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Idee
Bilder
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Idee

Ein wunderbar unbeschwerte Fabel über das Thema Angst mit viel Humor erzählt.

Bilder

Jens Rassmus erzeugt eine unaufdringliche und harmonische Atmosphäre. Die tierischen Protagaisten werden mit kräftigen Farben einfach aber dennoch ausdrucksstark betont.

Text

Eine aus Kindersicht ebenso ersnte wie humorvolle Auseinandersetzung mit dem Thema Angst. Viele gefühlsbetonte Dialoge.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jan 2006

[ab 5 Jahren]

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star. Kinderbuch des Monats [02.2006]. Nein, der Bär ist nicht mit dem "großen Klong"; gemeint, auch wenn das Cover vielleicht zunächst den Eindruck vermitteln mag. Vielmehr ist er es, der das ängstliche Kaninchen und das verschreckte Eichhörnchen ermutigt, sich auf die Suche nach dem sonderbaren, angeblichen bösen Monster zu machen. Und diese Suche gestaltet sich wahrlich fabelhaft!

Der Bär erwacht aus einem herrlichen, tiefen Winterschlaf. Es ist Frühling, er vermisst seine Freunde und so beschließt er sogleich das Kaninchen zu besuchen. Auf dem Weg dorthin begegnet er dem Fuchs, der den Bär verwundert zurück lässt, als er ihm davon erzählt, dass die Tiere im Wald große Angst hatten. Und tatsächlich macht das Kaninchen bei der Ankunft des Bären einen sehr verschreckten Eindruck. So erfährt der Bär von dem großen Klong, vor dem sich das Kaninchen so sehr fürchtet. Nur gesehen hat das Kaninchen den großen Klong nicht. Der Bär fragt sich, wie man sich vor etwas fürchten kann, dass man nicht gesehen hat. Also macht er sich mit dem Kaninchen auf, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Der Bär möchte die Tiere im Wald befragen, um etwas Licht in das Dunkel zu bringen. Sie treffen das Eichhörnchen, das nicht weniger ängstlich ist als das Kaninchen. Zwar hat das Eichhörnchen den großen Klong bisher auch nicht zu Gesicht bekommen, aber immerhin gehört. Das große Klong sei schrecklich laut und habe viele Stimmen. Für Eichhörnchen und Kaninchen steht fest: Klong ist schrecklich und böse und das entsetzlichste Tier, das es je im Wald gegeben hat.

Eine Krähe liefert weitere Informationen. Der große Klong könne nicht fliegen und ja, alle Tiere haben Angst vor dem großen Klong. Aber wirklich alle? Nein, nicht die Schnecke, die langsam des Weges läuft, aber kaum weiter angehört wird, so schnell sind Bär, Kaninchen und Eichhörnchen weitergegangen. Dabei hätte die Schnecke doch ganz sicher einen bedeutenden Beitrag zu Klärung des Falles beitragen können.

Und da ist auch der Specht, der den großen Klong gar für musikalisch hält und bereits viel Spaß mit ihm hatte. Der Bär ist verblüfft. Das Wiesel ist überzeugt, dass der große Klong einen dicken Pelz hat. Die Feldmaus wiederum bestätigt, dass der große klong ein Monster sein muss, ein Monster, das den Wind liebt. Denn wenn es windstill ist, hört man nichts und je stürmischer es ist, umso lauter ist es.

Der Bär ist ratlos und fasst gerade die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, da ertönt es ";Klong, Klong! Kling Klang Kong!"; genau über ihren Köpfen. Und so entdecken die drei endlich den großen Klong, der nichts anderes ist als ... Pfannen, Töpfe, Schraubenschlüssel, Nägel und Eisenstangen, die Kinder in einem Baumhaus aufgehängt haben und die im Wind aneinander schlagen.

