Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
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Idee

Von Anfang an wird der Leser mit in die Handlung einbezogen und bis zum Ende von Spannung und Information gefesselt, ohne dass eine Überflutung von Details entsteht.

Bilder

Neben Zeichnungen, Reproduktionen, Ansichtskarten, Schaubildern und Landkarten ist dieses Buch voll von wunderschönen Zeichnungen, die einen fantastischen Eindruck eines fantastischen Landes entstehen lassen.

Text

Der Text versteht es, trotz aller gebotenen Kürze, den Leser zu faszinieren und bleibt, trotz der Übermacht von Illustrationen und Extras, für die Handlung wichtig und spannend.

Leser-Wertung

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Okt 2005

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*. Man glaubt fast ein ";Original"; in den Händen zu halten, so sehr ist dieses Buch angefüllt mit allerlei Details, Erinnerungsstücken und Skizzen, wie es nur in einem echten Tagebuch ehemaliger Entdecker, Archäologen oder gar Grabjäger sein kann.

Eine Expeditionsgruppe begibt sich im Jahr 1926 in das ferne Ägypten, um das Grab des Osiris zu suchen und verschwindet auf rätselhafte Weise. Zwanzig Jahre, nach dem Verschwinden von Emily Sands, einer Britin aus höheren Kreisen, taucht ein Reisetagebuch der passionierten Ägyptologin auf und gibt ihrer Nichte, Joanna Sutherland, Rätsel auf. Im Jahr 2004 entschließt sich die Verwandte, die Aufzeichnungen einem Verlag zu übergeben, um das Geheimnis der Verschwundenen zu lüften.

Unterstützt von Künstlern und Ortskundigen macht Emily Sands, sich auf die lange und mühsame Suche nach einem der größten Geheimnisse des alten Ägypten...

";Expedition ins alte Ägypten"; ist ein Sachbuch der ganz besonderen Art. Gemeinsam mit einer Reisegruppe, die Ägypten zum ersten Mal erleben darf, bekommen Kinder die Möglichkeit, sich einen Eindruck von Kultur, Geschichte und Lebensart in dem fernen Land zu verschaffen.

Das Buch ist in Form eines alten Reisetagebuches erschienen und wirkt so für Kinder (und Erwachsene) besonders spannend und authentisch. Herausragend und überzeugend ist dieses Kindersachbuch durch die optische Gestaltung. Mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem ";Book Award for Design and Product";, bekommen wir hier ein wahres Kunstwerk an die Hand geliefert. Nicht nur der goldene Außeneinband ist aufwändig und fällt somit sofort aus dem Rahmen, den man sonst von Kindersachbüchern gewohnt ist. Auf jeder Seite findet man Dokumente, Bilder und Karten, die der Leser erst selber studieren muss, um den Handlungsverlauf der Geschichte zu verstehen und um den Reiseverlauf der Expedition folgen zu können.

Sehr schön gelöst ist der Anfang dieses Buches. Sozusagen als Vorwort findet der aufmerksame Leser einen Brief der Nichte von Emily Sands, in dem der Hintergrund der verschollenen Expedition erklärt wird und die Schreiberin erklärt, warum sie selbst dem Verschwinden ihrer Tante nicht länger nachgehen kann. Wer jetzt allerdings denkt, er könne seinem Kind ein spannendes Buch vorlesen, ist klar im Irrtum. Denn obwohl die Geschichte um das Verbleiben der Reisegruppe spannend ist, wird das Interesse der Kinder an diesem Buch erst einmal anderer Natur sein: Die Illustrationen, Abbildungen, Erinnerungsstücke, Skizzen und Karten sind es, von denen das Buch lebt. Man möchte dieses Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und benötigt für jede Seite viel Zeit, um sich alles genau anzusehen. Hier wird nicht nur mit den Augen erforscht, denn durch die plastische Darstellung der Abbildungen möchte man jede einzelne Seite ";erfühlen";, hat man doch den Eindruck, die Reisegruppe habe alle Erinnerungsstücke in dieses Tagebuch eingeklebt. Und tatsächlich gibt es in diesem ";Kunstwerk"; unglaublich viele Dinge, die sich aufklappen, entdecken und ausprobieren lassen.

So findet sich auf der Seite, die den Aufenthalt der Gruppe im Tal der Könige beschreibt, einen Sarkophag, anhand dessen man selber nachvollziehen kann, wie die alten Könige des Landes beigesetzt wurden. Wie russische Matrioschka- Puppen sind verschiedene Särge ineinander eingefügt. Der erste Sarg ist mit Blattgold überzogen. Klappt der Leser nun diesen Sarg auf, findet er einen zweiten Sarg, der aus Holz besteht und mit Goldfolie überzogen ist. Auch dieser Sarg kann ";geöffnet"; werden und der dritte, aus 110 kg massivem Gold hergestellte, Sarg tritt zutage. Hat man nun auch diesen geöffnet, stößt man auf die Mumienbänder, den letzten Schutz des Leichnams, zwischen denen man viele Grabbeilagen, wie Schmuck und Amulette, fand.

