Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
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Idee

Hinter den Türchen eines Adventskalenders existiert eine märchenhafte Parallelwelt, die droht zu verfallen. Ein wahrlich zauberhaftes Abenteuer mit phantastischen Zutaten.

Bilder

Viele farbenprächtig kolorierte Bilder schaffen die passende optische Untermalung

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Spannend und sehr unterhaltsam erzählt.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Nov 2005

Julias anfängliche Enttäuschung ist durchaus verständlich. Statt des erhofften Schokoladenadventskalenders, bekommt sie von ihrer Mutter lediglich einen aus Papier mit Bildern. Doch schon bald offenbart der Adventskalender ein ganz besonderes Geheimnis...

Julia und ihr Bruder Olli warten auf die Rückkehr ihrer Mutter vom Einkaufen und damit auf die heiß ersehnten Adventskalender. Doch Julias Vorfreude endet in purer Enttäuschung und bitterer Verärgerung. Statt eines Schokoladenkalenders, wie ihn ihr Bruder auch bekommt, hält sie selber nur einen langweiligen Papierkalender in den Händen.

Zunächst gänzlich ignorierend, wendet sie sich schließlich doch dem silbrig glitzernden Kalender zu und macht die geheimnisvolle Entdeckung, dass sich hinter den Türchen des Adventskalenders eine lebendige Welt befindet, die sie durch den Kalender betreten und auch wieder verlassen kann. Kein Wunder, dass Sie dieses Geheimnis nur ungern mit ihrem Bruder teilen möchte, der fortan versucht, Julia auf die Schliche zu kommen.

In der Kalenderwelt lernt sie den Erfinder Jakobus Jammernich kennen, der sie schließlich mitnimmt auf eine Reise zum alten König. Auf dem Weg dorthin erfährt sie, dass es in der Kalenderwelt bereits zahlreiche verfallene und verlassene Kalenderhäuser gibt, da die Kinder viel lieber Schokoladenkalender mögen und keine hinter deren Kläppchen sich nur Bilder befinden. So bleiben also auch die Fenster der Kalenderhäuser verschlossen, die Kalenderhausbewohner sind verzweifelt - doch durch Julias Besuch schöpfen sie wieder neue Hoffnung.

Der alte König in der Kalenderwelt kann sich der Entwicklung nicht entgegenstellen und ist durch seine Vergesslichkeit zum Spielball des finsteren Leo geworden, dessen Plan es ist, noch mehr Schokohäuser aufzumachen. Als sich der König durch den Besuch von Julia wieder eines besseren besinnt und auch daran denkt, den Thron seinem Sohn Prinz Harry zu vermachen, geht Leo in die Offensive. Ein unheimlicher Besucher in Julias Zimmer und die Entführung des Prinzen sollen Julia und die Kalenderhausbewohner einschüchtern und von ihren Plänen abhalten. Doch Jakobus fasst einen Plan und sie machen sich auf, um Leo endgültig das Handwerk zu legen.

Die Idee hinter den Türchen eines Adventkalenders eine Parallelwelt zu erschaffen, deren Lebensumstände in unserer Realität verankert sind, ist sehr unterhaltsam umgesetzt. Es ist einfach herrlich aufregend, wenn Julia ganz vorsichtig, in angespannter Erwartung das erste Kalendertürchen öffnet und knisternde Spannung herrscht vor, wenn der unsichtbare Gast in Julias Zimmer umherstreift. Cornelia Funke manövriert ihre Hauptdarsteller mit einer angenehmen Leichtigkeit durch das Adventsabenteuer, stets mit dem richtigen Maß an ausgewogener Spannung und viel Einfallsreichtum.

Dabei finden wir viele märchenhafte Elemente und Charaktere vor: eine Burg ganz aus Schokolade, einen Riesen, Heinzelmännchen, Elfen, einen König, einen Prinz und natürlich einen richtigen Bösewicht. Gerade die bunte Vielfalt an sympathischen und eigenwilligen Figuren, denen Julia begegnet, bereitet Kindern viel Spaß. Ob Jakobus, der Erfinder oder die Elfen Rosalinde und Melissa, Riesig der Riese und die Heinzelmänner, sie alle sind Julia wohl gesonnen und erfreut über ihren Besuch. Schließlich bedeutet Julias Erscheinen den ersehnten Wendepunkt für den sonst drohenden Verfall der Kalenderwelt.

So lesen wir uns gerne in diesen wahrhaft zauberhaften Ort hinein, um uns mit motivierten Mitstreitern selbstbewusst für das Finale gegen Leo, den Lügner zu wappnen. Auch wenn wir uns dann mit unseren Kindern einmal gegen die beliebte Süßigkeit stellen müssen. Doch schließlich mag es am Ende ja genau um die Motivation gehen, der Phantasie und den Bildern mehr Bedeutung beizumessen, als dem kurzweiligen Genuss... da wird es unsere Kinder aber beruhigen, dass die Burg aus Schokolade noch zum Verzehr frei gegeben wird.

Cornelia Funke schafft nicht nur jenseits der Kalendertürchen eine ansprechende Welt für Kinder. Auch diesseits lässt sie durch Streit und Missgunst zwischen den Geschwistern Julia und Olli ganz klassische Konfliktsituationen aufkommen, welche Kinder nachvollziehen und zuordnen können. Dass Cornelia Funke die ganze Erzählung über stets Zuversicht und die Aussicht auf ein positives Ende vermittelt und zu guter letzt auch Julia und Olli wieder zusammenfinden, betont den positiven Klang der Erzählung.

Es ist demnach nicht verwunderlich, dass die 160 Seiten des bereits 2003 erstmals erschienenen Buches schnell ausgelesen sind. Die zahlreichen Illustrationen, von Cornelia Funke selber angefertigt und von Yvonne Ziegenhals-Mohr farbenprächtig koloriert, schaffen die passende optische Untermalung. Bereits jüngere Kinder werden der Geschichte gerne aufmerksam lauschen und so empfiehlt sich das Buch als stimmungsvolle Adventslektüre für die ganze Familie.

Fazit:

Cornelia Funke verzaubert ihre Leser und Zuhörer mit vielen phantastischen Zutaten. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie beim nächsten Adventskalenderkauf auch einen besonderen Blick auf solche ganz ohne Schokoladenfüllung werfen und beim Türchen öffnen zweimal hinschauen werden. Was sich ";Hinter verzauberten Fenstern"; abspielt ist ganz bestimmt mehr als einen Besuch wert.

Stefanie Eckmann-Schmechta

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Letzte Kommentare:
28.10.2019 16:12:47
Daris

ich FAND DAS BUCH GUT ICH HABS AUCH ZWEIMAL GELESEN UND HEUTE NEHME ICH ES FÜR EIN PROTOKOLL