Wütend

Erschienen: September 2021

Bibliographische Angaben

Hardcover, 48 Seiten

ISBN: 9783791374932

Couch-Wertung:

92%
Idee
Bilder
Text

Idee

Ein kleines Mädchen mitten in tosenden Gefühlen: Eine wunderbar umgesetzte Situation.

Bilder

Die Bilder bestechen durch einen hohen künstlerischen Wert.

Text

Wenige Worte machen den Text aus, der an Dynamik schwer zu überbieten ist.

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Rita Dell'Agnese
Wut verstehen, Wut kanalisieren

Rezension von Rita Dell'Agnese Jan 2022

Wenn jemand wütend ist und das auch zeigt, wird schnell der Ruf laut, sich doch zu beherrschen, seine Gefühle in den Griff zu bekommen. Das gilt auch für kleine Kinder, die von ihren Emotionen mitgerissen werden. Britta Teckentrup hat die Wut in den Mittelpunkt ihres Bilderbuchs gesetzt und macht sichtbar, was diese überaus starke Emotion mit dem kleinen Mädchen macht, das sie als Protagonistin auserkoren hat. Es sind sehr gewaltige Momente, die die Autorin hier beschreibt. Und sie beschreibt sie in einer Art, die den Begriff „Wut“ und die Emotion, die dahintersteckt, auch für kleine Kinder verständlich macht. Die Worte lassen das Kind verstehen was mit ihm passiert, und legen quasi die Spur dafür, dieses Gefühl zu kanalisieren, wenn es denn auftaucht.

Optimal bebildert

Es ist nicht erkennbar, ob die Illustrationen auf dem Text aufgebaut sind – oder umgekehrt. Da Britta Teckentrup sowohl für die Bilder wie auch für den Text verantwortlich ist, wirkt alles aus einem Guss und stützt sich gegenseitig. So entsteht eine unglaubliche Dynamik, die aus den Bildern und den wenigen aber intensiven Worten erwächst. In der Figur des kleinen Mädchens können sich die Kinder selbst erkennen und erleben auch, dass die richtig gelebte Wut eine kraftvolle, aber nicht zwingend destruktive Sache sein muss. Ob als Seeungeheuer, Drache oder Wirbelsturm – das Kind kann verstehen, was in ihm vorgeht.

Es braucht Begleitung

Dieses sprudelnde, lebendige und emotionale Bilderbuch gehört zu den Werken, die den Kindern zwar wichtige Türen öffnen können, doch ist es wichtig, das Kind beim Betrachten zu begleiten, Fragen zu beantworten, unter Umständen auch aus den einzelnen Beschreibungen neue Situationen entstehen zu lassen – warum nicht mit Buntstiften, Kreiden oder Farbe und Pinsel? Die umsichtige und ohne Werturteil versehene Darstellung der Wut kann durchaus als Grundlage verstanden werden, eigene Bilder und Worte zu diesem Thema zusammen zu tragen und damit auch in der Lage zu sein, Gefühle zu unterscheiden und für andere Emotionen wie Freude, Trauer, Langeweile und mehr ähnlich dynamische Prozesse in Gang zu setzen.

Fazit

Wütend ist ein sowohl vom künstlerischen wie auch vom erzieherischen Standpunkt aus gesehen ein wertvolles Bilderbuch, das nicht nur im Zusammenhang mit kleinen Kindern Verständnis wecken und wichtige Erkenntnisse bringen kann.

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