Couch-Wertung:

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Idee
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Ein spannendes Abenteuer über einen Jungen, der im Dreißigjährgen Krieg Klarheit darüber gewinnt, was im Leben wichtig ist.

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Vor allem zu Beginn mit viel Tempo und in klarer Sprache erzählt, später etwas profan mit fehlender Tiefe.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jan 2006

Was mag wohl Randolfs Vater mit dem silbernen Segel gemeint haben, das er kurz vor seinem Tod erwähnte? Trotz des harten Schicksals, das Randolf trifft, beginnt er mit der Suche, ohne auch nur zu ahnen, wo ihn seine Reise hinführen wird.

Kurz vor seinem vierzehnten Geburtstag verliert Randolf im Dreißigjährigen Krieg seine Familie - Mutter, Vater und Schwester. Soldaten fielen über den Ort her, in dem sie lebten und erschlugen zahlreiche Bewohner. Randolf konnte fliehen und sein Vater zunächst ebenfalls. Doch schwer verletzt erliegt dieser kurz darauf seinen Verletzungen, bittet seinen Sohn aber darum nach dem silbernen Segel zu suchen. Randolf aber hat keine Ahnung, was damit gemeint ist.

Die folgenden Tage sind vom Kampf ums Überleben geprägt. Ohne Geld und wärmende Kleidung gilt es für Randolf jeden Tag genügend Nahrung zu finden, um nicht zu verhungern. Die Nächte sind ruhelos, denn überall sind Plünderer und wilde Tiere unterwegs, die ihm gefährlich werden können.

Eines Tages rettet er Lilli, das Mädchen einer reichen Familie. Der Vater des Mädchens rückt daraufhin nur widerwillig eine Belohung für den heruntergekommen, wilden Jungen heraus - ein Goldstück. Darüber ist wiederum Lili entsetzt - sie dachte, dass ihr Leben mehr wert sei. Sie möchte Randolf gerne wieder sehen und übermittelt ihm, ohne das Wissen ihres Vaters, eine Nachricht. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft. Lilli ist fasziniert von Randolfs ";Freiheit";, die sie für sich selber so sehr ersehnt und für Randolf ist Lilli ein lang ersehnter wärmender Lichtschein.

Schließlich erhält Randolf von einem Gaukler einen ersten Hinweis auf das silberne Segel und den berüchtigten Piratenkapitän ";Eisenfuß";. Es heißt, dass das silberne Segel ";Licht in die Herzen bringen kann."; und ";wer das silberne Segel erreicht, kennt keine Angst mehr und wird der ganzen Menschheit ein großartiges Geschenk machen."; Der Weg führt Randolf in den Hafen von Hamburg. Auch wenn es ihm nicht leicht fällt, er geht allein, ohne Lilli, die (noch) nicht den großen Schritt in die Freiheit wagen mag.

Unterwegs macht er Halt in einer Gaststube, wo er den Waffenschmied Guntram kennen lernt, einen merkwürdigen Kauz, der an einem Amulett arbeitet. Randolf ist überrascht. Ein ebensolches Amulett hat er in einem seiner Träume getragen. Guntram fertigt ihm daraufhin auch ein Amulett an und ist ebenso verwundert, als er von Randolf erfährt, dass er einen Spruch eingraviert haben möchte, ebenfalls dem Traum entnommen. Ähnliches verlangte auch sein anderer Auftraggeber, Kapitän Eisenfuß!

Im Hamburger Hafen angelangt, gelingt es dann Randolf schließlich Eisenfuß ausfindig zu machen. Als Randolf dem finsteren Kapitän gegenüber das silberne Segel erwähnt ist die Reaktion eindeutig. Sie haben beide das gleiche Ziel und Eisenfuß wird klar, dass der Junge unter Umständen nützliche Informationen kennt. Eisenfuß lässt den Jungen kurzerhand einsperren und das Schiff, die ";Kralle";, verlässt den Hafen. Sie nehmen Kurs auf das silberne Segel. Doch dort warten erst noch drei Aufgaben darauf erfüllt zu werden, bevor sich das Rätsel und die Bedeutung um das silberne Segel offenbaren.

Der Auftakt des Abenteuers von Wolfram Eicke um den Jungen Randolf ist dramatisch. Die Flucht aus dem Ort und die folgende harte Zeit im Kampf um Essen und Trinken sind mitfühlend, spannend und mit viel Tempo erzählt. Eicke gestattet dem Leser aber stets, sich der Titelfigur zu nähern. Wir erfahren von seinem zerbrechlichen, aber klaren und empathischen Wesen, dass sogar die Tiere verstehen und ihn schließlich nachts in Ruhe lassen. Und auch den dämonischen Teil in Guntram, dem Waffenschmied, kann er besänftigen. Verheißungsvoll folgen wir also den Spuren und versteckten Hinweisen um das sagenhafte silberne Segel und geniessen auch die Zweisamkeit und Dialoge mit Lilli.

Mehr und mehr mischt Eicke klassische Zutaten dazu, die schließlich in ein etwas belangloses Piraten-Abenteuer münden, bei dem weder Hauptdarsteller noch Erzählung an Tiefe gewinnen oder gar überraschende Wendungen entstehen lassen. Im Gegenteil ist das Ende doch eher enttäuschend. Der Weg zum silbernen Segel wird von einem Riesenkraken bewacht, Meeresgeschöpf oder gar Maschine, das bleibt der Fantasie überlassen und mag für einen Moment vielleicht Bilder von Jules Verne wachrufen. Eisenfuß erliegt seiner Gier nach Geld und trifft die falschen Entscheidungen. Er bleibt ein insgesamt zu ";glatter"; profilloser Bösewicht, der es nur auf Reichtum abgesehen hat. Randolf ist der heldenhaft Gute, der hin und wieder mit seinem Schicksal hadernd, doch rechtzeitig Klarheit und Erkenntnis erlangt, dank einiger Weggefährten unter denen später auch wieder Lilli ist. Randolf findet schließlich wohl mehr als er gesucht hat.

Die Botschaft ist ohne Zweifel gelungen, wirkt aber doch schlussendlich etwas auf- und durchgesetzt. Natürlich geht es auch um den Kampf zwischen Gut und Böse, vielmehr aber darum, sein eigenes Schicksal - gut wie schlecht - anzunehmen, auf seine eigene Kraft zu vertrauen und an das eigene Glück zu glauben. Das silberne Segel symbolisiert in gewisser Weise die Klarheit und Erkenntnis über das, was wichtig im Leben ist. Das wird Randolf zuteil und so heißt es: ";Lebendig zu sein ist keine Strafe - es ist ein Geschenk.";

Fazit:

Die Geschichte um das silberne Segel ist ein spannendes, unterhaltsames Abenteuer, das souverän das ruhigere Fahrwasser meistert, aber später mit etwas rauhem Seegang zu kämpfen hat. Dank seines sympathischen Helden und der klaren Sprache weiss Wolfram Eicke aber durchaus den Leser zu fesseln.

Stefanie Eckmann-Schmechta

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