Couch-Wertung:

78%
Idee
Text

Idee

Ein gefühlvolles Abenteuer mit spannendem Auftakt über zwei Schulkinder, die nach einem Unglück vier Tage auf Rettung warten müssen.

Text

Mit Gespür für stille Momente erzählt. Die emotionale Annäherung der Kinder wirkt authentisch.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jan 2006

Keine schöne Ausgangssituation, in der sich Amanda befindet. Bei einer Wildwasserfahrt verunglückt Sie und muss ausgerechnet mit dem Mitschüler, der sie am wenigsten ausstehen kann, um ihre Rettung kämpfen.

Amanda ist eines der Mädchen, die sich abseits der anderen Mitschüler aufhält - eher unfreiwillig versteht sich. Denn nur zu deutlich wird ihr signalisiert, dass sie nicht dazu gehört und allenfalls geduldet ist.

Es geht eines Tages auf gemeinsame große Klassenfahrt, die mit einem besonderen Highlight aufwartet: eine Wildwassertour. Nach einer kurzen Einweisung und mit einem kleinen Überlebenspaket ausgestattet, geht es los. Doch es dauert nicht lange und Amanda bemerkt, dass etwas nicht stimmt und sich die Bootsführer mit der Situation und der Begebenheit verschätzt haben. Nach einer kurzen Unaufmerksamkeit kommt es dann zum Unglück. Die Boote kippen, doch nur Amanda und Philipp, ausgerechnet der Junge aus ihrer Klasse, der es in Sachen Gemeinheiten stets besonders auf sie abgesehen hat, werden aus dem Boot ins eiskalte Wasser geschleudert und immer weiter abgetrieben, bis sie sich schließlich ans Ufer retten können. Von den anderen Mitschülern fehlt jede Spur. Völlig durchnässt, unterkühlt und erschöpft wird beiden klar, dass sie auf sich allein gestellt sind - der Kampf ums Überleben hat begonnen.

Nach andauernden Regenfällen und vorherrschender Orientierungslosigkeit gelangen sie an einen See mitten im Wald, wo sie eine verfallende Hütte entdecken. Noch unsicher und ängstlich darüber, was sich in der Hütte wohl alles befinden mag - selbst eine Leiche spielt in den Köpfen von Amanda und Philipp ein Rolle - beschließen die beiden die Hütte zu betreten. Völlig verlassen finden sich hier neben wärmenden, wenn auch schimmeligen Decken, zahlreiche weitere nützliche Gegenstände, die in der folgenden Zeit wesentlich zum Überleben und Schutz beitragen. Amandas Wissen über Pflanzen und Kräuter sichert ihnen notwendige Nahrung. Die wohl schwierigste Aufgabe für Amanda und Philipp besteht aber darin, sich trotz ihrer weniger freundschaftlichen Gefühle für einander, zu arrangieren. Vier Tage vergehen, bis Amanda und Philipp endlich gerettet werden...

Sofia Nordin schildert den Überlebenskampf in der fast unberührten Natur mit Nähe und Gespür für gefühlvolle, stille Situationen. So macht es wirklich Spaß, nach dem dramatischen Auftakt, Amanda und Philipp zu erleben, wie sie jeder für sich Vorurteile und Altlasten ablegen müssen, um einander offen und ehrlich begegnen zu können. Amanda fällt das natürlich in der Lage der clever agierenden Naturkennerin erheblich leichter, denn schließlich wächst ihr Selbstbewusstsein auch mit der Erkenntnis, dass sie der Motor für das gemeinsame Überleben in der Natur ist. Philipp dagegen muss zugestehen, dass seine sonst so großspurige Art doch eher Tatenlosigkeit, ja sogar Verzweifelung gewichen ist. Doch auch er verändert sich zum positiven. Und so sind es schließlich kleine Gesten, die Philipp und Amanda erkennbar in ihrer Einstellung zum andern wachsen lassen.

Der Schauplatz des Wartens auf die Rettung vermittelt beinahe romantische Idylle und bietet das ideale Umfeld für eine versöhnende Zusammenführung zweier Menschen. So liegt der Fokus der Erzählung auch genau in dieser behutsamen und zerbrechlichen Annäherung und weniger in dem Aufbau von knisternder Spannung oder permanent lauernden Gefahren. Gefällig ist auch der gedankliche Nebenschauplatz, den Sofia Nordin durch Amanda aufbaut. Denn Amandas Gedanken drehen sich nicht nur um ihre Rettung. Sie behält den sorgsamen und kindlich neugierigen Blick für ihre Umwelt und versucht in der Hütte am See die Vergangenheit und das Schicksal der Menschen die zuvor hier gelebt haben, zu ergründen. Die Umgebung wird so nicht nur zu einem Ort der Verzweiflung und Unruhe, sondern auch ein Ort der Suche, der Begegnung und Erkenntnis. Die verfallene Hütte erfährt nach und nach Aufbesserung, wirkt schließlich weniger beängstigend oder nur nützlich, sondern mehr und mehr wohnlich und vertraut, beinahe wie das erste eigene zu Hause...

Keine Wunder also, dass Amandas Herz selbst bei Ihrer Rettung noch an diesem besonderen Ort hängt, hat er doch so viel für Sie bedeutet und verändert. Amanda behauptet sich und kann zeigen, was in ihr steckt. Das wird am Ende, nach ihrer Rettung, sogar ";offiziell"; von Philipp bestätigt.

Fazit:

Sofia Nordin schreibt ein gefühlvolles und spannendes Abenteuer von zwei Kindern, die sich durch ihr gemeinsames Schicksal verändern müssen und so die Chance erhalten, den wahren Kern des anderen zu erkennen. ";In Lebensgefahr"; ist ein überraschend zurückhaltendes und wohl tiefsinnigeres Buch, als man bei dem Titel vielleicht erwartet hätte.

Stefanie Eckmann-Schmechta

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