Allein auf dem Meer

übersetzt von Andrea Wandel und Wieland Freund; Hardcover, 272 Seiten

ISBN: 9783407756428

Allein auf dem Meer
Allein auf dem Meer
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Alexandra Fichtler-Laube
93%

Kinderbuch-Couch Rezension vonFeb 2022

Idee

Eine sehr reale Gefahrensituation mit zwei wunderbaren Helden machen diese Geschichte zu etwas Besonderem.

Text

Sehr mitreißend geschrieben mit eingeflochtenen Märchen, die für kurze Zeit zu Atem kommen lassen.

Ein Sturm, der verbindet

Auf einem Segeltörn vor der Küste Marokkos kentert bei einem Sturm das Schiff und der Teenager Ben bleibt ganz allein auf einem kleinen Rettungsboot zurück. Die Sonne ist unbarmherzig und das Meer nun wieder spiegelglatt und menschenleer. Doch nach ein paar Tagen endlich Hoffnung! Auf dem weiten, unendlichen Ozean entdeckt Ben ein Mädchen, festgekrallt auf einem Fass, fast tot.

Von nun an versuchen die beiden gemeinsam zu überleben, bis sie gefunden werden oder auf Land treffen.

„Was heute Morgen noch unmöglich war, ist jetzt normal (…). Die Dinge verändern sich schnell hier draußen.“

Die Tage gemeinsam auf dem Boot sind heiß und sie müssen sich vor der Sonne unter Stoffen verkriechen. Die Vorräte gehen zur Neige und die Angst nagt an ihnen. Die beiden verständigen sich zuerst mit Händen und Füßen. Ben ist aus England und Aya ein Berbermädchen. Er erzählt von seinem Leben zuhause, von seinen Plänen, doch Aye bleibt verschlossen. Nur die Geschichten von 1001 Nacht teilt sie mit ihm; ähnlich wie Scheherazade entführt sie sie zeitweilig in eine andere Welt und lenkt die beiden von ihren Problemen ab.

Doch die Zeit drängt. Und Aufgeben ist keine Option.            

Eindrücklich und super spannend

In Allein auf dem Meer lernen sich zwei ganz unterschiedliche Kinder kennen, die durch gegensätzliche Schicksale einander begegnen. Ben ist ein westlich aufgewachsener Junge, dessen Leben immer sicher war, der nie zuvor Not erlebt hatte und mit dem sich der Leser hervorragend identifizieren kann. Aya zeigt uns eine andere Welt: die Berber leben einfach und haben sich den Umwelteinflüssen angepasst. Dann musste sie fliehen. Doch Aya steht auch für eine reiche Kultur, familiäre Bande und einen ungeheuren Überlebenswillen.

Chris Vick gelingt es sehr gut die Probleme und den Überlebenswillen der Kinder zu beschreiben. Ohne allzu viel Dramatik oder Grusel beschreibt er zwei Kinder, die gemeinsam versuchen, zu überleben und sich dabei über ihre Kulturen austauschen. Sie ergänzen sich, sie lernen voneinander, sie unterstützen sich. Es ist keine mystische Geschichte, denn der Überlebenskampf und die Freundschaft sind real. Und doch kann er mit den eingeflossenen Geschichten der arabischen Kultur Magie und Wunder in seine spannende Abenteuergeschichte verweben.

Fazit

Der Kampf ums Überleben verbindet in Allein auf dem Meer zwei Kinder, die gegensätzlicher nicht aufgewachsen sein könnten, aber doch viele Gemeinsamkeiten haben. Die aufregende und hoffnungsvolle Geschichte gepaart mit klassischen Erzählungen ist eine, die seine Leser im Sturm erobern wird.

Allein auf dem Meer

, Beltz & Gelberg

Allein auf dem Meer

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