Die Schlotterbeck-Chroniken: Blutige Anfänger

Erschienen: Juli 2021

Bibliographische Angaben

Hardcover, 352 Seiten

ISBN: 9783764151904

Couch-Wertung:

65%
Idee
Text

Idee

Ein einzahniger Vampir, eine pummelige Fledermaus und ein spannender Roboterkampf – durchaus Material für Lesespaß.

Text

Verunstaltet durch zu viele Jugendwörter wie „Bro“ und „chillen“, dafür aber mit Humor und Blick für Wortneuschöpfungen.

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Julian Hübecker
Neue Freunde für Julius Schlotterbeck

Buch-Rezension von Julian Hübecker Sep 2021

Julius ist ein Vampir und sollte als solcher eigentlich Blut trinken. Doch er weigert sich, weshalb er in der Schule als Sonderling gilt und keine Freundschaften schließt. Schuldirektor Lord Draco ist das ein Dorn im Auge, weshalb er ihn zum Legator ernennt und ihm aufträgt, bis zum nächsten Schulfest drei Freunde zu gewinnen. Doch welches Abenteuer wirklich auf ihn wartet, hätte sich Julius nie zu träumen gewagt …

„Julius Schlotterbeck. Du bist jetzt 165 Jahre jung und hast als einzigen Freund eine verfressene Fledermaus. Das wird sich ändern. Ich schicke dich auf eine kleine Reise und – wer weiß, vielleicht wirst du nicht nur drei Gäste für das Schulfest, sondern mit ihnen auch drei neue Freunde finden.“

Eigentlich würde Julius die Sommermondferien am liebsten mit seiner GraveStation verbringen, doch Schuldirektor Lord Draco hat andere Pläne für ihn. Nun muss er mit seinem einzigen Freund, der etwas pummeligen Fledermaus Flap, Gruselheim verlassen und weitere Orte in Immernacht aufsuchen, um Freunde zu finden und mit zum Schulfest zu bringen. Doch wie soll das gelingen, wenn er kaum je über die heimische Gruft hinausgekommen ist?

Unfreiwillige Hilfe bekommt er vom alten Zaubermeister Donatus und der Hexe Cassandra, die ihn mit einigem magischen Schnickschnack ausstatten. Gut ausgerüstet, dennoch nicht so bereit, wie er sein sollte, macht sich Julius mit Flap auf den Weg. Prompt treffen sie auf den Zombie Gregor, der einen Arm an die fiese Hexe Hallimasch verloren hat. Um ihn zurückzubekommen, muss Julius das große Ram-Bot-Tsu-Turnier gewinnen. Kann sich Julius gegen die klare Favoritin Nachtschnuppe durchsetzen? Doch auf einmal geht es nicht mehr nur um den Sieg bei einem Turnier – denn die berüchtigte Umerziehungsanstalt Schockzahn ist involviert, wodurch es ziemlich gefährlich wird.

Kein gutes Gleichgewicht gefunden

Schon der Name „Schlotterbeck“ klingt nach einer schaurig-schönen Geschichte, und der einzahnige Vampir Julius und seine Fledermaus Flaps wirken ideal, um den nötigen Humor zu verleihen. Stellenweise klappt das auch echt gut: Flaps sorgt mit seiner Verfressenheit immer wieder für Lacher und Julius stellt sich als Außenseiter mit großem Herz heraus, der auch vor gefährlichen Abenteuern nicht zurückschreckt. Auch hat Autor Mark Wamsler witzige Ideen, um den Gruselflair zu erhöhen, und spielt gekonnt mit Wortneuschöpfungen wie „Gehirnburger“, „KratzApp“ oder die bereits erwähnte „GraveStation“.

Doch tauchen dazwischen immer wieder normale „Begriffe“ auf, die sich geradezu angeboten hätten, neu bezeichnet zu werden. So wird etwa in Euro bezahlt, was so gar nicht nach Immernacht passt (obwohl es, wie anfangs im Buch erwähnt, mitten in Deutschland spielt). Dadurch wirkt Julius‘ Heimat unvollständig und unausgereift.

Im Gegensatz dazu war die Geschichte als Ganzes zu sehr mit unnötigen Zwischensequenzen gefüllt, die so manche Passagen langweilig werden ließen. Zum Beispiel wird Julius einmal von seiner Mutter zurückgerufen, als er sich gerade auf ins Abenteuer machen will, um noch den Abwasch zu erledigen. Auch die Partie gegen Donatus im Spiel ForkKnight (in Anlehnung an Fortnite) hat Tempo rausgenommen und diente wohl eher dazu, eine vertraute Ebene mit lesenden Jugendlichen zu schaffen.

Anders lassen sich auch nicht die bis zur Überstrapazierung genutzten Begriffe „chillen“, „Alter“ und „Bro“ erklären, die alles andere als natürlich wirken. Kinder- und Jugendbücher müssen nicht mit Jugendwörtern vollgestopft werden, damit diese als solche gelten. Bevor man damit Dialoge unnatürlich wirken lässt, sollte man sie lieber weglassen.

Fazit

Viel wurde in dieser Rezension kritisiert, da die genannten Punkte tatsächlich eine ansonsten solide wirkende Geschichte überschatten. Lässt man sich davon nicht aus dem Takt bringen, so bleibt eine abenteuerliche Geschichte mit kleinen Gruselelementen und eine Menge Humor!

Die Schlotterbeck-Chroniken: Blutige Anfänger

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