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Sammelsurium zahlreicher informativer, erstaunlicher und erheiternder Fakten rund um das Thema Kot.

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Die Kombination unterschiedlicher Illustrationsstile, Fotos und Fotocollagen lässt manche Doppelseiten ungeordnet und wenig liebevoll aussehen.

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Die kurzen einleitenden Texte sind untersetzt mit prägnanten und auf das Wesentliche beschränkte Beschreibungen des jeweiligen Faktes.

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Claudia Goldammer
Das große Geschäft

Buch-Rezension von Claudia Goldammer Mär 2020

Kaum ein Thema weckt wohl gleichzeitig so viel Interesse und Schamgefühlt, wie das, was gern als „großes Geschäft“ bezeichnet wird. Gern wird dafür die Toilettentür verschlossen, das Ergebnis schnell weggespült und mit einer Mischung aus Scham und Widerwillen die Toilettenbürste benutzt, um das strahlende Weiß der Toilettenschüssel wieder herzustellen. Dazu passt, dass es eine wirklich schöne Bezeichnung dafür auch nicht gibt: „eine Wurst machen“ oder „kacken gehen“? So richtig gern sagt das wohl niemand.
Dabei gehen Kinder zunächst ganz unvoreingenommen und offen mit dem Thema um. „Mama Kacka“ tönt es gern am voll besetzten Esstisch, wenn die Sprösslinge erfolgreich die Windel gefüllt haben. Später dann wird der Toilettengang bei weit geöffneter Tür vollzogen und das Ergebnis lautstark und vor allem stolz verkündet.
Es wird also Zeit für einen ungezwungeneren Umgang mit Kot, Stuhl oder Fäzes, wie auch immer man es nennen will. Denn schließlich gehört dieser Teil der Nahrungsverwertung auch zu unserem Alltag. „Alles Kacke, oder was?“ ist dafür auf jeden Fall geeignet. In marktschreierischer Aufmachung zieht es die Aufmerksamkeit ganz leicht auf sich und schon ertappt man sich (oder andere) dabei, wie man die Hand nach dem Buch ausstreckt, die erste Seite aufblättert und ab dann für die Umwelt nicht mehr zu sprechen ist.

Wie häufig, wie lang, wie viel?

Das Autorenteam hat eine Vielzahl von interessanten und wissenswerten Fakten zusammengetragen, die uns das tägliche Geschäft ganz neu betrachten lassen. Tatsächlich täglich? Nein belehrt uns dieses Buch. Nur 84% verrichten täglich oder mehrmals das große Geschäft. 5% gehen vielmehr nur 1 bis 2 mal pro Woche für die „Wurst“ aufs Klo.
Zunächst geht es mit Basiswissen los: es werden die Entstehung (inkl. einem Exkurs zur Funktionsweise der Verdauungsorgane), Entsorgung und Zusammensetzung des Kots ebenso beschrieben wie die durchschnittlichen Verweildauer auf dem stillen Örtchen beleuchtet. Anschließend geht es mit weiterführenden Einblicken weiter, wie z.B. die historische Entwicklung der Toilette oder der Herausforderung eines Toilettengangs in der Raumstation. Auch interessant: nach dem Verdauungsprozess sind immer noch etwa 10-15 Prozent Energie im Kot, oder anders ausgedrückt: „Jeden Tag kackt die Weltbevölkerung 10000 Terrajoule Energie.“
Natürlich gibt es auch abwegige Gedankenexperimente, denn niemanden muss wissen, dass die Kacke der Menschheit so lang und breit wäre wie Manhattan, würde man sie in Zylinderform pressen. Aber interessant ist es schon…

Klicker, Würstchen, Köttelchen

Neben den menschlichen Ausscheidungsprodukten werden selbstverständlich auch Phänomene aus dem Tierreich vorgestellt. Denkt man nur mal an Kuhfladen oder Hasenköttel ist schnell klar, dass das Tierreich auch hier wieder viele Informationen zu bieten hat. Egal ob Größe, Zusammensetzung, Gewicht, Form und Farbe – die Bandbreite ist viel größer und reicht beispielsweise von weiß und trocken (Hyäne) bis zu unregelmäßigen Flatschen (Vogel).
Anders als beim Menschen steht bei den tierischen Abfallprodukten zusätzlich stärker die Nachverwendung im Vordergrund. Die Düngung mit Mist ist nicht überraschend, aber wer weiß schon, dass es einen Tee gibt, der aus dem Kot von Schmetterlingsraupen gewonnen wird oder dass aus dem Dung von Elefanten Papier hergestellt wird?
Die informativen Doppelseiten reihen sich in loser Folge aneinander. Diese ist vielleicht nicht immer ganz schlüssig, beginnt aber grob bei Entstehung und Zusammensetzung von Kot, gefolgt von einigen Ausführungen zu Urin und Darmgasen, über einen kurzen Exkurs zum Toilettenpapier bis hin zu zahlreichen Erläuterungen aus dem Tierreich.
Jede Doppelseite ist vollgepackt mit kurzen, informativen Texten, die sich auf die nötigsten Informationen beschränken. Die marktschreierische Aufmachung setzt sich im Buch fort, hier sind verschiedenste Illustrationsstile und Fotos zusammengemischt, wodurch manche Seiten etwas unübersichtlich und lieblos aussehen. Dem Informationsgehalt tut das aber keinen Abbruch.

Fazit

Vermutlich wird auch nach dem Lesen dieses Buchs die Badtür für das große Geschäft abgeschlossen werden. Aber sollte beim nächsten Essen am Familientisch das Thema wieder auf Kacke kommen, können große und kleine Leser zukünftig viel dazu beitragen.

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