Mit der Gewissheit, dass ihnen nun doch nichts Schlimmes widerfahren kann, haben Kaninchen und Eichhörnchen ihr Selbstbewusstsein zurück gewonnen und streiten sich bereits lauthals, wer denn nun der größte Angsthase gewesen sei. Abschließend wollen alle von der Schnecke wissen, woher Sie denn wusste, dass der große Klong kein Monster war. Die Schnecke grinst verschmitzt: ";Ich haaabe nachgesehen!";

Einfach wunderbar mit welcher Unbeschwertheit Melanie Rosenmaier und Jens Rassmus diese kleine Fabel über die Angst aufs Papier bringen. Sie thematisieren die steigende Angst vor dem Ungewissen, die immer weiteren Nährboden durch Spekulationen und Vermutungen erhält, wenn man sich ihr nicht stellt. Eine Erfahrung, die Kinder ganz sicher häufiger in ihrer Entwicklung machen und die so auch uns Eltern in vielen alltäglichen Begebenheiten, die Schrecken bei Kindern erzeugen, begegnet: Knarrende Geräusche auf dem Dachboden, das Monster unter dem Bett, der Geist im Schrank oder der düstere Keller. Klar, dass man der Angst begegnen muss, um sie auch überwinden zu können und dass gerade Kinder dazu noch die richtige Unterstützung, einen Begleiter brauchen ist ebenso verständlich. In ";der große Klong"; symbolisiert diese der starke Bär. Er nimmt die Ängste der anderen ernst, wenngleich er auch nicht immer seine deutliche Skepsis verbergen kann, und begibt sich auf die aktive Suche.

Eine nicht unwesentliche Erkenntnis für Kinder ist auch die Tatsache, dass nicht nur das Kaninchen alleine Angst hat, auch andere Tiere, wie das Eichhörnchen empfinden ebenso. Aber auch dass es Charaktere gibt, die sich nicht fürchten hilft Kindern ihre Vorstellungen zu überdenken - das ist ja nur natürlich. Schön, dabei aber eher unauffällig eingeflochten in die Erzählung, ist auch der Aspekt der familiären, geborgenen Sicherheit und des Selbstvertrauens, das im Kind selber ruht, und die einen wesentlichen Beitrag im konstruktiven Umgang mit der Angst leisten. So sagt die Schnecke: ";Wer sein Haaaus auf dem Rüüücken trägt, der braucht keine Aaangst zu haben.";

Aber ganz abseits von dieser Botschaft unterhält das Kinderbuch einfach nur prächtig mit vielen bekannten tierischen Protagonisten, die der Illustrator Jens Rasmuss in Mimik, Gestik und Körperhaltung sehr einfach, aber ausdruckstark betont. Denn die - für die Erzählung eher unbedeutende - Umgebung wird mit Schraffuren und leichten Linien beinahe an Skizzen erinnernd aufgebaut, dann flächig und zurückhaltend koloriert. Umso mehr treten Bär, Kaninchen & Co. mit ihrer ";weichen"; Erscheinung und der kräftigen Farbgebung hervor. Es entsteht eine freundliche, unaufdringliche und harmonische Atmosphäre.

Melanie Rosenmaiers Erzählung ist von humorvollen, gefühlsbetonten Dialogen geprägt, die für Kinder typische und aus ihrer Sicht auch begründete ";Schreckenslogik"; wird phantasievoll rübergebracht. Ein wenig Geduld beim Zuhören wird aber gerade kleineren Kindern mit wenig Vorlese-Erfahrung abgefordert, denn das Sammeln der Indizien nimmt schon etwas Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch. Und Melanie Rosenmaier lässt sich zudem - glücklicherweise - Zeit für kleine Zwischenspiele, die den Spannungsbogen lockern und die Dramaturgie dabei sinnvoll komplettieren. Mit seinem kleineren, handlicheren Format und der großen Schrift, ist das Buch nicht nur als Bilderbuch zum Vorlesen geeignet, sondern auch als Lektüre zum selber lesen für ";fortgeschrittene Leseanfänger";.

Fazit:

";Der große Klong"; ist wahrlich groß in Wort und Bild. Charakterstark, humorvoll und zauberhaft in Szene gesetzt, ist diese emotionale ";Aufklärungsmission"; ein vergnüglicher Beitrag in Sachen Angstbewältigung.

Stefanie Eckmann-Schmechta

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