Armer schwarzer Kater

Erschienen: August 2021

Bibliographische Angaben

Illustrationen von Claudia Burmeister; Hardcover, 72 Seiten

ISBN: 9783570178959

Couch-Wertung:

95%
Idee
Bilder
Text

Idee

Die Idee eines Vorlesebuches aus Sicht eines Katers spricht Kinder an und ist gelungen umgesetzt. „Kater“ kann als Protagonist durch seine trockene Art und seinen speziellen Humor überzeugen.

Bilder

Die Bilder passen gut zur Geschichte. An einigen Stellen greifen sie jedoch der Erzählung vorweg, was etwas irritiert.

Text

Die Geschichte passt sowohl sprachlich als auch inhaltlich gut zum Alter der Zielgruppe, macht durch ihre witzige Art jedoch auch den großen Vorlesern Spaß.

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Kathrin Walther
Weg mit der Babykatze!

Buch-Rezension von Kathrin Walther Sep 2021

Als Katze lässt es sich eigentlich ganz gut leben, wenn man eine tolle Familie gefunden hat, bei der man wohnen kann. Man wird liebevoll umsorgt, es wird darauf geachtet, dass Fress- und Wassernapf stets gefüllt sind und es gibt viele weiche und warme Schlafplätze. Für Katzen, die die Freiheit lieben, werden oft noch extra Katzenklappen in die Tür gebaut, damit jederzeit die Möglichkeit für einen Ausflug an die frische Luft besteht, wo man sich austoben, andere Katzen kennenlernen oder Mäusefangen kann. Was beim heimischen Stubentiger jedoch meist gar nicht gut ankommt, ist Konkurrenz in Form einer weiteren Katze. Genau dieses Schicksal ereilt Kater, bei dessen Familie plötzlich eine Babykatze einzieht.

Kater zieht aus

Kater ist mit seinem Leben ziemlich zufrieden, denn er kann sich eigentlich nicht über seine Familie beschweren. Sie sorgen liebevoll für ihn und kümmern sich gut. Doch eines Tages passiert etwas, womit er nie und nimmer gerechnet hat. Er kann es kaum fassen, als seine Familie ihm eine Babykatze vorsetzt, der er auch noch „beim Eingewöhnen“ helfen soll. Zu allem Überfluss geben sie ihr den in seinen Augen albernen Namen „Mausi“, der für eine vernünftige Katze alles andere als passend ist. Für ihn steht fest, zusammen mit Mausi kann er nicht in einem Haus leben. Daher beschließt er, sein schönes Zuhause mit all dem Komfort zu verlassen. Doch so ganz gefällt ihm das Leben auf der Straße nicht. Zwar gibt es auch nette Straßenkatzen und die schwarze Katzendame findet er sogar sehr toll, doch das selbstständige Sorgen für Futter, die oft kalten und zugigen Schlafplätze und das nasse Wetter machen ihm das Leben schwer. Gut, dass er im Nachbarsdackel Waldemar, den er bisher eigentlich gar nicht leiden konnte, einen guten Freund und Informanten über die Vorgänge im Haus gefunden hat.

Irgendwann als seine Familie bei der Arbeit und in der Schule ist, beschließt er, mal wieder in seinem alten Zuhause nach dem Rechten zu sehen. Natürlich läuft ihm Mausi über den Weg, die sich vor seinem Fauchen direkt so sehr erschreckt, dass sie mit ihren tapsigen Beinchen umfällt. Trotzdem lässt sie sich nicht von ihm abschrecken und folgt ihm auf Schritt und Tritt, was ihm überhaupt nicht gefällt. Als sie ihm auch noch durch die Katzenklappe nach draußen folgt, hat er das kleine Fellknäuel auch noch dort am Rockzipfel hängen. Je mehr Zeit er mit der kleinen Katzendame verbringt, desto mehr muss er aufpassen, dass sie sich nicht einfach in sein Herz schleicht. Ob ihm das wohl gelingt und er weiterhin als verwegener Straßenkater durch die Gegend ziehen wird?

Die Welt aus Katersicht

Armer schwarzer Kater ist bereits der zweite Band rund um den sympathischen Stubentiger und seine Familie, was jedoch weder am Cover noch inhaltlich zu erkennen ist. Ein Einstieg mit diesem Band ist somit ohne Probleme möglich, zudem liegen sieben Jahre zwischen den beiden Geschichten.

Monika Feth, die vielen wahrscheinlich durch ihre Thriller für Jugendliche bekannt ist, schreibt hier aus Sicht des etwas eingebildeten und arroganten Kater, der berichtet, was er vom Einzug der kleinen Babykatze hält und wie sehr er das kleine Wesen (zunächst) verabscheut und er schließlich sein Zuhause lieber verlässt, als sich mit Mausi abzugeben. Das Buch ist dabei in einer Art Tagebuchstil geschrieben, jedes neue Kapitel beginnt mit einem Datum, sodass sich erkennen lässt, dass sich die Geschichte insgesamt über zehn Tage erstreckt. Sowohl sprachlich als auch inhaltlich passt der Text gut zum Alter der Zielgruppe und kann durch Witz und seine ironische Art überzeugen, die auch den großen Vorlesern Spaß macht.

Niedliche Illustrationen

Die Bilder von Claudia Burmeister sind niedlich und illustrieren die Geschichte passend. Da es sich bei dem Buch um einen Vorleseroman für relativ junge Kinder handelt, überwiegt zwar der Textanteil, doch gibt es auf jeder Doppelseite mindestens ein Bild, das mal eine ganze Seite, ein andermal aber auch nur den Rand oder ein kleines Feld ausfüllt. Die Bilder sind je nach Größe detailreich und spiegeln den Inhalt des Textes gut wider. Manchmal ist es jedoch etwas verwirrend, dass ein Bild an einer Stelle auftaucht, bevor die entsprechende Szene im Text vorgekommen ist.

Fazit

Insgesamt ein gelungenes Vorlesebuch, das sowohl Kindern als auch Erwachsenen durch seine ganz spezielle (Katzen-)Sicht auf die Dinge Spaß macht. Monika Feth erzählt gekonnt, wie der Familienkater als „Einzelkatze“ über den Einzug der kleinen „Konkurrentin“ denken könnte und kann durch Witz und Humor überzeugen. Ein schönes Buch, das sich nicht nur an Katzenliebhaber richtet!

Armer schwarzer Kater

Armer schwarzer Kater

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