Alex, abgeholt!

Erschienen: März 2021

Bibliographische Angaben

Illustrationen von Günther Jakobs; Pappbilderbuch, 22 Seiten

ISBN: 9783407758378

Couch-Wertung:

75%
Idee
Bilder
Text

Idee

Die Problematik der Gefühlsausbrüche nach der Kita wird Eltern gut erklärt – aber spricht Kinder weniger klar an.

Bilder

Die Bilder spiegeln die Alltagssituation mit all ihren Gefühlsfacetten wider.

Text

Die Geschichte wirkt holperig und vieles ist nicht ganz nachvollziehbar.

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Rita Dell'Agnese
Ein Bilderbuch vor allem für Eltern

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Apr 2021

Alex baut in der Kita einen Turm. Bevor er den ganz großen Stein oben auf legen kann, kommt Mama, um ihn abzuholen. Alex freut sich, dass Mama da ist. Aber er ist enttäuscht, dass er gehen muss. Mehr und mehr kochen Wut und Trotz in ihm hoch: er mag weder mit Mama kuscheln noch zu seinen kleinen Freundinnen und Freunden nett sein. Und er mag schon gar nicht mit zum Spielplatz, wie Mama es vorgeschlagen hat. Erst als der Wind Alex an den nun sockenlosen Füßen kitzelt und seine kleine Freundin Dalia ihn fragt, ob er mit ihr Auto spielen mag, ist die Welt für den kleinen wütenden Alex wieder in Ordnung.

Ambivalente Gefühle

Dieses Pappbilderbuch, welches das Zielpublikum der 2- bis 4-Jährigen ansprechen möchte, hinterlässt ambivalente Gefühle. Positiv fällt auf, dass das Buch nicht auf eine einseitige Geschlechterrolle pocht. Die Kinder in der Kita werden von Elternteilen abgeholt, Frauen und Männern. Sie gehören verschiedenen Ethnien an und komme alle miteinander zurecht. Doch es gibt auch eine weniger positive Seite: Der Text ist in sich irgendwie unstimmig, die Geschichte ist nicht nachvollziehbar und nicht rund. Es scheint gar, als ob das Buch ursprünglich umfangreicher gewesen wäre, manche Szenen dann aber weggelassen wurden. So erschließt es sich höchstens aufgrund der Buchrückseite, weshalb Alex nach der freudigen Begrüßung der Mama plötzlich wütend ist.

Eine Erklärung für Eltern

Grundsätzlich spricht das Bilderbuch ein wichtiges Thema an, das vor allem Eltern bewegen dürfte, da das Kind diese Erfahrungen ganz anders einordnet. In einem besonderen Abschnitt wird die Situation, dass das Kind gereizt oder wütend ist, wenn man es aus der Kita abholt, genauer erläutert. Diese Erklärung richtet sich klar an die Erwachsenen, die sich die Aussage im Bilderbuch auch zusammenreimen konnten. Für die Kleinkinder, an die das Buch an sich gerichtet wäre, bleibt die Handlung hingegen ein Rätsel und kann nur durch weitergehende Erläuterungen der Erwachsenen erschlossen werden. Die Bilder sind zwar schön gestaltet, vermögen die Geschichte aber nicht schlüssig zu erzählen. Sie vermitteln das Bild einer multikulturellen Gesellschaft, was aber nur in sehr urbanen Gebieten in dieser Intensität auch tatsächlich der Realität entspricht.

Fazit

Das Thema, das die beiden Autorinnen hier aufgreifen, betrifft eine Alltagssituation, wie sie in den Kitas täglich vorkommt. Die Erklärungen, die damit verbunden sind, richten sich allerdings mehr an die gestressten Eltern, denn an die Kinder. Für diese spielt das Buch auf einer Ebene, die zu stark von Erwachsenensicht geprägt ist.

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