Der Wechstabenverbuchsler im Zoo

Erschienen: April 2021

Bibliographische Angaben

Illustrationen von Karsten Teich; Hardcover, 32 Seiten

ISBN: 9783414825995

Couch-Wertung:

85%
Idee
Bilder
Text

Idee

Die Idee einer Geschichte mit Buchstabenwechslern ist originell und hebt sich von der Masse ab. Die Charaktere sind dabei lustig, was gut zur etwas schrägen Geschichte passt.

Bilder

Die Illustrationen überzeugen zwar nicht durch besondere Schönheit und sind eher modern gehalten, passen dadurch aber gut zur witzigen Geschichte.

Text

Die Buchstabenwechsler machen den Text interessant. Besonders Kindern macht es Spaß den Text zu Enträtseln und die Verdreher zu „übersetzen“", wodurch unbewusst ihr Sprachbewusstsein gefördert wird. Kinder ab vier Jahren könnten jedoch noch überfordert sein.

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Kathrin Walther
Ein Stuchbaben-Spaß für die fanze Gamilie

Buch-Rezension von Kathrin Walther Jun 2021

Manchmal sind es nur ein paar kleine Buchstaben, die den großen Unterschied machen. Fügt man der Kirche ein „S“ hinzu, hat man plötzlich eine Kirsche. Tauscht man das „F“ von Fisch durch ein „T“ aus, entsteht ein Tisch. Doch was ist, wenn jemand beim Sprechen einfach immer die Buchstaben verwechselt, egal wie sehr er sich auch anstrengt? Er mit einer oder einem Büsserwaffel nichts zum Essen sondern ein Tier meint und sich ein Zierpfleger bei ihm nicht um Zierpflanzen kümmert? Dass sich das ganz schön merkwürdig anhören kann und man ganz genau aufpassen muss, um alles richtig zu verstehen, zeigt die Geschichte vom Wechstabenverbuchsler im Zoo.

Von Kalipenen und Miflangos

Für Onno sind Einkaufszettel, auf denen jemand Lokoschade und Poklapier kaufen möchte, nichts Ungewöhnliches. Schließlich wohnt er neben Herrn Beckermann, der immer die „Wechstaben verbuchselt“. Für Onno ist das kein Problem mehr, er hat sich an die komische Sprechweise seines Nachbarn gewöhnt und versteht ihn inzwischen so gut, dass er selbst in Herrn Beckermanns „Sprache“ antworten kann. Zum Glück, denn als seine Eltern zum Vergnügen nach „Tupperwal“ fahren, übernachtet er mit seiner Schwester Lilli ein ganzes Wochenende bei Familie Beckermann, wo es sonst sicherlich zu einigen Missverständnissen gekommen wäre, denn bei „Wände haschen“, „Bühnzarste“ oder „Laschwappen“ könnte andernfalls schnell viel Verwirrung aufkommen. Ist es bei Herrn Beckermann zuhause schon alles andere als langweilig, wird der Besuch im Zoo zu einem besonderen Abenteuer, denn Onnos kleine Schwester ist plötzlich spurlos verschwunden und ihre Suche erfordert die komplette „Merkaufsamkeit“. Ob die drei sie wohl wiederfinden werden?

Aufzegung im Roo

Viele Kinder interessieren sich schon früh für Buchstaben. Oft erkennen sie einzelne von ihnen in Texten wieder, kennen ihre Bezeichnung oder können vielleicht auch ihren Namen schreiben. Was Buchstaben aber alles können und welche Bedeutung sie in Wörtern haben, ist ihnen oft noch nicht klar. Mit „Der Wechstabenverbuchsler“ bekommen auch schon jüngere Kinder eine Idee für die Bedeutung einzelner Buchstaben oder Silben im Wort. Mathias Jeschke vertauscht dabei entweder Buchstaben innerhalb eines Wortes (z.B. „Uchtang“ = Achtung) oder vermixt auch schon mal zwei Wörter miteinander wie beispielsweise in „Ach du güne Meite“, was „Ach du meine Güte“ bedeutet.

Für Kinder ist es spannend zu rätseln, was tatsächlich gemeint ist. Oft ist das gar nicht so einfach, sodass die Hilfe des Vorlesers besonders anfangs ganz praktisch sein kann. Je nach Alter werden vielleicht auch schon die verwechselten Buchstaben erkannt und das Sprachbewusstsein gefördert. Das Sprachverständnis sollte jedoch schon sicher ausgebildet sein, da es zum Erkennen der Verwechslungen und dem Verständnis der Wörter wichtig ist. Auch für Erwachsene ist Jeschkes Spiel mit Sprache unterhaltsam. Häufig hilft der Kontext beim Verständnis, welche Wörter sich hinter dem Buchstaben-Mix verbergen.

Bildliche Gestaltung

Karsten Teich liefert die Illustrationen zur Geschichte, die weniger niedlich als viel mehr „cool“ und modern ausfallen und auch eher ältere Betrachter ab fünf/sechs Jahren ansprechen. Die Figuren haben markante Gesichter, die Ohren und Augen sind meist sehr groß, häufig kommen noch stark ausgeprägte Nasen hinzu. Der Hintergrund ist überwiegend sehr einfach und einfarbig gehalten, vereinzelt erstrecken sich die Bilder aber auch über die komplette Doppelseite. Die Illustrationen wirken lustig, frech und fröhlich und passen gut zur etwas verrückten und humorvollen Geschichte.

Fazit

Insgesamt ist Der Wechstabenverbuchsler eine lustige Bilderbuch-Geschichte sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Auch wenn sich das Buch an Kinder ab vier Jahren richtet, ist der Text eher für etwas ältere Zuhörer, die schon ein sicheres Sprachverständnis und erste Buchstabenerfahrung haben, da die Verwechslungen teilweise doch nicht so einfach zu verstehen sind und die Geschichte dann schnell überfordern kann. Ansonsten eine empfehlenswerte Geschichte, deren Spiel mit Sprache zum genauen Zuhören und Enträtseln einlädt und Spaß macht.

Der Wechstabenverbuchsler im Zoo

Der Wechstabenverbuchsler im Zoo

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