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Idee

Ein liebenswürdiger Darsteller zeigt, wie Eifersucht sich aus Hundesicht anfühlen kann. Damit wird eine gute Distanz geschaffen, die die Objektivität der kleinen Beobachter schult.

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lebendige s/w Illustrationen von Martin van der Linden unterstreichen den humorvollen Unterton des Buches

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Zu Anfang ist die Hundesprache etwas gewöhnungsbedürftig. Nach einigen Seiten aber, liest es sich wesentlich flüssiger. Mit einigem Wortwitz ausgestattet, macht das Buch insgesamt Spaß.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Apr 2006

";Eifersucht auf krummen Beinen" - so könnte das in den Niederlanden ausgezeichnete Buch der Autorin Kaat Vrancken auch heissen. Ganz aus der Sicht des Rauhhaardackels ";Cheffie" erfahren wir, wie sich das verwirrende und dunkle Gefühl aus Hundesicht anfühlt: Gar nicht gut. Und es wird nur noch schlimmer, weil
";Hund" die Welt nicht mehr versteht.

";Cheffie" ist zweifellos der Boss in dem Dreier-Rudel von Rauhhaardackeln. Dazu gehören ";Schluff", der nichts lieber tut als Schlafen und Fressen, sowie ";Flic", ein, in Cheffies Augen, sehr unerfahrener Jungdackel, der noch allerhand von ihm zu lernen hat. Sie, und vor allen Dingen Cheffie, lieben ihr Frauchen Emma, ein kleines Mädchen, über alles - aber die anderen zwei haben ganz andere Ambitionen, als immer die Nummer Eins zu sein. Darum ist Cheffie auch niemals eifersüchtig auf sie.

Doch eines Morgens zieht ein fremder Geruch durch das Haus: Ein fremder Rüde! Der hübsche Schäferhund, mit Namen Alex, ist mit einem unbekannten Mann ins Haus gekommen. Cheffie ist zwar besorgt, weil Emma so viel Zeit mit dem neuen Hund verbringt, doch er ist zuversichtlich, dass das Tier bald mitsamt Herrchen verschwinden wird. Dass Emma ihn aber so häufig an einer merkwürdigen Leine ausführt, stinkt dem ";Alpha-Rüden" trotzdem gewaltig. Als der Mann dann endlich geht, atmet Cheffie zunächst auf. Aber die Erleichterung währt nicht lange, denn Alex ist noch immer da.

Da hilft es auch nicht, dass Alex endgültig die blöde Nachbarskatze verjagt hat und Schluff und Flic ein guter Spielkamerad ist - Cheffie will dem dressierten Schäferhund mal zeigen, wer hier der Boss ist! Und da hat Cheffie eine ganze Menge Arbeit vor sich. Was ihn nämlich zunehmend verwirrt, ist die Tatsache, dass Emma so glücklich mit Alex ist: Endlich kann sie allein in die Schule gehen. Cheffie geht nun aufs Äusserste und versteckt die merkwürdige Leine, die Emma immer für Alex benutzt. Ein, für einen Dackel sehr kluger Zug, der jedoch seine gewünschte Wirkung verfehlt. Da gar nichts geholfen hat, um Emmas Aufmerksamkeit zurück zu gewinnen, legt sich Cheffie einfach vor ihre Füsse: Nun muss sie ihn aber endlich sehen!

Kaat Vrancken, die erfolgreiche niederländische Kinderbuchautorin erhielt für ";Cheffie ist der Boss" in ihrem Heimatland die Auszeichnung ";Bestes Kinderbuch 2005". Ganz aus Hundesicht erzählt Kaat Vrancken von dem schmerzhaften Gefühl der Eifersucht, die im Herzen des kleinen Rauhhaardackels Cheffie lodert. Dabei lässt sie ihre Leser teilhaben an dem doch - aus unserer Sicht - etwas eingeschränkten Horizont des Hundes, erweitert aber gleichzeitig den Unsrigen, indem sie sehr aufschlussreich beschreibt, wie so ein Dackel ";tickt". Da bekommt das Kommando ";Bellen", das Cheffie seinem Rudel gibt und die zahlreichen Markierungen (auch innerhalb des Hauses) einen ganz neuen Blickwinkel.

Zunächst muss man sich allerdings an die kurze und bündige Hundeberichterstattung, also an die doch sehr knapp gehaltene Sprache, gewöhnen. Da wird nicht viel ausgemalt oder stimmungsvoll untermalt. Hunde sind offensichtlich sehr praktisch veranlagt und erliegen nur sehr selten der ";Gefühlsduselei". Und so erfahren wir erst nach und nach Näheres aus Cheffies Leben. Das macht einerseits aus dramaturgischer Sicht Sinn, andererseits aber führt es dazu, dass der schnelle Wechsel von Cheffie zu Flic, von Flic zu Schluff und zurück zu Cheffie... zunächst verwirrend ist; hat die Autorin doch noch keinerlei Bezug zu ihren Hauptdarstellern hergestellt. Erst als Cheffie sich erinnert, wie Emma ihn damals im Garten fand, wie Schluff und Flic schließlich hinzu kamen, beginnen wir Cheffies Not und die Dynamik seines kleinen Rudels zu verstehen. Cheffie kehrt Schluff und Flic gegenüber ganz deutlich die Rolle des ";Alphatiers" heraus und ist in seiner Wortwahl nicht gerade zimperlich. Da missfallen mir persönlich zunächst schon Ausdrücke wie ";Arschlecker", die Cheffie aber nur für Alex verwendet, weil dieser alles befolgt, was ihm die Menschen sagen. Andererseits zeigt die Autorin über diese sehr kräftige Beleidigung, wie dunkel das Gefühl der Eifersucht sich in Cheffie ausbreitet - und wie übermächtig seine Angst ist, Emma zu verlieren.

Kaat Vrancken beschreibt das Gefühl der Eifersucht auf eine humorvolle und dennoch berührende Weise. So können Kinder mit einer gesunden Distanz das unangenehme Gefühl nachvollziehen und verstehen lernen, wie sehr es die eigene Objektivität ausschalten kann. Denn Emma muss erst über Cheffie fallen, bis er begreift, warum Emma Alex so dringend braucht. Schön ist da das Happy-End, das zeigt, dass Cheffie Emma nicht verloren, sondern einen wirklich guten Freund hinzugewonnen hat.

 

Fazit:

";Cheffie ist der Boss" von Beltz und Geldberg ist eine gelungene Parabel über die Eifersucht. Kinder können in dieser Geschichte beide Seiten einnehmen, ohne eine dabei eine zu verurteilen. Zum einen, ganz klar, verstehen sie den eifersüchtigen Cheffie - aber sie nehmen auch die Position des objektiven Beobachters ein, in der deutlich wird, dass Alex ein sehr netter Hund ist, der Emma nur helfen will.

Ein erfrischend humorvolles Buch über die Eifersucht. Einen sympathischeren ";Otello" als den Rauhhaardackel Cheffie kann man sich kaum vorstellen.

Stefanie Eckmann-Schmechta 


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