Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
Text

Idee

Die Identifikation mit den Charakteren fällt leicht, da sie sehr viele Eigenschaften repräsentieren.

Bilder

opulente, orientalisch anmutende Illustrationen, die die jeweilige Atmosphäre der Erzählung wiederspiegelt. Darin integriert ist darüber hinaus noch eine eigene Bildsprache, die symbolisiert, welche Rolle die Hauptfigur in diesem Buch spielt.

Text

Die eingesetzte metaphorische Sprache unterstützt den Erzählfluss. Durch den ständigen Wechsel von Dialog und Erzählung wird eine erwaige Langeweile von Anfang an unterbunden.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Apr 2006

";Jinbal von den Inseln" ist ein Kinderbuch, welches durch seine Spannung, seine sympathische Atmosphäre sowie durch die Fremdheit des Orients begeistert. In der durchgehend spannenden Erzählung wird die Botschaft der Zivilcourage deutlich. So löst der Autor beim Leser Verständnis, Mitgefühl und nicht zuletzt Bewunderung für die Hauptfigur Jinbal aus.

Jinbal lebt, als älteste der drei Geschwister, nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater und ihren Geschwistern in einer alten Hafenstadt am Fuße hoher Berge. Diese Familie leidet an Hunger und Armut, der Vater weiß nicht, wie er seine Kinder ernähren soll. Jinbal ist nicht hässlich oder dumm, trotzdem wird sie von anderen Kindern aufgrund ihres ";Hinkebeins" gehänselt. Der Vater sucht in seiner Not einen Ehemann für Jinbal, damit wenigstens sie versorgt ist. Jedoch stellt sich das als nicht so einfach heraus, da Jinbal ihren eigenen Kopf hat. Als die Nachricht des Kalifen der Hafenstadt publik wird, er zahle 100 Goldstücke für denjenigen, der die ";traurigen Inseln" von ihrer Traurigkeit befreit, sieht Jinbal darin die Chance, ihrer Familie aus der Hungersnot zu helfen.

Die ";traurigen Inseln", so heißt es in der Hafenstadt, werden von einem Ungeheuer bewacht, das jeden auffrisst, der sich den Inseln nähert. Durch diese Warnungen lässt sich Jinbal jedoch nicht beeindrucken und sie startet somit unter Einsatz ihres Lebens zu den Inseln. Nach der gefährlichen Überfahrt per Schiff kommt sie auf der Insel an, lernt den Jungen Murat kennen und ist überrascht von dem, was sie dort vorfindet. Sie muss feststellen, dass es kein Ungeheuer gibt, sondern dass der Kalif die Bewohner dieser Insel ausbeutet, um selber in Reichtum zu leben. Die Geschichte des Ungeheuers ist somit nur als Tarnung ausgedacht worden, damit niemand zu den Inseln fährt, um die Wahrheit zu entdecken. Jinbal muss feststellen, dass in gewissen Zeitabständen die Diener des Kalifen die Inselbewohner ausrauben, um die Waren und Lebensmittel in die Hafenstadt zu bringen.

Im Laufe der Zeit, die Jinbal auf der Insel verbringt, unternimmt sie immer mehr mit Murat. Eines Tages stellt sie fest, dass sie sich in Murat verliebt hat. Auch Murat empfindet für Jinbal ebenso und ab diesem Tage sind die beiden ein Paar. Zusammen mit den Ältesten der Insel erarbeiten sie einen Plan, wie die Inselbewohner ihre Freiheit wiederbekommen können und Jinbal trotzdem den Anspruch auf ihre 100 Goldstücke nicht verliert. So reisen Jinbal und 19 Inselbewohner zu der Hafenstadt, um mit dem Kalifen zu sprechen und den Bewohnern der Hafenstadt die Wahrheit über die ";traurigen Inseln" zu verkünden. Der Kalif jedoch lässt sie alle in den Kerker sperren, damit seine Lügengeschichte vom Ungeheuer bestehen bleibt und er weiter in Reichtum leben kann. Murat sollte eigentlich auf der Insel auf die Rückkehr der anderen warten, jedoch ahnt er, dass Jinbal und seinen Freunden etwas zugestoßen ist. So reist er diesen zur Hafenstadt hinterher. Ob er sie retten kann?!

