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Idee
Text

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Originelle Weltenbildung mit außergewöhnlichen Charakteren

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Fantasie- und anspruchsvoll, in sich stimmig, spannend, toll!

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Alexandra Fichtler-Laube
Fantastische Klangwelt

Buch-Rezension von Alexandra Fichtler-Laube Jul 2020

In einer Welt, in der alle lebenden Dinge hörbare Töne und Klänge erzeugen, leben die Kinder Noé und Minu. Noé, ein Waisenjunge, wird in seinem Dorf von Familie zu Familie herumgereicht um alle anfallenden Arbeiten zu erledigen. Beim Wirt des Dorfes befreundet er sich mit Minu, dessen Tochter, die, wie er, der lieblosen und harten Gemeinschaft entrinnen will. Als ein Tonhändler im Dorf seine Töne handeln will, wittern sie ihre Chance und ein großes, klangvolles Abenteuer voller neuer außergewöhnlicher Bekannter und bösartiger Piraten beginnt.

Feuerwerk an Tönen

Eislaternenfischgähnen, Wolkenzauberklang, Sturmwasserdüsterlington, diese und noch mehr unglaubliche Klänge können Noé und die Bewohner der Klangwelt hören. Manche Klänge, wie Neumondregentöne oder Wildbachrauschen werden von Bauern als Dünger für ihre Felder verwendet. Pegasusflügelschläge entführen einen aus der Badewanne direkt ans Meer und Kamillengesang und Brennesselknistern helfen gegen allgemeine Beschwerden wie Husten und Schnupfen.

Nachdem sich Noé dem Händler und seinem Begleiter Farouk, ein Perltonäugling, der farbige und tonhaltige Blasen aus seinem Fell aufsteigen lassen kann, angeschlossen hat, erweitert sich seine Welt immens.

Er bereist die unterschiedlichsten Orte voller neuer Töne und lernt endlich Menschen kennen, die ihm freundlich begegnen. Auch entdeckt er, dass eine seiner Fähigkeiten, nämlich bestimmte Töne zu hören, die die Kinder früher als komisch abgewertet haben, eine wichtige Besonderheit ist.

Auch Minus Fähigkeit Töne singen zu können, entpuppt sich als seltene Gabe. Doch der Händler hat ein trauriges Geheimnis, das ihn das Leben kosten kann, wenn nicht ein ganz besonderer Ton gefunden wird. Dafür müssen Noé und Minu mit Hilfe des Tonsammlers Jaro, des Illusionskünstlers Igor Nowitzki und anderen die üblen Piraten besiegen, die Menschen entführen und deren Töne stehlen.

Spannendes Abenteuer

Verena Petrasch entführt den Lesenden in eine originelle und außergewöhnliche Welt. Ihre Beschreibungen sind wunderschön, melodisch, laden zum Träumen ein und regen die Vorstellungskraft an.

Noé und Minu sind tolle und interessante Charaktere, die aktiv die Geschichte vorantreiben, sich etwas zutrauen und ihr Leben riskieren, um etwas Gutes zu vollbringen. Dabei helfen ihnen einfallsreiche und auch sehr lustige Figuren, die allesamt die unterschiedlichsten Fähigkeiten mit ins Spiel bringen.

Die niveauvolle Sprache ist angefüllt mit großartigen Synästhesien, bei der Töne die eindrucksvollsten Empfindungen auslösen können, die dazu einladen, seine eigenen Töne und Klänge zu kreieren. Hinweise, die immer wieder im Text verstreut sind, werden zum Ende hin zu einer nachvollziehbaren Geschichte verbunden.

Fazit:

Der Händler der Töne ist ein anspruchsvoller Roman für sehr gut und viel lesende Kinder, da er doch sehr viel Fantasie und Vorstellungskraft vom Leser verlangt. Diese Fantasie belohnt den Lesenden mit einer grandiosen Welt voller interessanter Wortkreationen, erfindungsreicher Charaktere und einer sehr spannenden Geschichte um Freundschaft und Zusammengehörigkeit.

