Der Weihnachtsmann mit Brille und Glatze

Erschienen: Oktober 2005

Couch-Wertung:

86%
Idee
Bilder
Text

Idee

Durch die lebensnahe, lebendige Darstellung der Charaktere ist es der Autorin gelungen, eine sehr schöne Weihnachtsgeschichte mit viel Tiefgang über die Bedeutung des „Schenken“ zu schreiben.

Bilder

Die Illustrationen unterstützen die Geschichte hervorragend, der Lichterglanz der Weihnachtszeit strahlt auf den Leser. Die Charaktere sind einfach zum „Liebhaben“ und zeichnen sich durch ihre Warmherzigkeit aus.

Text

Der einfache, verständliche Text, sehr lebendig und lebensnah geschrieben, lässt die Botschaft klar erkennen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Okt 2005

Wie sieht der Weihnachtsmann eigentlich aus? Die Frage taucht unweigerlich auf, wenn das Weihnachtfest vor der Tür steht. Die Autorin Mira Lobe gibt in ";Der Weihnachtsmann mit Brille und Glatze"; erschienen im Jungbrunnen Verlag eine Antwort. Passend zur Weihnachtszeit eine wunderschöne Geschichte über das Liebhaben und über die Freude, einem anderen Menschen ein besonderes Geschenk zu machen.

Lena und Lotte, ein süßes, blondes Zwillingspärchen, steckt vier Wochen vor Weihnachten schon mitten in den Vorbereitungen. Sie haben für Ihre Lieben schon alles beisammen, als sie bemerken, dass ihr Sparschein leider leer ist und dabei fehlt ihnen doch noch das wichtigste Geschenk: Lena das für Lotte und Lotte das für Lena. Da beschließen sie, sich dieses Jahr nichts zu schenken. Aber sie denken doch immer wieder daran, was die andere sich wünscht und wissen auch genau, wo sie es bekommen würden.

Einen Tag vor Weihnachten geht Lotte in den Spielzeugladen, um für Lena den Bären zu kaufen, den sie sich als Freund für ihren schwarzbraunen Bären wünscht. Aber sie hat nicht soviel Geld! Da schlägt der freundliche Verkäufer ihr ein Tauschgeschäft vor und Lotte tauscht ihren geliebten, roten Puppenwagen gegen den Bären. Etwas später steht Lena vor dem gleichen Spielzeuggeschäft und möchte den Sonnenschirm für Lottes Puppenwagen kaufen. Der freundliche Verkäufer wundert sich, denn das kleine Mädchen war doch gerade schon einmal da! Da sie auch kein Geld hat, tauscht sie den Sonnenschirm gegen ihren schwarzbraunen Teddy ein.

Am Weihnachtsabend sind alle mit ihren Vorbereitungen beschäftigt und nach und nach treffen alle Besucher ein, doch da klingelt es wieder. Und dann noch einmal, das ist das Weihnachtsglöckchen. Lena und Lotte staunen nicht schlecht: den Weihnachtsmann scheint es ja doch zu geben….

Bei dieser kleinen Geschichte von Mira Lobe wird einem wirklich warm um´s Herz. Das liegt vor allem an den wunderschönen, sehr stimmungsvollen Illustrationen von Alessandra Roberti, die die Advents- bzw. Weihnachtszeit perfekt in Szene setzen. Die Illustrationen in gewischter Pastellkreide zaubern eine verträumte, feierliche Stimmung oder eine verschneite, weiche Landschaft. Unterstützt wird die Stimmung natürlich durch die entsprechende Weihnachtsdekoration, besonders aber durch die Farbauswahl, die auf die jeweilige Situation perfekt abgestimmt ist: die Winterlandschaft in grau/weiß, der Traum in dunklen Tönen, das Zimmer und das Spielwarengeschäft strahlen hell, freundlich warm, und harmonisch. Hervorragend finde ich auch die Darstellung der Charaktere in Größe und gewähltem Bildausschnitt, denn die Charaktere stehen immer im Mittelpunkt des Blicks. Man taucht ein in die weihnachtliche Winterwelt, besonders durch den perspektivischen Blickwinkel einiger Illustrationen, die sehr kindgerecht sind: Lotte im Spielzeugladen vor der großen Theke, Lotte vor ihrem hohen Schrank, in dem sie den Teddy für Lena versteckt oder Lena vor dem Schaufenster des Spielzeugladens.

Die Geschichte hinter den Bildern ist beeindruckend und hat eine einfache Botschaft: ";Weihnachten ist das Fest der Liebe!"; Das niedliche Zwillingspärchen ist die ideale Besetzung, denn sie verstehen einander perfekt und kennen daher so gut wie kein anderer, den sehnlichsten Wunsch des anderen. Eine weitere Botschaft ist meiner Meinung die Selbstlosigkeit der beiden Mädchen. Jede möchte der anderen, einen lang ersehnten Wunsch erfüllen und ist bereit, ihr ";liebstes"; Stück dafür fort zugeben. Die Ironie dabei ist, dass das Geschenk ohne die Lieblingsstücke (Bär und Puppenwagen) keinen Sinn mehr macht. Der Wille der beiden Mädchen, ein solches ";Opfer"; zu bringen, wird von dem Mann im Spielzeugladen erkannt und diese selbstlose Art zu schenken auf ";weihnachtsmännische"; Art belohnt.

Die wörtliche Rede und die kleinen Dialoge lockern den Text auf, der lebendig und lebensnah ist und so ist die Geschichte einfach zu verstehen. Aber: wer glaubt denn heute noch an den Weihnachtsmann? Lena und Lotte eigentlich auch nicht, denn sie kaufen ja schließlich schon selbst die Geschenke für ihre Lieben ein. Da wird der Bogen gespannt - bis zum Ende der Geschichte. Denn wer, wenn nicht der Weihnachtsmann, kann diese Überraschung unter den Weihnachtsbaum gelegt haben? Die kleine Weihnachtsgeschichte von Mira Lobe, erschienen im Jungbrunnen Verlag, ist emotional sehr anrührend, meiner Meinung nach bereichernd, denn sie regt gleichermaßen die Fantasie an, wie sie auch zum Weiterdenken anregt. Wer oder was kann Weihnachten/der Weihnachtsmann sein? Für jeden hat das ";Fest der Liebe"; eine andere Geschichte parat. Diese gefällt mir sehr gut, vor allem auch, weil sie jedes Jahr wieder von neuem hervorgeholt werden kann und nichts von ";ihrer Geschichte"; verliert. Aber Vorsicht: wer bringt eigentlich die Geschenke? Der Nikolaus, Santa Claus, der Weihnachtsmann oder das Christkind? Darüber sollte man sich schon klar sein, denn ansonsten tauchen sicherlich Fragen auf, die den Vorleser in Erklärungsnot bringen können.

Fazit:

Weihnachten mit Kinderaugen erleben. Schon in der Adventzeit mit den Vorbereitungen beginnen. Dazu gehören auch die gemütlichen Vorlesestunden mit heißem Kakao in einer gemütlichen Kuschelecke. Diese warmherzige Geschichte über die Liebe, den Sinn des Schenkens und über den Weihnachtsmann ist genau richtig, um Weihnachtsträume wahr werden zu lassen. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja doch einen Weihnachtsmann irgendwo hier unter uns?!

Rufina Wieners

Der Weihnachtsmann mit Brille und Glatze

Der Weihnachtsmann mit Brille und Glatze

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