Das stumme Haus

Erschienen: Februar 2021

Bibliographische Angaben

Hardcover, 208 Seiten

ISBN: 9783737358255

Couch-Wertung:

95%
Idee
Text

Idee

Ein super aktuelles Buch über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf verschiedene Menschen.

Text

Das Buch schafft es hervorragend die Enge, Stille und den Stress zu schildern, die Corona in vielen Familien auslöst. Es ist aber auch voller Abenteuerlust und kindlicher Kreativität.

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Alexandra Fichtler-Laube
Trügerische Stille in einem Wimmelhaus

Buch-Rezension von Alexandra Fichtler-Laube Mai 2021

In Nikolais Wohnhaus wimmelt es wie in einem Kaninchenbau. Ständig ist Gewusel, Krach und Lachen zu hören. Vielfältige Gerüche, eine breite Auswahl an Sprachen und eine beachtliche Anzahl an Kindern verteilen sich auf fünf Etagen. Jung und Alt leben ganz nah beieinander. Was sie eint ist die Adresse und ganz neue, sichtbare Risse in einer Fassade voller Leben und Träumen.

Kindlicher Einfallsreichtum ist nicht zu bremsen

Nikolai teilt sich sein kleines Zimmer mit seiner Zwillingsschwester Nina. Wie so viele im Haus versuchen sie mit dem wenigen Platz auszukommen, der ihnen zur Verfügung steht. Die Nachbarn helfen sich gegenseitig, zumal die Kinder jede Distanz zwischen den Familien verkleinern. Natürlich gibt es auch hier grummelige und mysteriöse Hausbewohner, die entweder nur meckern oder von denen man noch nie ein Wort gehört hat.

In all den Trubel platzt plötzlich die Corona-Pandemie. Alle Türen müssen geschlossen bleiben, Kontakte sind verboten und das neue Virus verbreitet Angst. Fehlender Platz, um einmal ungestört zu sein, fehlende technische Ausstattung, um am Homeschooling teilnehmen zu können, und Geldmangel, weil plötzlich die Arbeitsstelle wegfällt, machen allen zu schaffen. Alle Kinder leiden an der Enge und der Einsamkeit, der fehlenden Bewegung und auch an zu viel Nähe. Streit wird immer häufiger und auch Traurigkeit.

Nikolai und Nina verbringen viele Stunden mit dem Blick aus dem Fenster. Als ihnen auf der Baustelle gegenüber ungewöhnliche Aktivitäten auffallen, erwachen die Kinder aus ihrer Lethargie und bringen mit viel Fantasie und Kreativität wieder Bewegung in die Hausgemeinschaft. Dabei stellen sie fest, wie gut Gemeinschaft und gemeinsame Ziele sind. Vor allem, wenn ein Mitschüler wirklich Hilfe benötigt, müssen die Kinder auch die Erwachsenen in ihre Detektivarbeit mit einbeziehen.

Ein besonderes Buch, das aufrüttelt

Das stumme Haus zeichnet ein realistisches Bild vom Leben vieler Kinder und ihrer Familien in unserem modernen Deutschland. Nikolais Haus ist generationen- und nationenübergreifend und genauso abwechslungsreich wie das Leben selbst.

Das Buch zeigt die Auswirkungen, die Corona auf viele Familien hat. Es zeigt Kindern, die diese Erfahrungen täglich machen, dass sie gesehen werden, und es gibt anderen Kindern einen realistischen und eindrücklichen Einblick in deren Leben. Das regt die Empathie und zum Nachdenken an. Bei allem Ernst macht dieses Buch aber auch Spaß. Wie bei den Kindern aus Bullerbü sind die Kinder abenteuerlustig, einfallsreich und für jede aufregende Detektivarbeit zu haben.

Fazit

Das stumme Haus beschreibt den Stillstand und die Katastrophe, die Corona über viele Menschen in Deutschland gebracht hat, sehr eindringlich und realistisch. Und doch ist es voller Aufbruch, Freude und Gemeinschaftlichkeit. Es ist ein Buch, das aktuell, modern und voller kindlicher Energie ist. Sehr zu empfehlen!

Das stumme Haus

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