Was für'n Müll! Schritt für Schritt zum Umwelthelden

Erschienen: Februar 2021

Bibliographische Angaben

aus dem Englischen von Tamara Bartl; Illustrationen von Sarah Horner; Broschur, 160 Seiten

ISBN: 9783473530007

Couch-Wertung:

88%
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Zahlreiche Tipps und Anregungen, die in Summe einen großen Beitrag zum Umweltschutz leisten können. Gut verständlich erklärt und nachahmenswert.

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Die Illustrationen lockern die Buchseiten angenehm auf und treffen den agilen und fordernden Ton des Buches.

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Die Texte erklären gut verständlich komplexe Zusammenhänge, sie sprechen direkt an und fordern zum Mitmachen auf.

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Claudia Goldammer
Also, ran an die Arbeit

Buch-Rezension von Claudia Goldammer Apr 2021

Das Thema Umweltschutz ist trotz der 2020 von Deutschland erstmals erreichten Klimaschutzziele so aktuell wie eh und je. Greta Thunberg setzt den „skolstreijk för klimatet“ fort und viele tausend Kinder folgen weiterhin ihrem Beispiel. Denn: Im Pariser Klimaabkommen hat sich die internationale Staatengemeinschaft auf die Begrenzung der Erderwärmung um nicht mehr als 1,5 Grad verständigt und noch immer sind wir weit davon entfernt. Wenn sich Politiker*innen und Umweltaktivist*innen überlegen, wie dieses Ziel erreicht werden kann, müssen sie natürlich große Brötchen backen und z.B. über die Senkung von CO2-Emmissionen der Industrie nachdenken.

Doch auch in dieser Angelegenheit gilt „Kleinvieh macht auch Mist“, bezogen auf den Klima- und Umweltschutz sogar ordentlich. Es reicht, sich einmal anzusehen, wie viel Plastikverpackung eine Familie im Laufe einer Woche ansammelt: von Joghurtbechern über Shampooflaschen bis hin zur Alu-Verpackung des Pausenbrotes ist alles dabei. Wen das noch nicht überzeugt, der kann einen kritischen Blick auf die eigene Fortbewegung werfen. Ist das Fahrrad im Keller vielleicht schon arg verstaubt und wird lieber das Auto genutzt, obwohl sowohl der Arbeitsweg als auch die nächste Einkaufsmöglichkeit oder das Fußballtraining gar nicht sooo weit weg sind?

„Also, ran an die Arbeit“ rufen Clive Gifford und Jacquie Wines aus, nachdem sie im vorliegenden Buch Was für’n Müll. Schritt für Schritt zum Umwelthelden. Dein Handbuch gegen den Klimawandel einleitend kurz dargelegt haben, wie sich der Klimawandel bereits bemerkbar macht (geschrumpfte Gletscher oder ungewöhnlich heftige Waldbrände) und welche Perspektiven uns erwarten, wenn wir so weitermachen wie bisher.

Unterteilt in 7 Kapitel haben sie 88 Punkte zusammengetragen, mit denen jeder im Alltag einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann. Beginnend mit kurzen Erläuterungen zum Thema geben sie weiterführend Tipps und Anregungen, wie das eigene Handeln hinterfragt und klimafreundlicher verbessert werden kann.

Umweltschutz fängt zu Hause an

Zunächst wird der eigene Haushalt unter die Lupe genommen und eine umfassende Bestandsaufnahme gemacht: Heizen, Lüften, Geräte im Stand-By-Betrieb, Waschroutinen. Darauf aufbauend geben die Autoren zu jedem Punkt eine kurze Erläuterung, etwa, dass der Stand-By-Modus Strom verbraucht und dieser natürlich auch irgendwie hergestellt werden muss. Nachdem der eigene Haushalt einmal durchleuchtet wurde, widmen sich die nächsten Kapitel weiterführenden Themen wie „Draußen“, „Einkaufen“ oder „Recycling“.

Was sich durch das ganze Buch zieht, ist die direkte Ansprache, die sowohl eine Verbindlichkeit generiert als auch Teamgeist hervorruft. Fragen werden direkt adressiert: „Wusstest du…?“, ebenso wie Aufforderungen „Starte…“ oder „Sei kein Modeopfer“. Unter der Überschrift „Jetzt bist du dran“ gibt es zudem Unterkapitel, die noch einmal Ideen und Anregungen zum aktiven Umweltschutz aufzeigen und zum Mitmachen anregen. Eingestreut in die verschiedenen Tipps sind immer wieder kurze und leicht verständliche Erklärungen zu den wichtigsten Zusammenhängen oder Effekten, wie Treibhausgase, Treibhauseffekt, die Bedeutung von Bäumen oder der Ozonschicht.

Es ist zu vermuten und naheliegend, dass Clive Gifford und Jacquie Wines sich bei der Erstellung ihrer Anregungen an den Regeln und Gewohnheiten ihrer Heimatländer orientiert haben. Jedoch wurden diese bei der Übersetzung des Buches nicht angepasst, was an der einen oder anderen Stelle für Verwirrung sorgen kann. Der Tipp, einen Ausflug zum Recycling-Center zu unternehmen, um ein eigenes Recycling-System zu entwickeln, sollte hinfällig sein, da nur die vor dem Haus stehenden braunen, gelben, blauen und schwarzen Tonnen genutzt werden müssen. Bevor sich manch Umweltschützer*in daran macht, den Tipp umzusetzen, auf die Autowäsche zu verzichten und das Auto mit einem Eimer Wasser und einem Schwamm zu reinigen, sollte man sich dringend erkundigen, ob die örtlichen Vorschriften das überhaupt erlauben.

Für Personen, die einen gewissen Druck brauchen, um mit einer Sache voranzukommen, gibt es zahlreiche Angebote, von Selbstverpflichtungserklärungen, bereits aufgestellten Regeln, die man sich wie ein Poster in die Wohnung hängen könnte (z.B. für die Nutzung der Waschmaschine) oder auch Checklisten, die dabei helfen, den eigenen Umweltsünden auf die Spur zu kommen. Die abwechslungsreiche Gestaltung wird auch in den fröhlich und dynamisch gezeichneten Charakteren unterstrichen, die durch das ganze Buch begleiten.

Es versteht sich übrigens von selbst, dass auch bei der Produktion des Buches des Thema Umweltschutz im Fokus stand. Daher wurde nicht nur FSC-zertifiziertes Papier verwendet, sondern darüber hinaus für die Menge an CO2, die beim Druck ausgestoßen wurde, ein Geldbetrag für ein Klimaschutzprojekt gespendet.

Fazit

Umweltschutz gelingt nur, wenn alle mitmachen. Clive Gifford und Jacquie Wines zeigen, wie leicht es ist, sich unkompliziert und aktiv für eine lebenswertere Umwelt zu engagieren. Unbedingt nachmachen!

Was für'n Müll! Schritt für Schritt zum Umwelthelden

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