Timo und Matto wollen nicht das Gleiche

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Kinderbuch Couch
72%1001

Kinderbuch-Couch Rezension vonApr 2006

Idee

Eine Idee, die auf den ersten Blick zwar Sinn macht, aber bei genauer Betrachtung leider doch an Originalität verliert. Die Charaktere verhalten sich nachvollziehbar.

Bilder

Originelle Bildwelten mit eigenem Stil und in zum Teil außergewöhnlichen Farben.

Text

Kindgerechte Sprache mit einer Handlung, die in sich schlüssig ist.

Marcus Pfister hat zwei neue Figuren ins Leben gerufen, die beiden Maulwurfgeschwister Timo und Matto. Und wie alle Geschwister haben auch diese einmal Streit. Aber glücklicherweise verändern sich die Sichtweisen, und aus ";Timo und Matto wollen nicht das Gleiche"; entwickelt sich eine Geschichte, die uns etwas über Gleiches und Ungleiches erzählt, und darüber, wie verschiedene Ziele manchmal doch nah beieinander liegen können.

Timo und Matto sind Geschwister , die gerne miteinander spielen möchten. Matto aber, möchte gerne einen Hügel bauen, Timo hingegen will viel lieber ein Loch graben. So geraten sie in Streit, bei dem niemand bereit ist nachzugeben. Also trennen sich ihre Wege und jeder versucht es für sich alleine. Das gelingt allerdings nicht besonders gut, beide kommen nicht gut voran. Sie unterbrechen schließlich ihre Arbeit, um zu schauen wie weit der andere gekommen ist. Da müssen sie erkennen, dass beide das Gleiche getan haben. Der eine hat ein Loch gegraben, um aus der Erde einen Hügel zu bauen. Der andere hat einen Erdhügel angehäuft, als er ein Loch gebuddelt hat. Beide müssen kräftig lachen, als sie das begreifen. Endlich wird ihnen klar, dass sie zusammen viel besser zurechtkommen. Sie graben und schaufeln zusammen, bis Matto einen tollen Hügel und Timo ein prima Loch hat.

Timo und Matto zeigen uns, dass es möglich ist sich zu streiten und sich zu vertragen. Durch ihre Versuche, ihren Vorhaben alleine nachzugehen, erkennen sie, dass man manches eben alleine nicht schaffen kann, und die Hilfe eines anderen nötig ist. Dass allerdings die Wünsche des einen auch den Wünschen des anderen entsprechen, ohne dass dies direkt offenkundig ist, ist in Wirklichkeit leider eher selten der Fall. Die Idee Marcus Pfisters ist originell, und die Maulwürfe eignen sich natürlich sehr gut zur Darstellung, denn hier findet sich die Lösung quasi von selbst: Beim Graben eines Loches entsteht schnell ein Hügel, und die Erde für den Hügel kommt meist auch aus einem Loch. Dass sich das auf die Lebenswelt des Kindes übertragen lässt, ist eher unwahrscheinlich. Die Streitereien unserer Kinder erwarten häufig viel mehr echte Kompromisse, in denen jeder auch etwas von seinem Vorhaben aufgeben muss. Dass Vieles gemeinsam einfacher geht, ist sicher richtig. Aber dass gerade ein Maulwurf nur gemeinsam buddeln kann, und am Ende einer der beiden die Welt betrachtet, verwundert doch. Trifft man doch in freier Natur selten mehrere Maulwürfe gleichzeitig und zeichnen diese sich nicht gerade durch ihre Sehkraft aus, mit der man sich die Welt anschauen kann.

Alles in allem also ein Buch, das man nicht so sehr lesen sollte, um daraus Schlüsse zu ziehen. Betrachtet man es um der Geschichte willen, so ist es eine Erzählung, die Spaß macht, gerade durch den passenden Zusammenhang von Loch und Hügel. Gleichzeitig ist es durchaus ansprechend illustriert. Hier findet der Liebhaber des Regenbogenfisches Altbekanntes wieder, in zarten Pastellfarben, reichhaltig nuanciert, wird das Erzählte untermalt. Und noch eindeutiger als beim Regenbogenfisch gelingt dies hier, ohne in den Bereich des Kitschigen abzudriften. Außergewöhnlich gelungen ist vor allem die Ausstanzung des Titelbildes, die das zum Hügel passende Loch, das auf der ersten Seite abgebildet ist, zum Vorschein bringt.

Fazit:

Gemeinsam klappt es besser, das ist es, was wir hier lernen können. Das hier präsentierte, originelle Beispiel passt zwar nicht immer, aber bringt dennoch Lesevergnügen mit sich. Eine kurzweilige Geschichte, für die man auch einmal Eimer und Schaufel beiseite legen kann, um sich eine Spielpause zu gönnen.

Anke Bergen-Mens 

Timo und Matto wollen nicht das Gleiche

Marcus Pfister, NordSüd

Timo und Matto wollen nicht das Gleiche

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