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Idee
Bilder
Text

Idee

Ein eigenwilliger Charakter erzählt von der Heiligen Nacht. Im Kontrast zu den Illustrationen entsteht ein schöner Spannungsbogen. Am Ende steht das Wunder, das Mensch und Tier gleichermassen verändert.

Bilder

Die Bilder sprechen eine ganz eigene, feierliche Sprache, die auch die ganz jungen Leser erahnen lassen, dass sich in diesen Momenten etwas sehr bedeutungsvolles ereignet.

Text

Die Sprache wendet sich direkt an die Leser. Ganz aus „Katzensicht“ erzählt, erhalten wir eine auf Katzenverstand eingeschränkte Sichtweise. Das macht die Hauptdarstellerin für Kinder glaubhaft und unterhaltsam.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Nov 2005

Katzen sind schon sehr eingebildete Geschöpfe, sie lassen kein gutes Haar an ihren ";Mittieren"; - so könnte man meinen, wenn man Bekanntschaft mit dem ";Kätzchen in der Weihnachtskrippe"; gemacht hat. Aber das Wunder, das in jener Nacht mitten unter den Tieren im Stall geschieht, lässt das Kätzchen sogar die Mäuse mit ganz anderen Augen sehen...

Die Katze, die sich uns nicht namentlich vorstellt, lebt in einem Stall mit Kühen, Ziegen und einigem Federvieh. Die Kühe findet sie nur allzu plump und dümmlich. Aber sie haben, selbst aus Katzensicht, den unbestreitbaren Vorteil, dass sie sehr viel Wärme an ihre Umgebung abgeben. Besonders in jener so bitterkalten Nacht ist die Katze froh, dass die Kühe sie mit ihren warmen, dicken Bäuchen und ihrem Atem ein wenig wärmen. Die Katze legt sich stets in der Krippe nieder, denn sie möchte nicht die Fusstritte der anderen Tiere zu spüren bekommen. Doch sie schläft natürlich nicht, denn sie ist ja eine geübte Mäuse-Fängerin. Sie erzählt uns gerade wie unangenehm Esel sind und dass sie froh ist, dass ein solches Grautier nicht in ihrer Mitte lebt, da erfahren wir auch, warum die Katze uns eine ihrer weiteren Abneigungen mitteilt.

Denn in dieser Nacht öffnet sich die Stalltür und ein Mann und eine Frau, die von einem Esel getragen wird, kommen aus der bitterkalten Winternacht zu ihnen. Die Katze traut dem traurigen Blick des Esels nicht über den Weg, als er zu der Frau hinüberblickt, die mit letzter Kraft auf das Stroh niedersinkt. Die Katze fragt sich, ob die Frau wohl krank ist. Doch dann begreift sie, dass die Frau ein Kind zur Welt bringt. Zunächst ist das getigerte Tier auch über das Schreien des Babys nicht gerade erfreut und als sie noch dazu aus ihrer Krippe ";komplimentiert"; wird, ist sie entrüstet. Dann ist in der feierlichen Stille des Stalls auch noch das Blöken von Schafen zu hören - nach Meinung der Katze die dümmsten Tiere der Welt. Die Schafhirten fallen vor dem Kind nieder, das nun in der Krippe liegt. Doch die ";plumpen"; Kamele, die ihre Köpfe durch die mit Sackleinen verhängten Fenster stecken, kündigen weiteren Besuch an: Drei Männer, gekleidet wie Könige, bringen kostbare Geschenke für das Kind mit.

Alle blicken nun ehrfuchtsvoll zum dem winzigen Kind in der Krippe auf und fallen vor ihm nieder - sogar die schwerfälligen Kühe. Doch dann erstarrt die Katze vor Schreck: Mäuse tasten sich vorsichtig an ihr vorbei, sie wollen zum Kind. Immer mehr Mäuse kommen hinzu, bis sie in einem großen Kreis vor der Krippe stehen bleiben. Nach und nach geht schließlich der hohe Besuch - auch die junge Familie verlässt den Stall. Aber etwas merkwürdiges ist in dieser Nacht geschehen: Von diesem Tag an jagt die Katze keine Mäuse mehr und alles ist anders geworden.