Auf einer anderen Seite, die Expeditionsgruppe befindet sich gerade in Gizeh, um sich die Pyramiden anzusehen, bekommt der Leser einen Eindruck vom Inneren der drei Hauptpyramiden von Gizeh: Die Pyramide des Menkaure, des Chafre und die Cheopspyramide. Zu diesem Zweck lassen sich die Bauwerke aufklappen. Kleine Ägyptologen finden nun neben genauen Baudaten jeweils eine Skizze der inneren Aufteilung der Grabmäler.

Zu jeder Darstellung und Zeichnung findet sich ein erklärender Text. Zwei verschiedene Schrifttypen werden in diesem Buch verwendet. Es gibt eine Schrift, die an eine alte Reiseschreibmaschine erinnert und die über die Ereignisse berichtet, welche der Reisegruppe wiederfahren. Diese Textpassagen gehören zum Handlungsverlauf der Geschichte. Eine andere Schrift mutet eher handschriftlich an und lässt den Eindruck entstehen, als habe Emily Sands die kostbaren Erinnerungsstücke noch zusätzlich oder nachträglich kommentieren wollen. In diesen Teilen bekommt der Leser Zusatzinformationen zu dem faszinierenden Land, aus dem eine der ältesten und herausragendsten Kulturen entsprungen ist und dessen Geschichte noch heute die Menschen in Atem hält. So gestaltet, wird das Buch zu einem Gesamtkunstwerk, das durch jedes der vielen zusätzlichen Details an Reiz gewinnt.

Die Texte beschränken sich zwar auf einen minimalen Informationsgehalt, genügen aber, um den Leser zu informieren und Spannung aufzubauen. Durch die Sprache, die verwendet wird, bekommt der kleine Leser noch zusätzlich einen Eindruck von der Zeit, in der das Tagebuch verfasst wurde. Fachlich bietet dieses Buch alles, was ";Einsteiger"; über Ägypten wissen sollten. Nicht nur, dass die Forscherin, die wir in diesem Buch beinahe "hautnah" begleiten können, Informationen über geschichtliche Hintergründe und kulturelle Besonderheiten bereithält, die Leser bekommen auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Ägyptens präsentiert.

Außerdem finden wir einen Einführungskurs im ";Hieroglyphenlesen"; und sogar das ägyptische Spiel ";Senet";, an dem die alten Ägypter schon damals Vergnügen hatten, können wir selbst einmal ausprobieren. Spielzubehör und Anleitung - die wirken, als hätte die Forscherin sie selbst liebevoll dort eingeklebt - sind selbstverständlich in diesem Werk zu finden.

Die Vielseitigkeit und Authentizität der Gestaltung wird wohl unweigerlich dazu führen, dass die Geschichte zunächst einmal in den Hintergrund treten wird. Als erstes, und das trifft mit Sicherheit nicht nur auf Kinder zu, werden die Leser sich dem aufwändigen und beeindruckenden Erscheinungsbild zuwenden, alle Klappen öffnen und Geheimnisse erforschen, die zum Teil erst im Verlauf der Geschichte an Bedeutung gewinnen. Dieses Buch aus dem arsedition- Verlag wird wohl mehrmals genau gelesen werden müssen, um dann zu so etwas "profanem" wie der eigentlichen Geschichte vordirngen zu können. Jedoch bin ich mir sicher, dass auch mehrmaliges Betrachten und Lesen dem Vergnügen keinen Abbruch tun wird- im Gegenteil! Diese Tatsache macht das Buch zu einem echten, dauerhaften Begleiter, der so schnell nichts von seiner Faszination einbüssen wird.

Wer daran denkt, seinem Kind dieses Buch als Unterhaltungslektüre vorzulegen, sollte nicht außer Acht lassen, dass ";Expedition ins alte Ägypten"; vorrangig ein Sachbuch ist und erst in zweiter Linie ein spannender Reisebericht.

Fazit:

Das Buch ";Expedition ins alte Ägypten"; besticht zunächst durch sein aufwändiges Erscheinungsbild, vermag aber auch den Leser durch die spannenden und mitreißenden Tagebucheinträge aus vergangenen Zeiten faszinieren - auch wenn diese erst einmal völlig nebensächlich sein werden. Definitiv kann dieses Buch zu einem wahren Schatz im Bücherregal werden.

Simone Brinkschulte

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