Adam und Eva

  • Kindermann
  • Erschienen: Oktober 2021

Illustrationen von Josephine Wolff; Hardcover, 48 Seiten

ISBN: 9783934029866

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Rita Dell'Agnese
65%

Kinderbuch-Couch Rezension vonApr 2022

Idee

Eine biblische Geschichte religionsfrei darzustellen, ist eine große Herausforderung.

Bilder

Die Illustrationen geben die pralle Pracht des Gartens gut wieder.

Text

Der Autor versucht, dem Text einen jugendlichen Slang zu verleihen.

Von der Entstehung der Liebe

Adam langweilt sich in dem paradiesischen Garten, der ihn mit einer Fülle von Früchten verwöhnt. Nur der große Baum in der Mitte des Gartens mit seinen Früchten ist für Adam verboten. Um Adam zu unterhalten, schafft der Garten viele Tiere und lässt Adam sich Namen dazu ausdenken. Eines Tages kommt jedoch ein neues Wesen dazu: es nennt sich Eva. Adam und Eva verbringen viel Zeit damit, neue Dinge zu erfinden und die Früchte des Gartens zu genießen. Als eines Tages die Schlange Eva einen Apfel vom verbotenen Baum überreicht, den sie in ihren Obstsalat verarbeitet, löst sie eine unerwartete Reaktion des Gartens aus: Adam und Eva werden aus dem Garten vertrieben und müssen sich eine neue Existenz aufbauen. Begleitet werden sie einzig von einem Esel.

Eher was für Erwachsene

Autor Martin Baltscheit hat hier ein biblisches Thema aufgegriffen und es so umgestaltet, dass das Thema Gott und Schöpfung außen vor bleibt. Damit macht er die Geschichte auch jenen zugänglich, die einer anderen Religion angehören oder der Religion generell abgeschworen haben. Allerdings fehlt der Geschichte damit der elementare Kern und aufgeweckte Kinder stellen schnell die Frage, wieso ein Garten als natürlicher Lebensraum Tiere erfindet und einen Baum hat, der zwar Früchte gibt, von denen aber niemand essen darf. Grundsätzlich scheint es so, als habe Martin Baltscheit bei seiner Adaption eher Erwachsene im Visier gehabt, denn Kinder. Ob es nun der gelangweilte Teenager Adam ist, der vom Garten unterhalten sein will, oder die praktisch veranlagte Eva, die sich mit Yoga und Fruchtsalat beschäftigt: Die Figuren und ihr vermeintlicher Jugend-Slang verfangen bei kleineren Kindern nur beschränkt. Auch die Anspielung an Josef und Maria, die zu einem viel späteren Zeitpunkt mit ihrem Esel unterwegs sein werden, dürfte höchstens bei Erwachsenen zu einem Schmunzeln reichen.

Schön bebildert

Überzeugender als der Text ist bei diesem Bilderbuch die Illustration. Die junge Illustratorin Josephine alias Phine Wolff setzt den paradiesischen Garten farbenfroh und üppig um und erweckt damit einen Eindruck von prallem Wachstum. Auch ihre Figuren wissen zu punkten, verlieren aber im modernen Leben etwas von ihrer sinnlichen und lebensfrohen Art. Sollte dies als beabsichtigte Hommage an gestresste Eltern so gewählt sein, dürfte auch dies eher ein Wink an die Erwachsenen denn an die Kinder sein. Grundsätzlich faszinieren die Illustrationen jedoch Jung und Alt und erzählen die Geschichte in einer eindrücklichen visuellen Präsenz.

Fazit

Adam und Eva als religionsfreie Geschichte darzustellen, funktioniert nur bedingt. Reizvoll ist die bewusste Anspielung auf das biblische Vorbild vor allem für ein erwachsenes Publikum. Die Kinder als Zielpublikum dürften vor allem ihre Freude an den üppigen Illustrationen haben.

Adam und Eva

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