Das Schwein kam mit der Post

Erschienen: Mai 2006

Couch-Wertung:

79%
Idee
Bilder
Text

Idee

Die Idee scheint anfangs ungewöhnlich, nach den ersten Seiten jedoch kommt man aus dem Lachen nicht wieder heraus. Die Charaktere werden sehr real dargestellt, was eine Identifikation erleichtert.

Bilder

Die Bilder lassen leider noch Wünsche offen. Sie sind etwas zu farblos und eigenwillig gezeichnet.

Text

Die lustigen Passagen, der Wechsel zwischen Dialog und Erzählung sowie die nicht vollständig ausgeführten Gedankengänge der Charaktere garantieren Spannung und bewirken eine heitere Erwartungshaltung.

Wertung wird geladen
Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mai 2006

[ab 9 Jahren]

";Das Schwein kam mit der Post" ist ein Kinderbuch, dem eine witzig-skurrile Geschichte zugrunde liegt. Das tibetanische Kleinschwein namens Agathe soll zwei Wochen zur Pflege bei dem Jungen Leo wohnen. Leo und seine Familie wohnen im vierten Stock eines Hochhauses, welches unter der Herrschaft des strengen Hausmeisters Günzmann leidet. Nun gilt es, Agathe sowohl vor den Eltern als auch vor Hausmeister Günzmann und seiner Frau zu verstecken. Jedoch kommen sowohl die Eltern als auch Hausmeister Günzmann Leo allmählich auf die Schliche. So muss Leo mit seinen Freunden immer wieder neue Pläne schmieden, um gerade der Neugierde des Hausmeisters zu entkommen.

In der vierten Etage eines Hochhauses wohnt Leo glücklich mit seiner Familie. Bis er eines Tages von der Schule heimkehrt und seine Schwester Saskia kurz zuvor eine hölzerne Kiste für ihn in Empfang genommen hat. In der Kiste verbergen sich zwei Dinge: das Schwein Agathe und ein Brief von Leo's Onkel Ernst, in dem Leo gebeten wird, Agathe für zwei Wochen bei sich aufzunehmen und für sie zu sorgen.
Nun nehmen viele Ereignisse im Hause Ohlig ihren Lauf. Agathe, die stets hungrig und unternehmungslustig ist, muss vor den Erwachsenen versteckt werden. Der strenge Hausmeister Günzmann, der keine Haustiere duldet, und die Eltern von Leo, die sich wahnsinnig über die Forderung des Onkels aufregen würden, verursachen viele Probleme, die es für Leo und seine Freunde zu lösen gilt, denn niemand darf Agathe entdecken!
Zuerst versucht Leo das Schwein bei seinen Freunden unterzubringen. Das stellt sich jedoch als nicht so einfach heraus. Daraufhin fragt Leo die ";Zucchini-Bande", ob sie Agathe für zwei Wochen aufnehmen würden. Die drei Rocker sind jedoch gerade dabei, ihre Sachen für ein Rockfestival zu packen. So bleibt Leo nichts anderes übrig, als Agathe die nächsten zwei Wochen bei sich aufzunehmen und so gut es geht, vor Hausmeister Günzmann zu verstecken.
Ob ihm das gelingt?

Jörg Juretzka formuliert eine fesselnd lustige Geschichte, bei der man sich vor Lachen krümmen muss. Originell und spannend gelingt es ihm, diese außergewöhnlichen Zustände, die durch das tibetanische Kleinschwein Agathe entstehen, wiederzugeben.
Die Darstellungen der Charaktere wirken drollig. Besonders Leo scheint zuerst mit der Situation überfordert und das nicht allein, weil seine zickige Schwester Saskia ihn bei den Eltern verpetzen will, ihm jegliche Hilfe untersagt und er Angst vor dem Hausmeister hat.

Jörg Juretzka gelingt es, ein Kinderbuch voller Ideenreichtum und Witz zu verfassen.
Gerade Agathe wird sehr beeindruckend geschildert. Sie ist nicht nur ein einfaches Schwein, sondern sie denkt, lacht und ärgert sich. Es ist stets amüsant, Agathes Gedanken zu folgen, denn dieses Schwein entpuppt sich als quietschfidel. Ferner gelingt es dem Autor, jedes Kind in Szene zu setzen und dessen Besonderheiten hervorzuheben. Leo's Freunde, Kalle und Pasqual, erscheinen durch die Art ihrer Darstellung sehr authentisch. Sie sind allzeit bereit, Leo bei seinen Vorhaben zu unterstützen- Leo kann sich auf sie verlassen.
So wird sich der junge Leser aufgrund der Vielfältigkeit der Protagonisten schnell mit einem der Charaktere identifizieren können.

Gerade durch die zuletzt vorgenommene ";Attacke" auf den Hausmeister, bei der die Freunde versuchen wollen ihn zu überlisten, wird deutlich, wie wichtig Freundschaften sind und dass man gemeinsam mehr erreichen kann. Außerdem wird eindrucksvoll geschildert, wie schnell einem ein Tier, auch ein Schwein, ans Herz wachsen kann.

";Das Schwein kam mit der Post" richtet sich an Leser ab 9 Jahren.
Jörg Juretzka wechselt oft die Erzählperspektive und führt einige Gedankengänge nicht ganz zu Ende, was die Geschichte ein wenig anspruchsvoll macht. Doch die immer wiederkehrenden heiteren Textpassagen reizen jeden Leser zu regelrechten ";Lachattacken".

Fazit:

Eindrucksvoll und spaßig schildert Jörg Juretzka das ";Leben mit dem Schwein". Besonders gelungen sind dabei nicht nur die einzelnen Charaktere, sondern vor allem der niedlich geschilderte Zusammenhalt der Freunde und die immer wieder neuen Pläne, um letztendlich doch noch alles zum Guten zu wenden zu können.

Die heitere Erzählweise des Autors und die ungewöhnliche Geschichte werden sicherlich bewirken, dass das Buch auch gern ein zweites Mal aus dem Regal geholt wird.

Anne Bruns


Das Schwein kam mit der Post

Das Schwein kam mit der Post

Deine Meinung zu »Das Schwein kam mit der Post«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
Loading
Loading
Letzte Kommentare:
Loading
Loading

Lesen und Hören
mit System

Lesestifte und Audiosysteme für Kinder.
Der große Test.

mehr erfahren