WAS IST WAS - Die Viren und wir

Erschienen: März 2021

Bibliographische Angaben

Hardcover, 64 Seiten

ISBN: 9783788676957

Couch-Wertung:

90%
Idee
Bilder
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Idee

Viren ein eigenes Kindersachbuch zu widmen, passt gut in das aktuelle Zeitgeschehen mit Corona, Abstand und Co. Die Umsetzung ist kindgerecht, wenn auch schon recht anspruchsvoll und richtet sich in erster Linie an naturwissenschaftlich interessierte Kinder.

Bilder

Das Buch wird durch anschauliche Fotos, Bilder und naturwissenschaftliche Skizzen ergänzt, die eine gute Vorstellung des Themas ermöglichen und die Texte auflockern und interessanter machen.

Text

Die Texte sind für elfjährige Kinder noch sehr anspruchsvoll. Dennoch sind die Themen gut erklärt. Fachbegriffe werden erläutert und schwierigere Sachverhalte kindgerecht aufbereitet.

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Kathrin Walther
Was sind und machen Viren?

Buch-Rezension von Kathrin Walther Apr 2021

Winzig klein, für unsere Auge sind sie unsichtbar und trotzdem haben die meisten Menschen einen großen Respekt vor ihnen und fürchten sie: Die Viren. Dass sie eine ziemliche Macht haben und einen großen Einfluss auf unser Leben haben können, zeigt nicht nur ein Blick in die Geschichte, in der sie immer wieder für große Krankheitsausbrüche mit zahlreichen Toten gesorgt haben. Selbst heute noch können sie große Schäden anrichten und sich rasend schnell verbreiten, wie nicht zuletzt die weltweite Corona-Pandemie zeigt. Auch sonst sorgen sie jährlich mit Grippe und anderen „alltäglichen" Krankheiten für viele Infizierte und verbreiten Angst und Schrecken. Doch wie funktioniert so ein Virus eigentlich? Wie ist er aufgebaut und auf welche Weise gelangt sie in unseren Körper und kann dort so viel Unheil anrichten? Auf all diese Fragen und noch einige mehr gibt das Buch Die Viren und wir Auskunft.

Viren überall

Viren sind in der Biologie gar nicht so einfach zu fassen, lassen sie sich doch nur schwer in irgendeine Kategorie einordnen. Sie sind weder Tier, Pflanze oder Pilz noch gehören sie zu den Protisten (ein- bis wenigzellige Organismen) oder den Prokaryoten, zu denen beispielsweise die Bakterien gehören. Dennoch spielen sie für das Leben auf der Erde eine große Rolle und sind seit Beginn an mit dabei. Da sie so winzig sind, wurden sie relativ spät entdeckt. Erst in den 1930er Jahren wurde das Elektronenmikroskop erfunden, das stark genug vergrößerte, um die Viren erkennbar zu machen. Doch schon einige Zeit zuvor kam man ihnen langsam auf die Spur und wusste, dass es neben Bakterien noch etwas anderes, noch kleineres geben musste, das schwere Krankheiten verursachen kann. Mit der Errungenschaft des Mikroskops konnte endlich auch der Aufbau der Viren erforscht werden, wobei schnell klar wurde, dass sie sich untereinander ziemlich unterscheiden können.

1971 wurden dann neben den Viren noch Viroide und Prionen entdeckt, die noch kleiner und einfacher aufgebaut sind, aber auch viel Unheil stiften können. Eine weitere interessante Frage rund um die Viren ist deren Vermehrung. Da sie weder DNA, RNA oder Proteine selbst herstellen können, benötigen sie hierfür eine Wirtszelle, die sie dazu zwingen, für sie möglichst viele „Virenkopien“ anzufertigen. Und so gelingt es ihnen, sich rasend schnell zu verbreiten und viele Menschen, Tiere und Pflanzen krankzumachen. Über all das und noch viel mehr, beispielsweise dass Viren nicht nur schlecht sind, lässt sich in Die Viren und wir erfahren.

Viren-Wissen für Einsteiger

Viren zu verstehen kann ganz einfach sein, zumindest mit den richtigen Erklärungen. Dieser Aufgabe, schwierige Sachverhalte kindgerecht aufzubereiten, widmet sich die Reihe „Was ist Was“ nun bereits seit mehreren Jahrzehnten. Inzwischen gibt es neben der „klassischen“ Reihe, die sich an Kinder ab acht Jahren richtet, auch noch die Kindergarten-, Junior-, Erstes-Lesen- und Erstes-Lesen-easy!-Versionen, die sich auch schon für jüngere Kinder eignen. Die Viren und wir ist der zweite Band, der zur Reihe „Naturwissenschaften easy!“ gehört, die sich an ältere Kinder ab elf Jahren richtet.

Das Buch selbst teilt sich in fünf große Kapitel auf, in denen Viren mit unterschiedlichem Schwerpunkt näher betrachtet werden. Der erste große Abschnitt widmet sich zunächst der Biologie im Großen und im Kleinen und vermittelt erste Grundlagen, die zum weiteren Verständnis wichtig sind. Weiter geht es im zweiten Teil mit der Geschichte der Viren und ihrer Entdeckung, bevor es an den Aufbau und anschließend ihre Vermehrung geht. Am Ende wird auf die Auswirkungen von Viren auf uns Menschen eingegangen, bevor zu guter Letzt noch eine Zusammenfassung und ein Glossar folgen. In den einzelnen Kapiteln widmet sich eine Doppelseite nochmal einem Thema genauer. Übersichtlich mit verschiedenen Zwischenüberschriften folgt ein längerer Text, in dem der Sachverhalt näher erklärt wird. Anschaulich ergänzt wird das Ganze durch Fotos, Abbildungen, Skizzen oder 3D-Bilder, sodass es nicht schwerfällt, eine Vorstellung von den verschiedenen Bereichen zu bekommen.

Umsetzung und Niveau

Die Texte richten sich an Kinder ab elf Jahren, was schon sehr ambitioniert ist, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei größtenteils um Biologie-Wissen höherer Schuljahre handelt. Das Buch ist daher auch kein Main-Stream-Buch, vielmehr richtet es sich an naturwissenschaftlich interessierte Kinder, die sich das Buch bestenfalls auch noch selbst ausgesucht haben, da sie mehr über das Thema wissen wollen. In diesem Fall werden auch die etwas anspruchsvolleren Texte und das etwas kompliziertere Thema nicht abschrecken und die Informationen im Buch vom Niveau her passen. Die Leser werden in den Texten oft direkt mit „Du“ angesprochen und quasi „an die Hand“ genommen und durch das Thema geführt, wodurch der Zugang zum Thema erleichtert wird. Die vielen Bilder und farbigen Seiten lockern das Buch auf, sodass es überhaupt nicht wie ein Schulbuch wirkt und das Wissen fast nebenbei vermittelt.

Fazit

Insgesamt ist Die Viren und wir ein gelungenes Kinder-Sachbuch, für welches der Leser jedoch einige „Voraussetzungen“ mitbringen muss, damit es nicht ungelesen im Regal verstaubt. Naturwissenschaftliches Interesse und ein gutes Leseverstehen sind notwendig, um Freude an dem Buch zu haben. Auch sollte es nicht stören, dass es bei manchen Passagen vielleicht notwendig ist, sie auch ein zweites Mal zu lesen, da die Sachverhalte beim ersten Lesen doch zu kompliziert waren. Sind all diese „Voraussetzungen“ erfüllt, handelt es sich um genau das richtige Buch für kleine Naturwissenschaftler, für die das Buch viele interessante Informationen bereithält.

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