr lieb und nett um nicht zu sagen sehr naiv! Obwohl sich der neue Ausbilder, Herr Tambour, der die autoritäre Erziehung vertritt, alle erdenkliche Mühe gibt, dem Löwe etwas beizubringen, lernt er nichts. Die Moral von der Geschichte: Fränzchen hat zwar nichts gelernt, aber er ist zurückgekehrt zu seinen Wurzeln und hat etwas gefunden, was ihm Spaß macht und so ist er wieder ";Das glückliche Löwenkind"; und der Kreis schließt sich. Zwangsläufig fragt sich der Leser dennoch nach der Intention dieser Geschichte: was soll der Leser lernen über Erziehung, Ausbildung, Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbständigkeit?

Die Illustrationen von Roger Duvoisin sind teilweise 3-farbig, muten ebenfalls nostalgisch an, sind jedoch auch in ihrer Einfachheit durch Gestik und Mimik der Figuren sehr ausdrucksstark.

Fazit:

Hier wurde ein Bilderbuchklassiker in die heutige Zeit transportiert und wirkt neben der modernen Kinderliteratur wie ein Relikt aus vergangener Zeit. Aber trotzdem: ein wunderbares Geschenk für Liebhaber und Sammler nostalgischer Märchen!

Rufina Wieners

Das Glückliche Löwenkind

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