Couch-Wertung:

84%
Idee
Text

Idee

Catweazle: Ein herausragend unterhaltsamer und sympathischer Protagonist der auch heute noch einzigartig ist. Seine Abenteuer sind und bleiben echte Klassiker.

Text

Der trockene Humor, der Einfallsreichtum und das Gefühl für das richtige Tempo machen diese Geschichten ebenso unterhaltsam wie lesenswert.

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1% 50% 100%

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91%-100%
0 x 81%-90%
0 x 71%-80%
0 x 61%-70%
0 x 51%-60%
0 x 41%-50%
0 x 31%-40%
0 x 21%-30%
0 x 11%-20%
0 x 1%-10%
B:93
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":1,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mai 2006

[ab 9 Jahren]

Viele von uns werden uns gut an den schrulligen, alten Zauberer erinnern, der mit verfilztem Haar, in einer zerlumpten brauen Kutte gekleidet und ziemlich schmutzig, seinen Weg durch die Zivilisation der 70er Jahre bahnt: Catweazle. Und mit ihm fallen uns auch seine unvergesslichen Wortschöpfungen ein wie ";Ele-Trick" oder ";Zauberknochen" ein - und natürlich haben wir auch seine Kröte ";Kühlwalda" als einsilbige Gefährtin Catweazles in bester Erinnerung.

Das Buch zu der Serie von Richard Carpenter wurde nun beim Ravensburger Verlag neu aufgelegt. Ganz zu recht, denn diese besondere Mischung aus Humor und Magie hat es immer noch in sich...

Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre, wurden von der Fernsehserie ";Catweazle" zwei Staffeln von jeweils 13 Folgen produziert. In dem neu aufgelegten Buch ";Catweazle, der große Zauberer" sind die beiden Serien, die erstmals 1974 im ZDFausgestrahlt, bzw. 1973 und 1974 als Buch veröffentlicht wurden, enthalten.

Im ersten Teil ";Catweazle" beschreibt Carpenter, wie Catweazle durch einen vermeintlichen Flugzauber in die Zeit um 1970 gelangt. Für Catweazle, der aus dem Jahr 1066 stammt, offenbart sich eine furchterregende Welt, angefüllt mit mächtigen Zaubern. Hier trifft er auf den Edward Bennet, der wegen seiner Haare von allen nur ";Karotte" genannt wird. Der Junge schenkt dem konfusen alten Mann, der behauptet, er sei 900 Jahre durch die Zeit geflogen, zunächst keinen Glauben. Und doch erleben er und Catweazle so manches Abenteuer, dessen guten Ausgang sich nicht nur mit viel Glück und Zufällen erklären lässt. Unterdessen ist Karotte stets darum bemüht, Catweazle vor seiner Umwelt zu verbergen - Catweazle beweist dabei sein außerordentliches Talent, noch im allerletzten Moment zu verschwinden. Kein Wunder also, dass der eine oder andere Mitmensch beginnt, ernsthaft an seinem Verstand zu zweifeln.

Doch Catweazle wird nur von einem Gedanken beherrscht: Er will unbedingt zurück in seine Zeit. Schließlich findet er das Element, das ihn zurück in seine Zeit bringen kann: Das Wasser. Sein streitbarer Freund, Karotte, der den Abschiedsworten seines ungewöhnlichen Freundes keinerlei Glauben schenkt, ist schließlich Zeuge dieser magischen Reise zurück in die Vergangenheit. Und letztlich begreift er mit tiefem Bedauern, dass alles, was der alte, kauzige Mann gesagt hat, die Wahrheit ist.

Im zweiten Teil "Catweazle sucht das magische Zeichen" ergeht es Catweazle bei den Normannen zunächst ziemlich schlecht. Eingekertert im Verlies einer Burg wird er von dem normannischen Fürsten gezwungen, Gold zu zaubern. Catweazle steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe - und vor allem interessiert ihn immer noch der Flugzauber. Durch eine List gelingt es ihm, seinem Gefängnis zu entfliehen. Halb durch die Verzweiflung getrieben halb durch die Hoffnung, den Flugzauber zu beherrschen, beflügelt, fällt Catweazle jedoch ganz unmagisch in den Burggraben. Als er aber dem Wasser entsteigt, stellt er fest, dass die Burg nicht mehr da ist - dort, wo sie stand, ist nur noch ein großes Herrenhaus.

Hier leben nun, 900 Jahre später, die Nachfahren des Burgherrn und mit ihnen der junge Lord Cedric Collingford, der bald Freundschaft mit Catweazle schließt. Denn beide haben durch die Entdeckung des geheimen Verlieses der alten Burg ein Rätsel zu lösen: Cedric, den Catweazle nur das ";Eulengesicht" nennt, da er Brillenträger ist, will herausfinden, wo der Schatz seines Vorfahren versteckt ist und Catweazle, der es als einziger versteht, die alten Schriftzeichen zu entziffern, will mit dem alten Rätsel endlich den Flugzauber erlernen. Gegliedert in einzelne Kurzgeschichten wird die Suche nach den zwölf Tierkreiszeichen, die er für den Flugzauber zu benötigen glaubt, erzählt. Und auf Catweazle-typische Weise gelingt es ihm auch in jeder der Geschichten eines dieser Zeichen zu ergattern. Dabei ist das Zeichen des Stiers ein altes Wirtshausschild, die Waage stammt von einem exzentrischen Bildhauer und ein Dia, das einen Hummer darstellt, muss als Zeichen des Skorpions herhalten...