Klaus Kordon versteht es, die Geschichte von ";Jinbal und den Inseln" fesselnd zu erzählen.
Die Schilderung des Orients, unterstützt durch die lebendigen Darstellungen des dortigen Lebens, beeindruckt. Dies ist der authentischen Schreibweise des Autors zu verdanken, mit der er die Schicksale seiner Charaktere lebendig darzustellen vermag. Damit verbunden erzeugt er einen ganz allmählich ansteigegenden Spannungsbogen, der ganz ";zwangsläufig" zum Weiterlesen animiert.

Jinbal ist eine tragische Figur. Der Tod der Mutter, die Armut der Familie und ihr beinahe trotziger Mut erzeugen beim Leser Sympathie und Verständnis. Der Leser bewundert ihre Stärke, die Familie zu verlassen, um unter Einsatz ihres Lebens das so bitter benötigte Geld zu verdienen. Auch die Nebenfiguren, wie Murat oder sein Freund Metin, lassen für Kinder gute Identifikationsmöglichkeiten entstehen, da sie nur allzu menschlich und sympathisch wirken.

Neben der Darstellung einer fremden Welt geht der Autor auf emotionale (Alltags-) Probleme der jungen Leser ein: Hänseleien, die erst Liebe, Verlust der Mutter, die Trennung von der Familie und die wachsende Verantwortung werden thematisiert. Trotz ihres Hinkebeins ist Jinbal ein mutiges und hübsches Mädchen, welches ihre Ziele entschlossen verfolgt und dafür mit einer ehrlichen Liebe belohnt wird.

Durch den Handlungsort der Geschichte, eine Hafenstadt im Orient, behandelt Klaus Kordon das Thema der Interkulturalität. Am Ende des Buches sind der Glauben an Allah, das Versprechen der Tochter an einen zukünftigen Ehemann und die Herrschaft des Kalifen keine unbekannten Dinge mehr.

Im Vordergrund des Märchens steht jedoch die Zivilcourage. Sowohl Jinbal als auch alle Inselbewohner beweisen ein hohes Maß an Mut, der zumindest doch später Früchte trägt. Durch das gemeinschaftliche Erarbeiten eines Plans gegen die Unterdrückung, werden sie zu einer Gemeinschaft, die durch ihr Durchhaltevermögen ihr Ziel erreicht.

Immerhin ein viertel der Seiten ist verziert mit den opulenten Illustrationen von Peter Knorr. Diese Bilder geben das Flair des Orients positiv wieder ohne unnötigen Platz einzunehmen. Auf eine für den Orient typische, farbenfrohe Weise untermalen sie im besten Sinne die Geschehnisse der Erzählung. Entsprechend der zu begleitenden Inhalte wechselt das Farbspektrum von eher gedeckteren Farben, die die Traurigkeit des Moments wiedergeben, bis hin zu helleren Farben, die die positiven Momente der Erzählung transportieren. Dabei weisen die Illustrationen eine beeindruckende Vielfalt von Details und verspielten Ornamenten auf. Schnell wird der Leser bemerken, dass Jinbal durchgängig in roter Kleidung dargestellt wird. Ein unterstützendes Mittel, um zu verdeutlichen, dass Jinbal stark, zäh und mutig ist. Ein Mädchen, das sich Kraft ihrer Liebe und Aufrichtigkeit durchsetzt.

Fazit:

";Jinbal von den Inseln" ist fesselnd geschrieben, so dass es schwer fällt mit dem Lesen aufzuhören und man gespannt das Ende erwartet. Die Geschichte erweitert auf geschickte Weise den Horizont des Lesers und entführt ihn in fremde Welten. Als Märchen ";verpackt" werden wichtige Aspekte, wie z. B. Gemeinschaft, Mut und Zusammenhalt, thematisiert. Gerade im heutigen gesellschaftlichen Wandel ist es wichtig, diese Werte nicht aus den Augen zu verlieren und zur Sprache zu bringen, was Klaus Kordon sehr gut gelingt.

Anne Bruns 


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