Die Reise des weißen Bären

  • Woow Books
  • Erschienen: Juli 2021

übersetzt von Bettina Münch; Broschur, 320 Seiten

ISBN: 9783961770939

Die Reise des weißen Bären
Die Reise des weißen Bären
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Rita Dell'Agnese
95%

Kinderbuch-Couch Rezension vonJan 2022

Idee

Ein Held, der eigentlich gar keiner sein will und eine Bärin machen diesen Roman zu einem großen Abenteuer.

Text

Die Geschichte wird in einer leicht verständlichen aber dennoch überzeugenden Sprache erzählt.

Eine ungewöhnliche Freundschaft

13. Jahrhundert: Seinem Hunger hat es Arthur zu verdanken, dass er die weiße Bärin kennenlernt. Denn als er nach dem Diebstahl einer gebratenen Keule aus einem Wirtshaus flüchtet, sucht er Unterschlupf in einer Scheune. Dort trifft er zum ersten Mal auf das Tier, das ihm anfänglich so viel Angst einjagt. Trotz seiner Angst lässt sich Arthur darauf ein, die Bärin bei der Überfahrt von Norwegen nach England zu betreuen. In England soll sie dem König als Geschenk überreicht werden. Doch seit ihrer Gefangennahme verweigert die Bärin das Fressen – bis Arthur in ihre Nähe kommt und sie zu beruhigen versteht. Zwischen der Bärin und Arthur entsteht eine intensive Freundschaft und als sie auf hoher See beide in Gefahr geraten, können sie nur gemeinsam überleben.

Sofort mitten im Geschehen

Susan Fletcher gelingt das Kunststück, das nur wenige Autorinnen und Autoren in dieser Form beherrschen: Schon nach den ersten paar Worten steigt vor dem inneren Auge ein Bild auf, das sich sofort zu einem spannenden Setting verdichtet. Man glaubt, die überbordenden Geräusche im Wirtshaus zu hören, die Gerüche wahrzunehmen und später, in der Scheune, den Atem der Bärin auf der Haut zu spüren. So geht es in diesem Roman weiter: Temporeich, atmosphärisch dicht und voller Abenteuer. Dass die Geschichte im 13. Jahrhundert spielt und vieles zunächst ungewohnt erscheint, tut der Spannung auch beim jungen Publikum keinen Abbruch. Vielmehr wird man bei manchen Szenen an ganz große Klassiker wie etwa „Die Schatzinsel“ erinnert.

Intensive Gefühle

Die Freundschaft, die sich zwischen Arthur und der weißen Bärin entwickelt, ist zwar ungewöhnlich, aufgrund der Geschichte aber nachvollziehbar und glaubwürdig. So mag es nicht erstaunen, wenn man dann bei näherem Hinsehen den Hinweis entdeckt, dass der Roman auf einer wahren Geschichte basiert. Gerade junge Leserinnen und Leser, die bereits eine Affinität für Tiere haben, werden sich mit Arthur und der Bärin wohlfühlen. Das hat auch damit zu tun, dass Susan Fletcher die Geschichte in einer einfachen, aber wirkungsvollen Sprache erzählt. Die Autorin weckt damit den dringenden Wunsch bei manchem ihrer jungen Fans, sich intensiver mit den Bären auseinanderzusetzen und ihre Bedürfnisse kennenzulernen. Denn die Autorin verzichtet in ihrem Roman darauf, ein falsches Bild vom Raubtier zu vermitteln. Auch präsentiert sie die Gepflogenheit, Königshäusern mit ungewöhnlichen Geschenken zu schmeicheln als Tatsache einer früheren Zeit, ohne sie direkt zu werten. Allerdings wird die Geschichte selber die Kinder zum Nachdenken über solche Geschenke bringen.

Fazit

Die Reise des Weißen Bären ist eine bemerkenswert spannende und lebendige Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft. Zwar ist sie an eine Leserschaft ab 10 Jahren gerichtet, doch werden auch Jugendliche und Erwachsene auf eine berührende Art davon angesprochen.

Die Reise des weißen Bären

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