Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
Text

Idee

Die eigene Phantasie erzählt die tollsten Geschichten. Doris Dörrie fordert das freie Spiel mit Sprache und Wörtern heraus.

Bilder

Vielfätlige Phantasiewelt etwas sehr zurückhaltend mit eher blassen Farben in Szene gesetzt.

Text

einfache, authentische Sprache auf kindlicher Alltagsebene.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Apr 2006

Ja, es ist schon ein schönes Gefühl zu erkennen, dass die eigene Phantasie die schönsten Geschichten zu erzählen vermag - wenn man sie nur herausfordert.

Mimi bettelt nach dem Ende der abendlichen Vorlesezeit um eine weitere Geschichte. Doch Mimis Vater ist dazu nicht bereit. Stattdessen legt er Mimi ein leeres Blatt Papier hin mit den Worten ";Das erzählt Dir jetzt was." Kein Wunder, dass Mimi zunächst nur maulen kann, schließlich steht ja gar nichts darauf. Doch darum geht es auch nicht, wie wir schnell erleben werden...

Mit ganz einfachen Fragen setzt nun Mimis Vater ein phantasievolles Wechselspiel in Gang. Woraus Papier gemacht wird, möchte er wissen. Natürlich kennt Mimi die Antwort - aus Bäumen. Ob Mimi sehen kann, wie sich ein Baum in dem Blatt Papier versteckt? Kein Problem, sogar richtig viele, schöne, grüne Blätter hat er. Der Vater fragt, was ein Baum denn benötigt, um so schön zu werden. Mimi lacht: ";Schokolade!" Und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Es gibt Regenwolken und schließlich Sonne. Darum phantasieren Mimi und ihr Vater ein Picknick unter dem Baum. Da hat doch eben noch ein Reh geschlafen und ein Igel liegt noch zu ihren Füßen. Schnell bekommen die beiden Hunger und in ihrer Geschichte essen sie Brot, Tomaten und Schokoladenpudding. In dem Schokoladenpudding befindet sich eine Kuh, verständlicherweise, denn Pudding ist ja schließlich aus Milch gemacht. Es geht am Ende sogar bis nach Afrika und Mimi reitet dort auf einem Zebra.

Mimi liegt zufrieden strahlend auf ihrem Bett. Ihr Vater sagt: ";Das ist ja allerhand, was in so einem leeren Blatt Papier alles passiert." ";Ja", sagt Mimi. ";Das hättest du nicht gedacht, was?"

Als Filmemacherin darf man Doris Dörrie definitiv Kenntnisse und Gespür in Sachen ";Geschichten erzählen" bescheinigen und so ist ";Mimi entdeckt die Welt" beinahe eine Art kreativer Mini-Workshop für Kinder und Eltern zur Erkundung neuer, selbst gestalteter Phantasiewelten. Gerade in unserer medienüberfluteten Welt ist das Bewusstsein für diese Ressource und Fähigkeit - das freie Spiel mit Wörtern und Gedanken, das Entwerfen eigener Regeln und Gesetzte, das Gestalten lebhafter Bilder und Geschichten - abhanden gekommen und keine Selbstverständlichkeit. Dabei kann es so viel Spaß machen - vorausgesetzt man hat den richtigen Sparringspartner. Und genau hier sind auch wieder wir Eltern angesprochen und gefordert.

Doris Dörrie setzt in ";Mimi entdeckt die Welt" ganz einfache aber authentische sprachliche Mittel ein. Das ist zwar auf den ersten Blick wenig originell, aber umso zweckdienlicher. Hier wird gar nicht erst versucht, in allzu ausschweifende oder zu stark präzisierte Formulierungen abzudriften. Alles bleibt dort wo es hingehört - auf der kindlichen Alltagsebene. Dazu gehört auch ein kurzer Streit über Schokoladenpudding oder Käse in der Geschichte (ja, Kinder können in solchen Dingen sehr emotional sein), den Mimi natürlich für sich entscheiden kann. So bleibt die Ausgestaltung des unbedruckten Papiers durchweg unterhaltsam.

Die Bilder zur Erzählung hätte ich mir in weniger blassen Farben gewünscht. Zu zart und zurückhaltend agiert Julia Kaergel mit Formen und Figuren und zwängt sie manchmal in etwas ungeschickt und unruhig aufgeteilte Perspektiven. Die Integration von Realmotiven - wie z.B. Papier, Zeitungsausschnitte oder etwa eine Nussschale, ergänzen zwar den konzeptionellen Ansatz, Real- und Phantasiewelt zu verbinden, jedoch ist der Materialmix in der Wirkung eher unharmonisch. Manche Tiere schauen zudem ein wenig merkwürdig drein, das verschiebt die Stimmung unpassend.

Aber die Phantasiewelt ist durchaus vielfältig und jede Seite basiert beinahe auf einer eigenen Farbharmonie. Am Ende versammeln sich um Mimis Bett Tiere und Gegenstände aus der Phantasiegeschichte und auf dem Bett liegt stolz und freudig strahlend Mimi. Ja, es war eine tolle Reise...

Fazit:

Hier muss sich die Realität der Phantasie beugen. Denn wenn die einmal losgelassen, kann sie ganz schön aktiv und sprühend sein. Doris Dörrie fordert zum Spiel mit den eigenen Gedanken heraus, denn riesigen Spaß macht das allemal... und sind die selbst gesponnen Geschichten nicht sowieso die schönsten? Schade nur, dass sich die Bilder zu sehr zurücknehmen und die Entdeckungsreise etwas farblos erscheinen lässt.

Stefanie Eckmann-Schmechta 


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