1,2,3,4, wie viele Mäuschen siehst Du hier?

  • cbj
  • Erschienen: Oktober 2005
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Kinderbuch Couch
72%1001

Kinderbuch-Couch Rezension vonOkt 2005

Idee

Eine gelungene Kombination aus Spaß und Humor schafft die richtige Grundlage für konzentrierte Augenblicke und erstes Umgehen mit Zahlen. Die Katze wirkt in ihrer Darstellung etwas überzogen.

Bilder

Detaillierte Zeichnungen mit vielen lustigen Hinguckern. Die perspektivisch gezeichneten Bilder vermitteln Spannung und regen die Phantasie an.

Text

Leicht verständlich, aber durch die Fülle von Aktion, Hektik und Darstellern, wird die Geschichte unübersichtlich. Stärker strukturierte Episoden mit weniger Text hätten der Intention gedient.

Jutta Langreuter und Regine Altegoer bieten dem jungen Lesekind muntere, schwungvolle Unterhaltung und regen durch die als Suchbilder angelegten Illustrationen zum genauen Hinsehen und Nachzählen an.

Eine lustige Mäusefamilie hat sich ausgerechnet in der Wohnung der Katze Jolanda eingenistet. Obwohl das Leben der Mäuse sich hier sehr turbulent und nervenaufreibend gestaltet, fühlen sie sich wohl. Am Geburtstag der Zwillinge Willi und Lilli möchten sie ein großes Fest feiern. Sie beobachten Jolande von ihrem Mauseloch aus genau. Sobald diese nun das Haus verlässt, kommt Leben in die Mäuseschar. Sie verlassen ihr Loch und tragen alle verfügbaren Köstlichkeiten zusammen. Zu dumm nur, das die eitle Jolande sich an diesem Tag nur schwer entscheiden kann, welchen Hut sie bei Ihrem Ausflug tragen möchte. Ein ums andere Mal kehrt sie in die Wohnung zurück, um sich im Spiegel zu betrachten, den Hut zu tauschen oder einen Regenschirm zu holen. Da wird natürlich das Mauseleben kräftig durcheinander gewirbelt, denn sobald Jolande den Raum betritt, gilt für die Mäuse nur noch Eines: Alles stehen und liegen lassen und so schnell wie möglich ins Mauseloch zurück. Einige von Ihnen haben Pech und schaffen es nicht mehr rechtzeitig, sie müssen ein anderes Versteck finden. Aufgabe der Lesekinder ist es nun, diese Mäuse jeweils zu finden und, wenn sie es schon können, diese zu zählen.

Mit den verheissungsvollen Sätzen: ";Da - ein Geräusch von der Vortreppe her, kaum hörbar. ";Sie kommt zurück!"; kreischt Frodo."; gelingt es der Autorin Jutta Langreuter sofort, das zuhörende Kind an die Geschichte zu fesseln. Schnell findet es nun Zugang zu den Darstellern, einer zehn-köpfigen Mäuseschar, allesamt sympatische, quicklebendige und pfiffige kleine Kerle. Die Katze Jolande, obwohl ihre grausamste Tat in dieser Geschichte das Betrachten ihrer Krallen ist, wird schnell als das vermeintlich Böse erkannt. Sie wird allerdings so sehr vermenschlicht und entspricht in allen Belangen dem Klischee der arroganten Mieze, dass man als Vorleser fast geneigt ist, die Gattung Katze in Schutz zu nehmen. Jolande trägt Ohring, Pelzmantel und Ring am Schwanz, sie kann sich nicht für den passenden Hut entscheiden und scheint den größten Teil ihres Lebens damit zu verbringen, sich durch geschminkte Schlitzaugen zu bewundern und sich dabei vor dem Spiegel von rechts nach links zu drehen. Diese Darstellung wirkt für manche sicher zu dick aufgetragen.

Durch die sich wiederholende Situtation - die unvorhergesehene Rückkehr der Katze in die Wohnung - und das nun folgende panische Durcheinander der flüchtenden Mäuse - steigt die Spannung stetig an. Ebenso tragen die detaillierten Beschreibungen der im Grunde unspektakulären Handlungen von Jolande und die witzig formulierten Kommentare der Mäuse zum Erhalt der Spannung bei. Leider läuft die Geschichte aber Gefahr, ob der großen Anzahl von Darstellern, deren ähnlich klingende Namen überflüssiger Weise permanent erwähnt werden, und der Vielzahl an Ereignissen, zu überfordern und unübersichtlich zu werden. Ein bisschen weniger Wirrwarr hätte der Geschichte gut getan.

Glücklicher Weise gelingt es aber durch die großen, oft doppelseitigen Illustrationen, wieder etwas Ruhe zu verbreiten. Zwar spiegeln auch die Bilder durch ihre bewusst überzogene perspektivische Darstellung und die vielen Details ebenfalls die Aufregung und Hektisch der geschilderten Situation, aber sie überfordern nicht. Sie stehen in gut erkennbarem Zusammenhang zum Vorgelesenen und geben dem Ganzen damit wieder etwas Struktur. Warme Farben und eine gelungene Darstellung zumindest der Mäuse sowie eine Vielzahl von witzigen Details bieten jede Menge Hingucker für das Kind und regen zum Verweilen auf den Seiten an. Dies ist besonders erwünscht, denn jede Doppelseite endet mit der Frage, wieviele Mäuse es nicht geschafft haben, das schützende Mauseloch zu erreichen. Diese Mischung aus Geschichte und Illustration ist eine gute Hilfestellung, wenn man sein Kind spielerisch anregen möchte, das Zählen zu üben und sich für eine kurze Weile zu konzentrieren.

Fazit:

Ein Buch mit dem man nichts falsch machen kann. Es erzählt eine turbulente, spannende Geschichte und besticht durch schön gestaltete Illustrationen.

Antje Saam

1,2,3,4, wie viele Mäuschen siehst Du hier?

Jutta Langreuter, cbj

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