Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
Text

Idee

Ein aufwendiges und mit kreativer Vielfalt in Szene gesetztes Drachenabenteuer.

Bilder

Eindrucksvolle und prächtige Bilder von hoher Anziehungskraft, teilweise sehr komplex komponiert und mit bösartigen Kreaturen versehen.

Text

Für den imposanten optischen Rahmen eine doch etwas nüchterne Erzählung. Mehr phantasievolle Nähe zu den Bildern hätte viel bewirken können.

Leser-Wertung

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Nov 2005

[ab 5 Jahren]

Eine Reise, die es in sich hat: Mit einem Ballon in die Berge, mit einem Drachen im Gepäck zurück, auf Verfolgungsjagd in einen Vulkankrater hinein und auf dem Rücken eines jungen Drachen wieder heraus. Doch dass wir diese Reise nicht nur lesend erleben werden, dürfte hellhörig stimmen und erst recht ein phantastisches Abenteuer versprechen.

Miss Harriet, eine berühmte Forschungsreisende, wünscht sich schon lange, einen Drachen aufzuspüren und ihn nach England bringen zu können. Von einem alten Mann erfuhr sie auf einer Expedition von einer Geschichte, die erzählt, dass Drachen das Innere der Erdkugel mit ihrem feurigen Atem glühend halten müssen, bewacht von bösartigen Vögeln. Eines Tages erblickt sie von ihrem Schiff, das sich der Küste nähert, Rauch über den Bergen - Drachenrauch wie Miss Harriet vermutet. Sie startet ihren Ballon und fliegt hinauf in die Berge.

Tatsächlich entdeckt sie einen Drachen, ein Ei in seinem Nest umschlungen, schlafend im Gipfel. Miss Harriet gelingt es, den Drachen mitsamt Ei einzufangen und in das weit entfernte London zu transportieren, wo er in einem prachtvollen Spezialkäfig in der Nähe des Towers zur Schau gestellt wird. Das gewaltige Reptil sorgt für viel Aufsehen und sogar ein Fest wird ihm zu Ehren veranstaltet. Doch ein merkwürdiger Vogel nähert sich dem Käfig und stiehlt das Ei des Drachen. Sofort macht sich Miss Harriet daran den Vogel zu verfolgen und für uns beginnt eine abenteuerliche und phantastische Bilderbuchreise.

Aufwändig in Szene gesetzt folgen wir Miss Harriet in Ihrem Ballon dem seltsamen Vogel mit dem gestohlenen Ei in einen Vulkankrater hinein - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sue Scallard greift zu einem raffinierten Trick: Die Haltung eines Papageis, der sich bereits zu Beginn der Geschichte als Frederick vorstellt, zeigt an, wie das Buch gedreht werden muss, um den richtigen Betrachtungswinkel zu haben. So drehen wir also das ganze Buch stets ordentlich, um der Geschichte in ihrer wirkungsvollen und gewünschten Perspektive folgen zu können. Ausgestanzte Löcher in den Seitenmitten deuten zudem Geheimnisvolles der darunter liegenden Seiten an. So wird die Reise in den Krater zu einem beinahe interaktiven Flug bis zum Mittelpunkt der Erde. Dass unsere Kinder dann noch den kleinen ";Navigator";-Papageien Frederick, der dem Buch als Papierfigur beiliegt, sogar selber durch die Löcher führen können, steigert den Spaß zusätzlich.

Miss Harriett kann dem Vogel tief in das Innere des Kraters folgen - ihr Ballon wird dabei zerstört - und sie entdeckt, dass die Geschichte des alten Mannes wahr ist. Unzählige Drachen müssen die Lava zum Erglühen bringen, bewacht von prähistorischen Vögeln. Der Drache aus dem Ei ist wegen der Hitze bereits geschlüpft und so begeben sich das Drachenkind und Miss Harriett gemeinsam auf die Flucht - die Vögel bleiben ihnen Dicht auf den Fersen. Miss Harriets Flucht auf dem Rücken des Drachen führt vorbei an einer Riesenspinnen, einer Riesenschlange und schließlich hinaus aus einer geheimnisvollen Stadt - sie haben es geschafft.

