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Idee
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Idee

Lebensweisheiten verpackt in die Geschichte eines lernenden und eines lehrenden Engels mit Tipps und Anweisungen, wie man die Probleme des Lebens meistern kann. Leider etwas zu pathetisch. Idee gut, Umsetzung an einigen Stellen unbefriedigend.

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Einfache s/w-Illustration am Anfang eines jeden Kapitels: mit wenigen Strichen große Ausdruckskraft.

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Text erinnert an Predigt, ist kindgerecht geschrieben und gut zu verstehen. Da es sich eher um eine Gebrauchsanweisung fürs Leben handelt, appelliert Text eher an Gefühle und Verständnis, als dass er mit Witz und Ideenreichtum gespickt ist.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jan 2006

Auf der Welt geschehen viele schreckliche Dinge: Menschen fügen anderen Leid zu, Naturkatastrophen zerstören das Leben ganzer Familien, Dörfer und Städte. Wie soll der Engel-Azubi Mike da noch Gott verstehen, der so etwas offensichtlich zulässt? Vor lauter Frust und Trauer steckt Mike dann doch lieber den Kopf in die Wolke. Aber ";Gott sei Dank"; gibt es ja noch Gabriel, seinen Lehrer, der ihm hilft, Gottes Wirken auf Erden zu verstehen und den Menschen Trost und Hoffnung zu geben.

In 15 Lektionen lernt der kleine Engel Mike in Begleitung und mit Unterstützung von Gabriel Gott und die Welt besser zu verstehen. Der Autor, der amerikanische Rabbi Marc Gellman, stellt gleich zu Anfang klar, dass Mike und Gabriel seine Erfindungen sind, um sein Anliegen besser transportieren zu können. In den Vorworten Ein paar Worte vorab für Erwachsene... und Ein paar Worte vorab für Kinder... gibt Gellman Tipps und Anweisungen, wie dieses Buch zu verstehen und zu gebrauchen ist. Denn der Gebrauchswert ist ihm ein zentrales Anliegen. Der Irak-Krieg, das Seebeben in Südasien und die Terroranschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001 inspirierten ihn, eine Art Handbuch zum besseren Verständnis der Welt zu schreiben. Er stellt gleich zu Beginn die entscheidende Frage: Wenn es doch einen Gott gibt, warum lässt er so etwas Schreckliches zu? Um den Menschen zu helfen, diese schrecklichen Taten zu verstehen, ohne Gott aufzugeben, hat er die beiden Figuren Mike und Gabriel erschaffen. Mike ist so entsetzt von den Taten auf der Erde, dass er seine Ausbildung zum Erzengel aufgeben möchte, da er sich nicht mehr in der Lage sieht, Gottes Wirken auf Erden zu verstehen und den Menschen Trost und Hoffnung zu geben. Gabriel möchte den kleinen Engel Mike nicht verlieren und verspricht, ihm so viel wie möglich zu erklären und am Ende werde er verstehen, dass Trauer und Glück zusammengehören und Gott die Welt perfekt eingerichtet habe. Dies ist eine große Herausforderung für Gabriel!

In den einzelnen Szenen begleitet er Mike und hilft ihm, zentrale Probleme des Lebens besser zu bewältigen und auf wichtige Fragen eine Antwort zu finden. Was kann man tun, wenn einem alles sinnlos erscheint? Wie kommt man ohne Verletzungen durchs Leben? Wo ist Gott in schweren Zeiten? Was hilft, wenn man nicht aufhören kann traurig zu sein? u. v. m. Mikes Lernprozess gestaltet sich teilweise durch Beobachtung von Menschen auf der Erde, teilweise durch eigene Erfahrungen. Wenn er z. B. mit Gabriel zusammen Skifahren geht und über ein verschneites Hindernis stürzt, wird ihm bewusst, dass er nicht ohne Verletzungen durchs Leben gehen kann, weil nicht alle Hindernisse im Leben markiert sind. Aber man kann umsichtig und aufmerksam durchs Leben gehen (oder fahren) und dadurch zwar nicht alle Verletzungen vermeiden, aber auch viele schöne Dinge wahrnehmen, die ansonsten unbeachtet an einem vorbeigerauscht wären. In einer anderen Szene beobachtet Mike Menschen, die in einer Suppenküche arbeiten und Obdachlosen helfen. Diese Menschen leuchten, d. h. strahlen etwas Positives aus, weil sie Gutes tun. Und Mike kann dieses Leuchten sehen. In wieder einer anderen Szene möchte Mike gerne ein Wunder mit eigenen Augen sehen. Gabriel führt ihn in der Geschichte zurück und sie wandern mit den Menschen gemeinsam durch das geteilte Rote Meer. Mike ist fasziniert von diesem Wunder aber entrüstet von dem, was er von den Menschen hört, die er begleitet. Sie bemerken nicht, was um sie herum geschieht und beschweren sich nur über den Schlamm, durch den sie waten müssen und der ihre Kleider beschmutzt. Sie befinden sich in einem großen Wunder und sehen es nicht. Ein Szenenwechsel führt die beiden Engel auf eine Blumenwiese, auf der das kleine Mädchen Anna die schönen Blumen bestaunt und Gott für dieses Wunder dankt. Mike versteht nun, dass es überall große und kleine Wunder gibt und wer bereit ist, sie zu sehen, der sieht sie auch in den kleinen Dingen des Lebens. Wer jedoch keine Wunder erwartet, wird auch niemals welche sehen.

