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Idee
Bilder
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Idee

Realistische Situationen und authentische Hauptfiguren zeigen durch die Bewältigung schwieriger Situationen, dass jedes Kind es schaffen kann, sich zur Wehr zu setzen.

Bilder

Bilder treten in diesem Buch deutlich in den Hintergrund, lockern die Geschichten eher etwas auf und werden trotzdem sinnvoll in die Erzählungen integriert.

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Eine Sprache, die ohne Beschönigungen auskommt und sehr nah am Kind ist. Kurze, prägnante Sätze und viele Dialoge, aber auch die Darstellung der Emotionen, die die Hauptfiguren bewegen, sorgen für schnelles Verständnis.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Okt 2005

Der zweite Band der Reihe ";Gegen Gewalt"; aus dem Loewe Verlag möchte Kinder stark gegen Gewalt jedweder Art machen und Ihnen das dafür nötige Selbstvertrauen vermitteln. Neben den fesselnden Geschichten liefert dieses Buch noch viele Tipps und Hilfestellungen, wie sich die betreffende Person aus einer Krisensituation befreien kann.

Sechs Geschichten erzählen von verschiedenen Krisensituationen, welche die Hauptfiguren bewältigen müssen. In jederm Kapitel sehen sich die Kinder einer anderen Form von Gewalt ausgesetzt:

Da ist zunächst Tilda. Tilda wird in der Geschichte ";Gemein ist geheim"; von den ";fiesen Vier";, einer Mädchengang aus der vierten Klasse tyrannisiert. Schubsen, Beinchen stellen und verbale Attacken gehören zu dem täglichen Ritual, welches Tilda schon viel zu lange erdulden muss. Und dann immer dieser fiese Satz: ";Gemein ist geheim!"; Tilda will schon gar nicht mehr zur Schule gehen, so sehr leidet sie unter den Mädchen. Tilda merkt, dass sie dringend mit jemandem reden muss. Bloß: Mit wem?! Mama ist kaum zu Hause. Und wenn sie zu Hause ist, ist sie so gestresst, dass Tilda ihr nicht auch noch zur Last fallen will. Und Papa? Der ist immer arbeiten und kommt oft erst nach Hause, wenn Tilda schon im Bett ist. Irgendwann beschließt Tilda, sich ihrer besten Freundin Hanna anzuvertrauen und gemeinsam wollen sie den fiesen Vier jetzt die Stirn bieten. ";Gemein ist nämlich gar nicht geheim";, denken die zwei Mädchen und Tilda merkt, dass die Angst jetzt nur noch klitzeklein ist. Und tatsächlich gelingt es den beiden, die Widersacherinnen in die Defensive zu drängen.

In der Geschichte ";Dicke Dina, dünne Haut"; ist das Mädchen Dina den Verbalattacken ihrer Mitschüler ausgesetzt, denn die hänseln sie bei jeder Gelegenheit. Als der Klassenlehrer, Herr Bolle, diese Gemeinheiten mitbekommt, macht er dies zum Thema des Unterrichts. Der Lehrer macht seinen Schülern klar, dass es Wut ist, die die Kinder so gemein werden lässt und dass Wut eigentlich nichts weiter ist, als ein Gefühl, wie z.B. Angst. Bei jedem äußert sich dieses Gefühl anders. Manche schreien, andere werden ganz klein, andere müssen viele Süßigkeiten essen, damit die Wut nicht mehr so schlimm schmeckt. Die Klasse ist sich einig, dass man lernen muss, mit der Wut umzugehen. Und gemeinsam stellen der Lehrer und die Schüler Regeln auf, was man machen kann, wenn man merkt, dass die Wut hochsteigt: Tief einatmen und bis zehn zählen und dabei an etwas schönes denken.

Dina merkt schließlich, dass Wut, wenn man sie kontrolliert, eine tolle Kraft sein kann. Aus Dinas Wut ist Mut geworden. Zum erstenmal, seit langer Zeit, kann das Mädchen wieder glücklich nach Hause gehen.

Auch die weiteren der insgesamt sechs Geschichten erzählen von Formen der Gewalt. In der Geschichte ";Felix´ Detektivheft"; schafft Felix es ganz alleine und sehr clever, sich gegen Nicola zu behaupten, die immer seine Sachen klaut und seine Hausaufgaben als ihre eigenen ausgibt. Geschickt arrangiert Felix es so, dass alle mitbekommen, was Nicola getan hat.

Elisabeth Zöller knüpft mit ihren Büchern ";Gegen Gewalt"; an eine erschreckende Entwicklung unserer Gesellschaft an. Die gestiegene Gewaltbereitschaft schon unter Jugendlichen und Kindern ist leider zu einer bitteren Realität geworden. Mit dem Buch "; Jetzt bist du dran!"; ermutigt die Autorin Kinder dazu, sich selbst zu behaupten und zu erkennen, wieviel Stärke in ihnen steckt.

Denn oft stehen die Opfer vor Problemen, die für sie schier unlösbar erscheinen etwa, wie sie sich wehren können, wenn die Widersacher in der Überzahl sind und auch noch wesentlich älter?! Kann ein Erstklässler sich überhaupt gegen vier Viertklässler behaupten? In den Geschichten wird deutlich, wie wichtig es ist, dass man über erfahrene Gewalt redet. Mit den Eltern, dem Lehrer oder mit Freunden. Denn alleine das Reden und das Gewinnen von ";Verbündeten"; stärkt das Selbstbewusstsein und bringt die Sicherheit zurück.

Sensibel beschreibt die Autorin, welcher Art von Gewalt schon Kinder ausgesetzt sind. Körperliche und verbale Gewalt werden in den fesselnden Geschichten thematisiert. Die Sprache, die von der Autorin verwandt wird, ist aus dem Leben der Kinder gegriffen. Sprachbarrieren oder Verständnisschwierigkeiten können so erst gar nicht entstehen. Für viele Kinder wird die ein oder andere Situation aus den Geschichten nicht unbekannt sein, denn Gewalt gehört oft schon in Kindergärten und Grundschulen zur Tagesordnung. Gerade deshalb kann dieses Buch als Gesprächsgrundlage dienen. Es macht den Versuch, Kindern eine Hilfestellung zu geben. Dies allein wird aber sicher nicht reichen, Kinder ausreichend zu stärken.

Hilfreich sind sicherlich die Tipps am Ende einer jeden Geschichte, die Möglichkeiten aufzeigen, wie man mit erfahrener Gewalt umgehen kann. Am Ende des Buches gibt die Autorin den Kindern noch ein Wörterbuch an die Hand. ";Ein Wörterbuch für wirklich Starke";. Hier werden noch einmal die wichtigsten Begriffe erläutert. Begriffe wie ";fair"; und ";unfair";, ";Grenze";, ";Schreien";, ";Mut"; und ";Hilfe holen";. So bekommen auch Kinder, die mit keiner Vertrauensperson reden möchten, die wichtigsten Dinge noch einmal vor Augen geführt und eine Hilfestellung an die Hand gegeben.

Fazit:

";Jetzt bist du dran!"; möchte Selbstvertrauen geben und macht auf eindrucksvolle Weise deutlich, dass es wichtig ist, Verbündete zu haben. Für Eltern, Lehrer und Kinder bietet dieses Buch eine gelungene Gesprächsgrundlage und Ansätze zur Gewaltprävention.

Simone Brinkschulte

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