Haben Raben Rabeneltern?

Erschienen: Oktober 2021

Bibliographische Angaben

Illustrationen von Sabine Wilharm; Hardcover, 48 Seiten

ISBN: 9783737357685

Couch-Wertung:

79%
Idee
Bilder
Text

Idee

Alltägliche Beleidigungen, in denen Tiere die Hauptrolle spielen, wurden unter die Lupe genommen und auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.

Bilder

Humorvoll und comicartig unterstreichen die Illustrationen die Intention und Tonalität des Buches.

Text

Die Texte sind kurz und informativ und lassen die Tiere selbst erzählen.

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Claudia Goldammer
Es lohnt sich, hinter die Fassade zu schauen

Buch-Rezension von Claudia Goldammer Nov 2021

Natürlich ist es alles andere als schön, als „Blöde Kuh“, „Dummes Huhn“ oder „Sturer Esel“ bezeichnet zu werden. Leider sind diese Bezeichnungen im Alltag trotzdem häufig zu hören und können, auch wenn sie harmlos erscheinen mögen, bei der so bezeichneten Person durchaus verletzend wirken. Doch was ist mit den Tieren, auf die für diese Beleidigungen zurückgegriffen wird? Haben sie diese „Ehre“ verdient oder haben sie allen Grund, mindestens genauso sauer zu sein wie die beleidigte Person? Dieser Frage ist Christian Tielmann in Haben Raben Rabeneltern? nachgegangen und hat dafür verschiedene Beleidigungen den tatsächlichen Eigenarten der jeweiligen Tiere gegenübergestellt.

Wenig überraschend kommt er bei seiner Auswahl zu dem Schluss, dass die geläufigen Beleidigungen ein völlig falsches Bild der jeweiligen Tiere zeichnen. Wer jemanden als „Dreckiges Schwein“ bezeichnet, sollte sich vor Augen halten, dass Schweine sauberkeitsliebende Tiere sind, die in ihrem Stall abgegrenzte Zonen für Futter, Ausscheidung und Schlafen haben, es sei denn, der ihnen zugedachte Raum reicht dafür nicht aus. Ebenso kümmern Raben sich liebevoll um ihre Kinder und lassen sie bei weitem nicht so früh allein, wie es vielleicht scheint. Irgendwo versteckt, aber sofort einsatz- und hilfsbereit, sitzen die Eltern des Rabenkindes und beobachten die ersten selbstständigen Schritte ihres Zöglings.

Anders, als es scheint

13 unterhaltsame Beschreibungen dieser Art trug Christian Tielmann zusammen. Jede Beschreibung startet mit der geläufigen Beleidigung und wird anschließend relativiert. Geschrieben sind die kurzen und leicht verständlichen Textpassagen jeweils aus der Sicht des betroffenen Tieres, wodurch die Ansprache direkt und sehr persönlich ist.

Natürlich bietet sich das Thema für humorvolle Illustrationen mehr als an. Sabine Wilharm zeichnet die Tiere comicartig mit großen auffälligen Augen, Schleifen im Haar oder Fäusten an den Hufen. Die großformatigen Zeichnungen sind oft versetzt mit zahlreichen kleinen Illustrationen, die das Beschriebene in Bilder umsetzen und teilweise mit Ausrufen unterlegt sind, die allesamt kindlich plakativ sind. Das verdeutlicht zwar noch einmal das Geschriebene, lässt die Seiten aber gleichzeitig etwas unruhig und überladen wirken. Nichts für aufgeräumte Menschen, aber für alle anderen ein Fundus an immer wieder neuen illustrativen Entdeckungen.

Fazit

Unterhaltsam und lehrreich deckt Christian Tielmann die Wahrheit hinter den gängigsten Beleidigungen auf – es ist nämlich nichts dran am „Dummen Huhn“ oder dem „Sturen Esel“.

Haben Raben Rabeneltern?

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