Ich bin wie der Fluss

Erschienen: Juli 2021

Bibliographische Angaben

übersetzt von Bernadette Ott; Illustrationen von Sydney Smith; Hardcover, 44 Seiten

ISBN: 9783848901975

Couch-Wertung:

100%
Idee
Bilder
Text

Idee

Der Autor erzählt seine Geschichte kindgerecht und gut verständlich.

Bilder

Unglaublich gefühlvolle Illustrationen geben der inneren Aufgewühltheit ein äußeres Bild.

Text

Die Probleme des Kindes werden bilderhaft geschildert und hinterlassen den Lesenden mit einem starken Gefühl.

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Alexandra Fichtler-Laube
Ein kraftvolles Buch über das Stottern und den Mut wieder Worte zu finden

Buch-Rezension von Alexandra Fichtler-Laube Sep 2021

Zu sprechen, sich mitteilen zu können, ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die uns Menschen verbindet. Man erwartet regelrecht, dass jemand ganz einfach antwortet, wenn er angesprochen wird. Wenn dies nicht geschieht, oder auch nur unter Schwierigkeiten, kann das für beide Parteien schwierig sein.

“Ich wache am Morgen auf und in meinem Mund stecken die Wörter fest. Ich bleibe stumm wie ein Stein.”

Schon wenn er die Augen am Morgen aufschlägt, ist sein Kopf voller Worte. Er stellt sie sich vor, hört wie sie klingen und weiß doch, dass er sie heute nicht aussprechen kann. Ganz leise ist er und hofft, nicht angesprochen zu werden. Aber das lässt sich in der Schule kaum vermeiden. Und dann schauen die Kinder und verstehen gar nicht, warum ihm das Sprechen so schwerfällt. Zum Glück holt sein Vater ihn ab und verlangt kein Gespräch. Gemeinsam fahren sie zum Fluss und sein Vater schenkt ihm eine Idee, einen Vergleich, der ihm helfen und die beiden für immer verbinden wird.

Leise, persönlich und unendlich ergreifend

Der Autor dieses Bilderbuches erzählt mit eindringlichen und poetischen Worten seine eigene Geschichte. Wie der Junge im Buch hat er manchmal Probleme seine Gedanken auszusprechen, dann stottert er. Der Fluss ist eine Analogie zum Sprechen. Normalerweise sprudeln die Worte nur so aus einem heraus, doch manchmal gibt es auch Engstellen. Dort verwirren sich die Worte, sie bleiben stecken und können nicht weiter. Aber ein Fluss fließt immer weiter und hinter den Engstellen fließen die Worte wieder – ruhig und entspannt. Der Vater ist hier eine zentrale Figur: Verständnisvoll und voller Feingefühl gibt er seinem Kind den Raum, den es braucht und eine Hilfe, die verständlich und nützlich ist.

Die Illustrationen von Sydney Smith sind unglaublich stimmungsvoll. Er schafft es, der Einsamkeit und der Stille des Kindes ein Bild zu geben. Vor allem auch der Perspektivwechsel von der Verschwommenheit der Welt und der Gesichter im Moment der Sprachlosigkeit zu der Fokussierung auf die neugewonnene Hoffnung und Kraft sind erstaunlich.

Fazit

Ich bin wie der Fluss ist ein einzigartiges Bilderbuch, in dem Worte und Bilder gleichermaßen eine Geschichte erzählen, die Mut macht. Herausforderungen sind ein Teil des Lebens und jeden Tag gibt es die Möglichkeit sie neu anzugehen.

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