Das Insektenhotel

Erschienen: Februar 2020

Bibliographische Angaben

 Tomáš Kopecký (Illustrator), Nicole Oberholzer (Übersetzerin)

Couch-Wertung:

90%
Idee
Bilder
Text

Idee

Ein Insektenhotel von innen besuchen und die Krabbler und Kriechtiere und geflügelten Wesen auf du und du kennenlernen - toll.

Bilder

Die Räume habe wenig Insektenhotelmäßiges, sondern sind bunt ausstaffiert wie im Film. Man kann sich nicht sattsehen.

Text

Kleine Steckbriefe vermitteln aus der Sicht der Tiere interessante und wissenswerte Details zu den einzelnen Tierchen.

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Sigrid Tinz
Insektenhotel als Puppenstube

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Mär 2020

Weit mehr als die Hälfte aller Tierarten auf der Erde sind Insekten, Millionen an Arten bevölkern unsere Erde: Libellen, Ohrenkneifer, Heuschrecken, Wanzen, Schmetterlinge,  Läuse, Wespen, Käfer ...  Zählt man nicht nur die aus biologischer Sicht echten Insekten dazu, sondern alles was  kreucht und fleucht, Schnecken, Würmer, Spinnen, sind es noch weit mehr. Und natürlich die beliebten Bienen.
Aber nicht nur Bienen bestäuben unsere Pflanzen, auch Fliegen und Schwebfliegen, Käfer, Hummeln und Schmetterlinge. Und nicht nur das Bestäuben ist der Job der Insekten, sie sind auch wichtig, um tote Pflanzen und Tiere abzubauen. Und sich so darum zu kümmern, dass die enthaltenen Nährstoffe im Boden wieder neu verfügbar sind. All das organische Material verschwindet ja nicht alleine.  Insekten wiederum sind ebenfalls Nahrung für viele Tiere, ohne Insekten keine Gartenvögel, keine Frösche, keine Spitzmäuschen und Igel. Man spricht immer so schön vom Kreislauf des Lebens, vom Werden und Vergehen. Wer in diesem Kreis das Rad dreht, sind die Insekten.
Sie zu schützen und zu fördern ist für uns alle lebenswichtig, denn ihre Lebensräume werden weniger und die Lebensbedingungen immer schlechter. Das weiß mittlerweile jedes Kind, wurde doch bestimmt schon in einer Projektwoche oder vielleicht auf einem Kindergeburtstag ein Insektenhotel gebastelt. Mit einem echten Hotel haben die Kisten, Häuschen und Holzansammlungen wenig gemeinsam. Das ist auch gut so, würde doch sonst kaum ein Insekt einziehen, wenn es dort nicht artgerechte Lebensbedinungen finden würde. Aber warum nicht mal die Fantasie spielen lassen und sich überlegen, wie es wohl zuginge, wäre es eben doch ein echtes Hotel und all die Krabbler, Kriechtierchen und Flügelwesen wären eigene Persönlichkeiten und echte Gäste?
Genau das macht dieses Buch.

Verspielter, bunter Einblick ins Insektenleben

Zu Beginn gibt es eine riesige Ausklappseite, die wie ein Puppenhaus aussieht. Man kann gar nicht genug kriegen, mit dem Finger und den Augen durch die Etagen und Räume zu wandern. Das Schöne: Man bekommt sogar noch mehr! Denn im Verlauf des Buches nimmt sich jede Doppelseite einen Raum vor und lässt uns dort nochmal ganz genau hinschauen: von der Rezeption bis in die Suite, von der Küche bis zum Hotelpool. In jeden Raum sind einige Insekten gestellt, vermenschlicht dargestellt, angezogen, mit Eigenschaften, die sie so zwar nicht haben, aber doch angelehnt sind an ihr echtes Leben: so lässt sich die Bienenkönigin die Füße massieren und die Fingernägel lackieren oder die Libellen hängen am Pool ab. Dazu gibt es kleine Kästen, die einige Infos zu den Tieren erzählen, aus ihrer Sicht und nicht unbedingt immer die Fakten, dieein Biologiebuch für wichtig halten würde. Aber sehr interessant und nett geschrieben, so dass man noch mehr das Gefühl bekommt, keine namenlosen Krabbeltiere vor sich zu haben, sondern eben kleine Persönlichkeiten.

Vermenschlicht und sympathisch

Generell ist es immer heikel, Tiere und Pflanzen zu vermenschlichen. Berühmt dafür ist Alfred Brehm, und sein mehrbändiges illustriertes „Thierleben“, und ist schon zu seinen Lebzeiten im 19. Jahrhundert von Kollegen aus der Wissenschaft scharf dafür kritisiert worden. Wegen der Unfachlichkeit – die aber genau den Reiz ausmacht für normale Menschen. Die schönen Bilder und die ausführlichen verständlichen Beschreibungen, auf „Du und du“ mit den Tieren, nicht nur eine nüchterne, aber korrekte Aneinanderreihung von lateinischen Wörtern und biologischen Fachbegriffen. In Brehms Tierleben wird geliebt und gelebt und gehasst und genossen und gelitten.  Das Vermenschlichen ist ein illustratorischer und erzählerischer Kunstgriff und außerdem artgerecht dem Menschen gegenüber.  Wir alle und nicht nur Kinder lieben Geschichten und zeigen für etwas, das wir so persönlich kennen gelernt haben, mehr Interesse und Gefühl. Und auf einmal hat es Wert – und wird im Falle einer Spinne, einer Ameise, eines Käfers nicht einfach achtlos zertreten.  Sondern mit einer Nisthilfe im Garten begrüßt.

Fazit

Ein Insektenhotel von innen, wie ein Puppenhaus oder eine Kulisse für einen animierten Tierfilm. Wundervoll, wenn auch nicht immer alles biologisch korrekt zugeht. Für ein Referat  oder auch als Bauanleitung ist dieses Buch aber auch nicht gedacht. Sondern um all unsere Garteninsekten und Krabbeltiere persönlich kennen und mögen zu lernen.

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