Die Drachenmutter und das Drachenkind sind nach der Rückkehr überglücklich. Miss Harriet aber muss erkennen, dass die Drachen zurück in ihre Heimat möchten. Sie entlässt die Drachen aus dem Käfig in die Freiheit.

";Miss Harrietes Reise mit dem Drachen"; ist von hoher kreativer Vielfalt geprägt, ein Buch, das auf den ersten Blick erheblich mehr zu bieten hat, als man erwartet, das aber auch Einiges vom Leser und Betrachter abfordert. Die Sprache und die Bilder in Sue Scallards Kinderbuch passen sich der ";nostalgischen"; Zeitebene, in der das Buch spielt, an. Doch die Erzählung erweckt mit ihrem eintönigen Klang einen eher nüchternen Eindruck und so wirkt der Text neben den Illustrationen, die wie ein wahres Feuerwerk wirken, lediglich wie ein zarter Funke, der nicht sofort überspringen will.

Besonders in dem Moment, da wir Miss Harriert in den Krater begleiten, wird die immense Bildgewalt nicht durch den Text begleitet und man fühlt sich beim Vorlesen beinahe in den Bilderwelten gefangen - und Kinder zusätzlich überfordert. Der Erzählstil ist in Form von Kommentaren aus Sicht von Miss Harriett gehalten, der die Spannung steigern soll und das Tempo anhebt. Mehr erzählender Text wäre hier aber hilfreich gewesen, um dem phantastischen Umfeld ein wenig Halt zu bieten, mit verbalem Leben zu Füllen und die Kinder so an das Geschehen heranzuführen. Zudem wird diese Passage in angedeuteter Handschrift realisiert, die einer spontanen Lesbarkeit schlicht im Wege steht und anstrengt.

Die eindrucksvollen und prächtigen Bilder sind in dieser Sequenz, die einen wesentlichen Teil des Buches ausmacht, für junge Kinderaugen sehr komplex komponiert. Der konzentrische Bildaufbau mit den teils bösartig anmutenden Lebewesen, Gegenständen und Details, will entschlüsselt werden. Bei sensiblen Kindern ist ein Probeblick empfehlenswert, wenn Schmetterlinge in den Fängen von Fleisch fressenden Pflanzen, Spinnen, Schlangen und Drachen mit finsterem Blick das Geschehen bestimmen. Ohne Zweifel wird die Fantasie in hohem Maße angeregt und die Bilder sind von hoher Anziehungskraft.

Sue Scallard führt den zentralen Aspekt der Freiheit zu einem glücklichen, aber für kommende Drachengenerationen ungewissen Ende. Die Vögel und Drachen im Erdinneren bleiben schließlich. Etwas aufgesetzt wirkt es aber schon, wenn der immerhin ungewollte und von der Forscherin erzwungene Aufenthalt der Drachen in einem - wenngleich imposanten - zu kleinen Käfig betont schön erzählt wird.

Haben wir den Papagei Frederick bereits als beiliegendes Material vorgestellt, möchte ich auch auf die Bastelanweisung für einen Ballon hinweisen, die ebenfalls in einem aufgeklebten Umschlag auf der letzten Buchseite eingelegt ist. Eine insgesamt gelungene Zusammenstellung an ergänzendem Material, das einen erweiterten Bezug zum Buch herstellt.

Fazit:

";Miss Harrietts Reise mit dem Drachen"; ist ein Kinderbuch, das vor Phantasie und Einfallsreichtum sprüht, für Kinder jedoch etwas gezügelter und vor allem sprachlich etwas feinfühliger hätte zusammengestellt werden können. Wer jedoch ein Faible für Drachen hat, sollte dieses Abenteuer und den atemberaubenden Flug in die phantastische Welt der Miss Harriet mit seinen Kindern unbedingt wagen.

Stefanie Eckmann-Schmechta

Miss Harriets Reise mit dem Drachen

Miss Harriets Reise mit dem Drachen

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