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Letzte Kommentare:
21.10.2020 16:07:19
Leila

Das Buch führt durch die bezaubernde Welt der Töne, die so gut beschrieben sind, dass man sie beinahe zu hören glaubt. Dieser Zauber lässt einem dann auch fast vergessen, was da eigentlich im Verlauf des Buches noch so alles beschrieben wird: Es gibt Klangpiraten, die stinken und nur ecklige Dinge essen und trinken und einfach nur böse sind. Sie rauben den Menschen ihre Klänge , um so mehr Macht zu bekommen. Diese Menschen leben dann als Klanglose, eine Art Geister weiter und sind verdammt, ewiglich in diesem Zustand zu bleiben. Wie der Vorgang der Enteignung vor sich geht, wird dem Leser dann auch nicht erspart. Es handelt sich um eine Art Menschenopfer, während dem der Mob darauf wettet, wer von den Opfern am längsten überlebt und wie lange das letzte Opfer durchhält. Dazwischen prügeln sie sich, da sie sonst nicht wissen, was sie tun sollten. Mich schockieren solche abartigen Phantasien von Autoren in Kinderbücher und ich frage mich, ob sie ihrem Kind so etwas wirklich zu lesen geben würden. Was ist genau der Nutzen davon, wenn Kinder so etwas lesen? Müssen die Kinder bereits mit 10 Jahren schon mit hinterrücks, bewusste durchgeführten Mord konfrontiert werden? Soll das ein Zeichen von Mut und Stärke sein, wenn sie das aushalten können? Ich finde es sehr schade, denn die Idee mit den Tönen ist an sich sich sehr schön und erfüllend und bringt einem dazu auch die Töne im unserem Alltag wieder bewusster wahrzunehmen.

28.07.2020 15:28:32
PMelittaM

Noé hat jung seine Eltern verloren und wurde dann im Dorf hin und her gereicht. Als er die Möglichkeit hat, dieses zu verlassen, ist er sehr froh, auch wenn er seine Freundin Minu zurücklassen muss – doch das ist hoffentlich nicht für lange. Mit dem Händer der Töne reist er nun durch die Welt.

Verena Petrasch hat ganz schnell mit ihrer Phantasie bei mir gepunktet, die Welt, die sie erschaffen hat, die Wesen darin, die Töne – das ist unglaublich beeindruckend, und hat mich stellenweise sogar an Michael Ende erinnert. Eine Welt, in der sich alles um Töne dreht, und alles einen eigenen Klang hat – die Autorin findet dabei einen Erzählstil der das alles fassbar macht, die verschiedenen Töne, man kann sie regelrecht hören, dazu sind sie noch sehr individuell benannt, herrlich. Manchmal jedoch muss etwas viel erklärt werden, was die Story aufhält. Und auch zwischendurch gibt es hin und wieder langatmigere Szenen, aber ein Kinderbuch braucht auch keine durchgehende nervenzerfetzende Spannung.

Die Story ist nicht nur phantasievoll, sondern auch teilweise recht düster, da geht es um Schmerzen und Verlust; die Klangpiraten sind sehr böse und relativ brutal – aber hier kommt es auch zu spannenden Szenen. Aber auch Freundschaft, Mut und Trost sind Themen – und Humor spielt ebenso seine Rolle.

Die Charaktere haben mir gut gefallen, allen voran Noé, der gute Identifikationsmöglichkeiten bietet. Der ein oder andere Charakter bringt auch Humor ins Spiel, wie Nagaina und ihre besonderen Tiere oder der Tonillusionist Igor Nowitzki, dem nicht alles so gelingt wie geplant. Besonders gut gefallen hat mir Farouk, der Perltonäugling, der mehr ist als nur ein Reittier (man kann ihn auch auf dem Cover bewundern).

Verena Petrasch hat sehr phantasievoll eine interessante Welt, die sich um Klänge und Töne dreht, erschaffen und zieht den Leser mittenhinein. Der Roman ist gut geeignet für Kinder ab 10 Jahre, die schon ein bisschen Erfahrung mit Fantasy haben und nicht allzu sensibel sind, kann aber auch Ältere verzaubern 86%

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