Couch-Wertung:

92%
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Idee

Originelle Weltenbildung mit außergewöhnlichen Charakteren

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Fantasie- und anspruchsvoll, in sich stimmig, spannend, toll!

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Alexandra Fichtler-Laube
Fantastische Klangwelt

Buch-Rezension von Alexandra Fichtler-Laube Jul 2020

In einer Welt, in der alle lebenden Dinge hörbare Töne und Klänge erzeugen, leben die Kinder Noé und Minu. Noé, ein Waisenjunge, wird in seinem Dorf von Familie zu Familie herumgereicht um alle anfallenden Arbeiten zu erledigen. Beim Wirt des Dorfes befreundet er sich mit Minu, dessen Tochter, die, wie er, der lieblosen und harten Gemeinschaft entrinnen will. Als ein Tonhändler im Dorf seine Töne handeln will, wittern sie ihre Chance und ein großes, klangvolles Abenteuer voller neuer außergewöhnlicher Bekannter und bösartiger Piraten beginnt.

Feuerwerk an Tönen

Eislaternenfischgähnen, Wolkenzauberklang, Sturmwasserdüsterlington, diese und noch mehr unglaubliche Klänge können Noé und die Bewohner der Klangwelt hören. Manche Klänge, wie Neumondregentöne oder Wildbachrauschen werden von Bauern als Dünger für ihre Felder verwendet. Pegasusflügelschläge entführen einen aus der Badewanne direkt ans Meer und Kamillengesang und Brennesselknistern helfen gegen allgemeine Beschwerden wie Husten und Schnupfen.

Nachdem sich Noé dem Händler und seinem Begleiter Farouk, ein Perltonäugling, der farbige und tonhaltige Blasen aus seinem Fell aufsteigen lassen kann, angeschlossen hat, erweitert sich seine Welt immens.

Er bereist die unterschiedlichsten Orte voller neuer Töne und lernt endlich Menschen kennen, die ihm freundlich begegnen. Auch entdeckt er, dass eine seiner Fähigkeiten, nämlich bestimmte Töne zu hören, die die Kinder früher als komisch abgewertet haben, eine wichtige Besonderheit ist.

Auch Minus Fähigkeit Töne singen zu können, entpuppt sich als seltene Gabe. Doch der Händler hat ein trauriges Geheimnis, das ihn das Leben kosten kann, wenn nicht ein ganz besonderer Ton gefunden wird. Dafür müssen Noé und Minu mit Hilfe des Tonsammlers Jaro, des Illusionskünstlers Igor Nowitzki und anderen die üblen Piraten besiegen, die Menschen entführen und deren Töne stehlen.

Spannendes Abenteuer

Verena Petrasch entführt den Lesenden in eine originelle und außergewöhnliche Welt. Ihre Beschreibungen sind wunderschön, melodisch, laden zum Träumen ein und regen die Vorstellungskraft an.

Noé und Minu sind tolle und interessante Charaktere, die aktiv die Geschichte vorantreiben, sich etwas zutrauen und ihr Leben riskieren, um etwas Gutes zu vollbringen. Dabei helfen ihnen einfallsreiche und auch sehr lustige Figuren, die allesamt die unterschiedlichsten Fähigkeiten mit ins Spiel bringen.

Die niveauvolle Sprache ist angefüllt mit großartigen Synästhesien, bei der Töne die eindrucksvollsten Empfindungen auslösen können, die dazu einladen, seine eigenen Töne und Klänge zu kreieren. Hinweise, die immer wieder im Text verstreut sind, werden zum Ende hin zu einer nachvollziehbaren Geschichte verbunden.

Fazit:

Der Händler der Töne ist ein anspruchsvoller Roman für sehr gut und viel lesende Kinder, da er doch sehr viel Fantasie und Vorstellungskraft vom Leser verlangt. Diese Fantasie belohnt den Lesenden mit einer grandiosen Welt voller interessanter Wortkreationen, erfindungsreicher Charaktere und einer sehr spannenden Geschichte um Freundschaft und Zusammengehörigkeit.

Der Händler der Töne

Der Händler der Töne

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