Komm, wir wollen spielen!

Erschienen: Mai 2021

Bibliographische Angaben

Illustrationen von Rocio Bonilla; Hardcover, 40 Seiten

ISBN: 9783833741838

Couch-Wertung:

100%
Idee
Bilder
Text

Idee

Einfach mal abschalten: Ein Plädoyer für das gemeinsame Spielen und Leben, mal ganz ohne Smartphone und Co.

Bilder

Wunderbare, fantasievolle Illustrationen, auf denen es ständig etwas Neues zu entdecken gibt.

Text

Kleine, einfache Dialoge immer nach dem gleichen Schema.

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Theresa Mürmann
Spiel und Spaß - ganz analog

Buch-Rezension von Theresa Mürmann Jul 2021

Paul möchte einfach nur in Ruhe mit seinem Smartphone spielen. Und das am liebsten den ganzen Tag. Warum fragen ihn seine Freunde und Familie ständig, ob er mit ihnen spielen möchte? Er spielt doch schon! Tief versunken in seiner Handywelt merkt Paul gar nicht, welche aufregenden Abenteuer in der Welt da draußen auf ihn warten…

Sie sind mittlerweile zu unseren ständigen Begleitern geworden und auch die Kleinsten wachsen schon ganz selbstverständlich mit ihnen auf: unsere Smartphones. Nur mal schnell bei WhatsApp reinschauen, an der Bushaltestelle das neue Level des Handygames zocken, auf der Couch mit Musik auf Spotify abschalten… Der tägliche Medienkonsum bei Kindern nimmt stetig zu. Doch was macht das mit ihnen? Können das Smartphone, Tablet oder die Spielkonsole das gemeinsame Spielen ersetzen?

In seinem Bilderbuch Komm, wir wollen spielen! gibt der erfolgreiche brasilianische Kinderbuchautor Ilan Brenman eine eindeutige Antwort: Nein. Es ist ein Plädoyer für das Spielen in der echten, realen Welt und ein Appell an alle, Kinder und Erwachsene, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen, Abenteuer zu erleben und die Natur in ihrer ganzen Pracht und Schönheit zu genießen. Die wunderbaren Illustrationen von Rocio Bonilla machen das Bilderbuch dabei zu einem wahren Kunstwerk.

Von der schwarz-weißen Monotonie in die bunte Erlebenswelt

Im wahrsten Sinne des Wortes ist es eine Schwarz-Weiß-Zeichnung bzw. in diesem Fall eine Schwarz-Weiß-Bunt-Zeichnung: Paul, der Medienliebhaber, starrt die ganze Zeit über auf sein Smartphone und ist vollkommen versunken in seine Games und Musik. Seine Welt ist grau, zumindest wird er so gezeichnet. Ganz im Gegenteil dazu seine Freunde und Familie. Denn die laden ihn immer wieder zum Spielen ein. Spannende Abenteuer, ob in der Badewanne, im selbst gebastelten Raumschiff oder im Garten, warten auf ihn.

Wunderschöne, bunte und fantasievolle Illustrationen, auf denen man immer wieder etwas Neues entdeckt, begeistern die kleinen und großen Leser. Auf teils aufklappbaren Seiten taucht man geradewegs ein in die abenteuerliche Unterwasserwelt der Badewanne, fliegt mit einer eigenen Rakete ins Weltall oder beobachtet die Vögel und Libellen auf einer atemberaubend schönen Blumenwiese. „Aber ich spiele doch schon“, sagt Paul immer wieder auf sein Smartphone blickend. Erst am Ende wird er hellhörig, als Oma und Opa verkleidet auf ihn warten: für den Familienzirkus lässt schließlich auch Paul sein Smartphone liegen.

Man sieht, die neuen Medien kommen in diesem Bilderbuch sehr schlecht weg. Sie stehen für Vereinsamung, Monotonie und eine gewisse Trostlosigkeit. Verpasst man durch sie nicht das eigentliche Leben? Natürlich ist diese Sicht ziemlich eindimensional und lässt die positiven Aspekte von Smartphones und Co. außer Acht (schließlich bieten auch diese durchaus Potential zur kreativen Entfaltung). Doch darum geht es hier gar nicht. Die Message, und das betont Brenman am Ende in einem kurzen Statement an die Leser, ist vielmehr: Technologie kann unser Leben erleichtern und auch durchaus begeistern, doch wahres Glück empfinden Kinder (und Erwachsene) nicht beim täglichen Daddeln, sondern in der gemeinsamen Zeit mit der Familie und Freunden, bei Spiel und Spaß in der Natur, spannenden Hobbies, leckerem Essen… Das ist, was wirklich zählt.

Fazit

Ein wunderbares Bilderbuch, das Jung und Alt gleichermaßen zum Nachdenken über die eigene Mediennutzung anregen dürfte. Gleichzeitig öffnet es einem die Augen für die Schönheit der Natur, ihrer Pflanzen und Tiere, sowie auch für die kleinen alltäglichen Dinge, aus denen sich mit ein bisschen Fantasie und Kreativität so viel zaubern lässt. Das gemeinsame Spielen eröffnet einem so viele Möglichkeiten, Spaß und Freude. Da kann auch das neueste Smartphone nicht mithalten.

Komm, wir wollen spielen!

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