Merdyns magische Missgeschicke

  • Rowohlt
  • Erschienen: Oktober 2021

übersetzt von Mareike Weber; Illustrationen von Claire Powell; Hardcover, 384 Seiten

Band 1 von 2 aus der Merdyns magische Missgeschicke-Reihe

ISBN: 9783499007200

Merdyns magische Missgeschicke
Merdyns magische Missgeschicke
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Alexandra Fichtler-Laube
88%

Kinderbuch-Couch Rezension von Alexandra Fichtler-Laube Jan 2022

Idee

Ein Zauberer reist 1500 Jahre in die Zukunft und bringt unsere Moderne durcheinander. Äußerst unterhaltsam.

Bilder

Lustige und detailreiche Illustrationen schaffen eine gute Pause zwischen den Textstellen.

Text

Es wird witzig, aktiv und abwechslungsreich erzählt.

Ein Zauberer kommt selten allein

Hexenmeister Merdyn steckt ganz schön in der Bredouille: Seine Streiche sind zu weit gegangen und der einst liebenswürdige Zauberer sorgt nur noch für Angst und Schrecken. Damit spielt er seinem Erzfeind Jeremiah Jerabo in die Karten, der es kaum erwarten kann, Merdyn in den Fluss der Verdammnis zu schicken. Doch Jerabo ist bei weitem nicht der begnadete Zauberer, für den er sich hält und stattdessen landet Merdyn 1500 Jahre später in einem Einkaufszentrum.

„Du musst bedenken, im Mittelalter waren die einzigen Lichtquellen die Sonne, Feuer und manchmal eine Kerze. Jetzt waren da blinkende Lichter, Diskokugeln und alle möglichen anderen Leuchtkörper, die seine Sehzellen peinigten.“

Hier trifft er auf Rosie, ein kleines Mädchen, dessen größter Traum es ist, eine berühmte Sängerin zu werden. Ihr verstorbener Vater hat sie mit einer Menge Selbstbewusstsein ausgestattet, welches jedoch langsam zur Neige geht: Ihr Gesangstalent geht aus den falschen Gründen viral, ihre Mutter ist seit dem Tod des Vaters kaum noch ansprechbar und ihr Bruder ist nur mit sich selbst beschäftigt. Merdyn verspricht Rosie einen Sangeszauber, wenn sie ihm hilft, wieder nach Hause zu gelangen. Der Hexenmeister sorgt für einigen Trubel in Rosies Leben, schafft es aber, wieder Energie und Freude in die traurige Familie zu bringen.

Unterhaltsam, trubelig und spannend

Ein Hexenmeister aus dem 6. Jahrhundert trifft auf ein kleines Mädchen in unserer Zeit, da ist das Chaos quasi vorprogrammiert: Beim Autofahren wird ihm grottenschlecht, sein Flugzauber ist super lahm, weil super langsam, und dann taucht sein Name auch noch gar nicht in irgendwelchen Geschichtsbüchern auf, obwohl er doch der berühmteste Hexenmeister seiner Zeit war!

Merdyns Magische Missgeschicke enthält neben viel Witz und Klamauk einige sehr überraschend tiefsinnige und wortschatzbildende Zusatzangebote: einerseits beschwert er sich bei den Kindern, dass sie immer an ihrem „Schadfon“ hängen und keinen Blick für die Artenvielfalt auf einer Wiese haben, und dann ist genau diese Technik von Nöten, um ihn und die Welt zu retten. Viele kleinere Exkurse zu bestimmten, wirklich existierenden, altertümlichen Begriffen wie „schlampampen“ oder „Senfversauerer“ erstaunen und unterhalten zusätzlich.

Der Erzählstil ist auch besonders ansprechend: die Lesenden werden oft direkt angesprochen, kleinere Reime geben einen kurzen Geschmack von der mittelalterlichen Erzählweise und Zaubersprüche und Lautnachahmungen werden optisch hervorgehoben.

Viele, teils ganzseitige, Illustrationen lockern den spannenden Text durchweg auf und kurze Kapitel machen das Kinderbuch auch für wenig Lesende gut schaffbar.

Fazit

Merdyns Magische Missgeschicke ist ein kurzweiliges, verrückt spaßiges Kinderbuch voller fabelhafter Charaktere. Nie langweilig und rasant im Geschehen ist es oft überraschend und wunderbar unterhaltend.

 

Merdyns magische Missgeschicke

Simon Farnaby, Rowohlt

Merdyns magische Missgeschicke

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