Kein Bett in der Nacht

Erschienen: Juni 2021

Bibliographische Angaben

übersetzt von Sarah Pasquay; Illustrationen von Cátia Vidinhas; Hardcover, 32 Seiten

ISBN: 9783957284877

Couch-Wertung:

95%
Idee
Bilder
Text

Idee

Obdachlosigkeit wird hier einfühlsam geschildert und kindgerecht aufbereitet.

Bilder

Zauberhafte und atmosphärische Illustrationen.

Text

Der Text ist eine ungewöhnliche Mischung aus Erzählung und Sachbuch, die vielleicht irritieren kann.

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Alexandra Fichtler-Laube
Ein ausdrucksstarker Appell an unser Mitgefühl

Buch-Rezension von Alexandra Fichtler-Laube Aug 2021

In vielen Städten Deutschlands sehen Kinder Menschen, die offensichtlich ohne ein Zuhause auf der Straße leben. Diesen Menschen sieht man oft ihre Obdachlosigkeit an, sei es, weil sie schmutzige Sachen tragen oder weil sie die Vorbeigehenden um Geld bitten. Oft schaut man weg und übersieht sie. Aber Kinder sehen alles und wollen auch alles wissen. Und sie haben auch noch keine Scheu zu fragen und nachzuhaken.

“Die Regentropfen klopfen nicht gegen ihre Fensterscheiben, sondern schlagen ihnen ins Gesicht.”

Maria Inês Almeida erzählt in Kein Bett in der Nacht aus der Sicht ihres eigenen Sohnes. Das Kind hat zuerst eine eher romantische Vorstellung von Menschen, die ohne die Einengung von Häusern die Nacht und die Weite des Alls genießen können. Seine Eltern sprechen daher mit ihm über die vielen Ursachen, warum ein Mensch sein Zuhause verlieren kann und dass es mitnichten eine gute Zeit für sie bedeutet. All das neue Wissen spornt ihn dazu an, zu helfen. Er sammelt Lebensmittel und Kleidung und verteilt diese zu Weihnachten an Obdachlose. Dadurch kommt er auch mit ihnen ins Gespräch und erfährt aus erster Hand die persönlichen Geschichten der Menschen und hört sich ihre Hoffnungen und Träume an.

Eindringlich und inspirierend

Mit klaren und einfühlsamen Worten beschreibt die Autorin wie aus kindlicher Neugier der Drang zur Verbesserung der Welt entstehen kann. Äußerst kindgerecht werden Schicksale von Menschen angesprochen, ohne dabei ins Detail zu gehen und zu ängstigen. Sie zeigt, dass hinter jedem Menschen eine Geschichte steht und dass oft ein freundliches Wort und ein wenig Aufmerksamkeit einen Tag immens verschönern können. Ein bisschen ungewöhnlich ist die Erzählweise. Dies ist nicht so sehr eine Geschichte, sondern eher eine teils sachliche Schilderung eines Kindes. Hier wird eher das Augenmerk auf die innerliche Erkenntnis und Entwicklung gelegt, vom kindlich-spielerischen Blick hin zu einem aufgeklärten und aufmerksamen Menschen.

Die Illustrationen, voller liebevoller kleiner Details, sind größtenteils in Blautönen gehalten, die eine gewisse Kühle ausstrahlen. Die Bilder erzählen fast eine eigene Geschichte, welche beim Vorlesen die Kinder dazu einlädt, diese genau zu betrachten.

Fazit

Kein Bett in der Nacht ist ein ausdrucksstarker Appell an unser Mitgefühl und Nächstenliebe. Ein wichtiges und schwieriges Thema wird verständlich und sehr einfühlsam für kleine Kinder aufbereitet und führt sicher zu einem positiveren Zugang zu Obdachlosen.

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