Ein wirklich intolerantes Exemplar von Katze finden wir in dieser Weihnachtsgeschichte vor. Es mag auch nicht so recht in die andächtige Stimmung dieser Nacht passen, wie das geschmeidige Tier so von anderen spricht: Die Kühe haben Glotzaugen (dabei ";glotzt"; sie den Betrachter auf besagtem Bild nicht minder an) , die ";Zappel-Ziegen"; streiten immerzu, die Esel sind scheinheilig und die Kamele geifern, spucken und stinken... Na, bravo! Man fragt sich, was so ein ";Miesepeter"; in einer Geschichte über die Heilige Nacht zu suchen hat. Alle Tiere scheinen die Besonderheit des Ereignisses zu erahnen, nur die Katze wundert sich. Oder doch nicht? Sitzt sie nicht ebenso andächtig wie die anderen Tiere dort, derartig gebannt, dass selbst die kleinen Mäuse, die sie doch sonst so unnachgiebig jagt, an ihr vorbeikommen können, um auch dem himmlischen Kind nahe zu sein? Sie beobachtet, so können wir auf den intensiven und stimmungsvollen Illustrationen stets entdecken, die Szenerie genau. Und auch als die Besucher die Tiere verlassen schaut sie ihnen neugierig nach. Ihr Katzenverstand scheint das Wunder nicht begriffen zu haben, ihr Herz aber umso mehr. Denn sie verschont nun jene, die am meisten auf sich genommen haben, um dem Kind nahe zu sein: Die Mäuse. Sie sind die ";geringsten"; und haben am meisten riskiert. Eine schöne Botschaft denn sie besagt, dass sie sich durch ihren Mut, ";Ihre kleinen Kugelaugen flatterten von mir zum Kindlein und wieder zurück";, die Achtung der Katze verdient haben - so dass sie ihnen von da an wohl nachjagt, sie aber niemals mehr fängt.

Es ist ein bekanntes Thema, dass die heilige Nacht Mensch und Tier in ihrem Wesen verändert. So wird in dieser Geschichte das Herz einer intoleranten Katze weiter und ihre Nächstenliebe zu den anderen, auch noch so kleinen Geschöpfen geweckt. Die dichten und stimmungsvollen Illustrationen, die ebenfalls von Michael Foreman stammen, scheinen diese Wahrheit, im Kontrast zu den subjektiven Beobachtungen der Katze, deutlich wiederzugeben. Mit keinem Wort wird jenes Wunder der Heiligen Nacht hervorgehoben, die Bilder jedoch sprechen eine ganz eigene, feierliche Sprache, die auch die ganz jungen Leser erahnen lassen, dass sich in diesen Momenten etwas sehr bedeutungsvolles ereignet. Die in Aquarell-Technik angelegten kräftigen und erdigen Farben, in denen aber geheimnisvolle Lichtinseln Intensität und Wärme abgeben, zeigen eindrucksvoll Momente des Innehaltens. Besonders schön wirkt da der Augenblick, da Maria ihr neugeborenes Kind in den Armen hält und es stillt. Das - im wahrsten Sinne des Wortes - erleuchtete Kind vermag auch die Tiere mit seinem Glanz zu erhellen und wir sehen deren wachsamen und erfurchtsvollen Blicke. Zum Ende der Geschichte hin, als auch die drei Weisen still dem Kind huldigen, scheint der gesamte Raum erhellt zu sein, als stünde in dessen Zentrum ein warmes, helles Feuer. Die farbigen Inseln zwischen den Erdtönen werden durch das warme Licht zu strahlendem Blau und leuchtendem Rot.

Die Sprache ist knapp gehalten und wendet sich direkt an die Leser. Ganz aus ";Katzensicht"; erzählt, erhalten wir eine auf Katzenverstand eingeschränkte Sichtweise, die andere Details außer Acht lassen. Das macht die Hauptdarstellerin glaubhaft und Kinder mögen die eine oder andere Spitze der kleinen ";Samtpfote"; ganz amüsant finden. Einige Ausdrücke aber wirken ein wenig irritierend im Erzählfluss wie zum Beispiel der Ausdruck ";echt schön";, den wir eher aus dem Umgangssprachlichen kennen. Alles in allem aber ist es Regine Schindler, von der die Deutsche Fassung stammt, gelungen, eine lebendige und authentische Erzählung zu transportieren.

Fazit:

Eine ganz andere Weihnachtsgeschichte über die Geschehnisse im Stall zu Bethlehem: Die Heilige Nacht aus Katzensicht. Sehr stimmungsvolle Bilder zeigen eine andere Wahrheit, als jene, die die intolerante Katze uns zu erzählen scheint. Aber auch sie begreift mit ihrem Herzen, dass ihr etwas Wunderbares widerfahren ist. Vielleicht ein ";Stoff"; über den so manches Kind ein wenig länger nachdenken wird.

Stefanie Eckmann-Schmechta

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