Nach jeder Szene, in der Mike etwas gelernt hat, folgt ein Abschnitt Zum Weiterdenken. Der Autor gibt in diesen Abschnitten Tipps und Anregungen wie man mit dem von Mike Gelernten viele Dinge im Leben besser verstehen und wie man sich verhalten kann. Rabbi Gellman gibt mit diesem Buch Anleitungen, wie man zu mehr Optimismus und Hoffnung gelangt. Wenn man die Augen öffnen würde, könne man Gott in allen Dingen, Menschen und Taten entdecken. Sofern man an Gott glaube, könne man Trauer besser verarbeiten und Freude intensiver empfinden. Die Kapitel Zum Weiterdenken erinnern stark an eine Predigt. Der Leser wird direkt angesprochen und zum Nachdenken angeregt.

Das Buch ";Himmlische Helfer - Wie du Trost und Hoffnung finden kannst"; ist in zweierlei Hinsicht etwas einseitig. Zum einen konzentriert es sich sehr auf Amerika, zum anderen stellt es - vielleicht auch ungewollt - die jüdische Religion als die bessere dar. Immer wieder fragt man sich, ob es für den amerikanischen Autor nur die schrecklichen Ereignisse am 11. September 2001 in New York gibt. Jeweils einmal flüchtig und in Nebensätzen verpackt erwähnt er die Tsunami-Opfer, hungernde und sterbende Kinder in Afrika und chinesische Gefangene, die aufgrund ihres Glaubens hingerichtet werden. Aber man spürt beim Lesen, dass dies für den Autor weit weg ist. Sein zentrales Anliegen ist die Bewältigung der Terroranschläge auf das World Trade Center. Als Nicht-Amerikaner fragt man sich natürlich, so schrecklich die Ereignisse in New York auch waren, warum in diesem Buch das ganze Elend der Welt fehlt. Tagtäglich sterben Menschen durch Bürgerkrieg, Krieg, Naturkatastrophen, Hunger und Gewalt. Aber dem Autor gelingt es nicht, dies klar darzustellen, obwohl er zu Beginn betont, dass sie ihn zu diesem Buch inspirierten.

Etwas ärgerlich wird es, wenn Gellman Mike und Gabriel die Frage beantworten lässt, wie man anderen helfen kann, die traurig sind. Zur Verdeutlichung besuchen die beiden Engel eine jüdische Familie während der Schiwa, d. h. während Freunde und Verwandte zusammensitzen und den Tod eines Menschen gemeinsam verarbeiten. Die Tochter des Hauses sitzt weinend im Kreis ihrer Freundinnen, die sie zu trösten versuchen. Danach begeben sich Mike und Gabriel in das Haus einer katholischen Familie. Der Familienvater ist vor kurzem gestorben und die kleine Tochter liegt alleine in ihrem Bett und weint. Obwohl Gabriel Mike zu verstehen gibt, dass es egal sei, welcher Religion man angehöre, Hauptsache man ließe niemanden in seiner bzw. ihrer Trauer alleine, so wird an dieser Stelle doch ganz deutlich, dass der Autor den jüdischen Sitten deutlich den Vorzug gibt. Grundsätzlich wäre hiergegen nichts einzuwenden, wenn Gellman nicht explizit betont hätte, dass dieses Buch alle ansprechen solle, egal ob sie Juden, Katholiken oder Moslems seien.

Besonders gelungen sind die einfachen s/w-Illustrationen der jungen Grafikdesignerin Heike Herold. Mit wenigen Strichen gelingt es ihr, ihren Figuren eine starke Ausdruckskraft zu verleihen. Die in den einzelnen Abschnitten beschriebenen Gefühle und Stimmungen werden durch die einfachen, skizzenhaften Darstellungen hervorragend unterstützt. Mit ganz wenig Mitteln wird enorm viel ausgedrückt.

Fazit:

Der Versuch, mit Hilfe des Engel-Azubis Mike und seines Lehrers Gabriel zentrale Glaubensfragen zu beantworten, ist relativ gut und verständlich gelungen. Leider ist dieses Buch sehr amerikanisch. Die Sichtweise ist zu einseitig auf das eigene Land und die eigene jüdische Religion des Autors gerichtet. Trotzdem sind die Tipps, wie man Probleme im Alltag besser bewältigen kann, lebensnah und realistisch.

Dieses Buch, das Sachbuch-Charakter hat, lässt sich von Kindern sicherlich besser verarbeiten, wenn es vorgelesen und dann darüber gesprochen wird. Obwohl die einzelnen Kapitel in sich eine gewisse Spannung aufbauen, so wird doch kaum ein Kind auf die Idee kommen, diese mit ";Lebensweisheiten"; gespickten Geschichten alleine und freiwillig zu lesen. Den ein oder anderen guten Wegweiser hält Rabbi Gellman aber für jeden Leser, ob jung oder alt, bereit.

Marijke Lass

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