Couch-Wertung:

82%
Idee
Text

Idee

Ein spannendes Geister-Abenteuer mit einem etwas einfallslosen Plot, aber phantasievoller Mischung.

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Die atmosphärisch dichte und bildhafte Sprache fesselt mit vielen raffinierten Einfällen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jan 2006

Die Engländerin Louise Arnold, geboren 1980, gewann mit ";The invisible Friend"; im Jahr 2003 den BBC News Online Schreibwettbewerb. Bei Fischer Schatzinsel erscheint das Erstlingswerk über eine ganz besondere Freundschaft unter dem Titel ";Arthur Unsichtbar und der Schrecken von Thorblefort Castle"; und wird wohl nicht nur bei ";Geisterfans"; Anklang finden.

Der elfjährige Tom Golden hat es wahrlich nicht leicht. In der Schule ist er der absolute Außenseiter und wird von seinen Klassenkameraden regelrecht gemobbt. Seine Eltern ahnen und erfahren davon nichts und so kämpft sich Tom widerwillig durch seinen leidvollen Schulalltag.

Nur gut, dass eines Tages der ";Graue Arthur"; - ein Geist - selber auf der Suche nach seiner Bestimmung und quasi ein Außenseiter in der Geisterwelt, auf Toms verzweifelten (Gedanken-) Ruf reagiert. Als er die Notlage von Tom erkennt weiß Arthur, was er sein möchte: ein unsichtbarer Freund. Nur Tom selber weiß von seinem Glück noch nichts und Arthurs erste Rettungs- und Hilfeaktionen bleiben unentdeckt. Toms Alltag wird jedoch ein wenig erträglicher und so ist zumindest Arthur sehr zufrieden.

Doch eines Tages wird nach einem erneuten Zwischenfall in der Schule Tom bei einem Autounfall verletzt. Als er im Krankenhaus erwacht, hat sich etwas Wesentliches verändert: er kann Geister sehen und damit natürlich auch Arthur. Zunächst steht Tom seiner neuen Fähigkeit skeptisch gegenüber, bis er eben auch die Vorzüge kennen lernt und akzeptiert.

Das geht auch einige Zeit ganz gut, bis zu dem Schulausflug in das Schloss ";Thorblefort Castle";, bei dem sich nicht nur zahlreiche Schüler, sondern auch hunderte gespannte Geister einfinden, um einen Blick auf den Jungen zu werfen, dem es möglich ist, eben sie - die Geister - zu sehen. Doch nicht alle Geister haben dann auch eine positive Auswirkung auf die Konstitution des per se schon verschreckten Tom. Die Konfrontation mit einem Schreigeist endet in wilder Panik und die anschließende Begegnung mit ";Trauer-Jane"; gar in tiefer Verzweiflung, bitteren Tränen und schließlich in einem totalen Zusammenbruch.

Toms ahnungslose Eltern ziehen sodann einen Psychiater zu Rate - Dr. Brown. Der verspricht auch helfen zu können, entpuppt sich jedoch als Gauner. Er kommt hinter die Freundschaft von Tom und dem Grauen Arthur und möchte den tatsächlich existierenden Geist für seine eigenen Zwecke missbrauchen. Plötzlich ist Tom in Gefahr, denn er wird von Dr. Brown entführt, um so sicher an Arthur herankommen zu können.

Louise Arnold bringt die Welt der Geister mit den vielen verschiedenen Charakteren sehr unterhaltsam und überaus phantasievoll mit der realen Welt zusammen. Viele raffinierte, nicht immer neue, Einfälle, freche Dialoge und spannende Szenen an stimmungsvollen Schauplätzen, wechseln sich erwartungsvoll ab und bilden ein ideenreiches aber doch meist oberflächliches Konstrukt. Denn zu oft hat man das Gefühl, die Erzählung ist darauf bedacht ein weiteres schräges oder irrwitziges Highlight nach dem anderen zu präsentieren. Eine kreative Verflechtung von Charakteren und Begebenheiten findet nicht statt und so folgt die Erzählung einem sehr linearen Handlungsstrang, der dabei mehr Komplexität vermitteln kann, als wirklich vorhanden ist.

Schade, dass trotz eines immensen Spannungsbogens gerade im letzten Viertel des Buches, im Plot deutlich die Ideen ausgehen. Der Bösewicht handelt nur aus Geldgier und benötigt den cleveren Geist lediglich zur Lottozahlenmanipulation. Genau die Geister, die zuvor Toms Zusammenbruch in Thorblefort Castle herbeiführten - ";Schreigeist"; und ";Trauer-Jane"; - kommen Tom zu Hilfe, vereiteln den Plan und bedeuten dann auch den Sieg des Guten. Dass Louise Arnold wiederum Tom nicht als ";erlösten"; Helden aus der Geschichte entlässt und sich sein Schulalltag trotz des Abenteuers nur unwesentlich verändert, ist angenehm. Entscheidender Wendepunkt für Tom wird sein, dass sein Vater zu erkennen gibt, dass er nun an den Grauen Arthur glaubt.

Doch ohne Frage, Louise Arnolds ungezwungene, überzeugende Art zu schreiben ist bemerkenswert und sie versteht Kinder mit ihrer atmosphärisch dichten und bildhaften Sprache zu fesseln. Kein Wunder also, dass die Filmrechte für ";Arthur Unsichtbar"; bereits verkauft sind. Die Schilderung von Toms schulischem Umfeld und das Leben dort als Außenseiter sind nachvollziehbar, emotional und bewegend. Dramaturgische Highlights und spannend inszeniert sind vor allem die Begegnung mit dem ";Schreigeist"; und ";Trauer-Jane";, die Toms physischen und vor allem psychischen Zusammenbruch zur Folge haben. Dieser wiederum markiert den wichtigen Meilenstein in der Erzählung und hier liegt auch wohl der Untertitel ";der Schrecken von Thorblefort Castle"; begründet. Die Begegnung ist umso bedeutender, da diese beiden Geister in ihrer massivsten Ausdrucksform wesentliche Gefühlspole von Tom, nämlich Angst und Traurigkeit, widerspiegeln.

Fazit:

Erfrischend, mit welcher Zielstrebigkeit und Phantasie Louise Arnold in ihrem Erstlingswerk agiert. Trotz der konstruierten Bausteine und einem doch einfallslosen Plot: die unterhaltsame Mischung stimmt. Und so wird das aufreibende und spannende Geister-Abenteuer, mit den zwei vielleicht doch nicht so ungleichen Hauptdarstellern, bei Kindern souverän punkten. Die Freundschaft zu einem unsichtbaren Freund, den ja bekanntermaßen Kinder durchaus in ihrem Leben haben, ist anschließend aus Kindersicht sicherlich eine wünschenswerte Vorstellung.

Stefanie Eckmann-Schmechta

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