Wie auch im zweiten Teil sind alle Episoden der beiden Bücher in kurze, unterhaltsame Kurzgeschichten gegliedert - gleich wie die Folgen der Serie. Das hat gleich mehrere Vorteile, denn Leser mit noch nicht so großem Durchhaltevermögen können auch in kürzeren Abständen in sich abgeschlossene Gesichten lesen, die aber innerhalb des Buches aufeinander aufbauen. Eine sehr schöne Erlebnisreise, bei der man niemals das Gefühl hat, in einer nacherzählten Fernsehserie zu stecken. Im Gegenteil: Richard Carpenter erzählt die Geschichten von Catweazle ganz wunderbar authentisch und es ist dabei immer wieder erstaunlich, wie es ihm gelingt, die vielen Zufälle so miteinander zu verknüpfen, dass sich die beiden vollkommen fremden Welten, die Zeit der Normannen und die ";Neuzeit", miteinander verbinden. Denn die Dinge, die (vermeintlich) für uns gar nicht in Zusammenhang stehen, ergeben für den tief erschütterten Catweazle eine reale Bedeutung, die ihn mit aller Leidenschaft auf den Plan ruft.

Richard Carpenter beweist in seinen Erzählungen sehr viel humoristischen Einfallsreichtum und spitzt die Ereignisse gekonnt zu, ohne jedoch zotig zu werden. Durch seine lebendigen Schilderungen lässt man sich nur zu gerne zu einem herzhaften Lachen hinreissen. Ohne Frage machte dies und die Tatsache, dass die Abenteuer fast immer haarscharf am Desaster vorbeigehen, die Serie weit über die Grenzen Großbritanniens so erfolgreich. Um so mehr erfreut es, wenn es dem damaligen Drehbuchautor, der die Rolle des Catweazles dem Schauspieler Geoffrey Bayldon buchstäblich auf den Leib geschrieben hat, mit seinem typisch ";trockenen Humor" ein Buch entstehen lassen hat, das uns Catweazle so lebhaft vor Augen führt.

Catwealze mit seinen exzentrischen Ritualen, die ihm die vermeintlich bösen Geister vom Hals halten sollen, amüsiert.Typisch ist sein aufgeregtes Zischen, das Pusten über seinen Daumenring, das beschwörerische Wedeln mit seinem magischen Dolch, Adamos, ebenso wie sein allgegenwärtiges ";Gab, gaba, agaba". Catweazles Unverstand der modernen Welt einerseits und Karottes/Cedrics Unverstand seiner magischen Welt andererseits, lassen wunderbare Dialoge entstehen, bei denen die exzentrischen Anwandlungen des schrulligen Zauberers zu Tage treten. Ihm scheint beim Fluchen niemals die Fantasie auszugehen und er kann sich übergangslos vom unterwürfigen Bewunderer in ein ";Gift-und-Galle" spuckendes Rumpelstilzchen verwandeln.

Die Fremdheit, die Catweazle in unserer "Elektriktrick"-Welt fühlt, wird auch für uns greifbar - ein ruhe- und heimatloser Geselle, der ganz ohne die Annehmlichkeiten unserer Alltagswelt, sein selbstversändliches Leben führt. Ein Leben angefüllt von der Sehnsucht nach großen Wundern, ein Leben in dem das Alter kein Rolle spielt, in dem immer etwas zu Essen gefunden wird und es verstanden wird, sich auch mit den spärlichsten Dingen irgendwie einzurichten. Natürlich nimmt er es mit der Ehrlichkeit dabei nicht so genau und unversehens wandern die wundersamen Dinge unserer Zeit wie selbstverständlich in seinen Besitz. Doch Catweazle ist, trotz seines ausgeprägten Egos und seiner etwas verschlagenen Art, kein schlechter Kerl. Mittels seiner Zauberkraft vermag er so manches Übel dieser Zeit zu tilgen und nicht immer muß bei einer dieser ";Rettungsaktionen" etwas für ihn dabei herausspringen.

Doch bei allem Gezeter, das er von sich gibt, trotz seines, gelinde gesagt, ungepflegten Erschienungsbildes, löst er Mitgefühl beim Leser aus. Wie ein verirrtes Kind stolpert er von einer Monstrosität unserer modernen Welt in die nächste. Dass er dabei so mutig und kampfeslustig bleibt, trotzt uns Anerkennung ab. Und ich bin sicherlich nicht die einzige, die dem alten Zausel wünscht, endlich an einem Ort anzukommen und Ruhe zu finden. Aber wahrscheinlich will er das gar nicht...

Ganz richtig spricht die Übersetzerin, Sybil Gräfin Schönfeldt, in ihrem Vorwort die Diskrepanz zwischen den technischen Errungenschaften der 70er Jahre und unserem Computerzeitalter an. Das ist nach über 30 Jahren sicherlich angebracht. Doch denke ich, dass diese doppelte Zeitreise das Abtauchen in die Welt Catweazles kaum erschwert. Die Autos von damals sind mehr oder weniger immer noch das, was sie heute sind, zumindest in Carpenters Darstellungen und andere Dinge, wie das Fernsehen oder das Telefon werden gar nicht so eingehend beschrieben, als dass den Bezug zu unserer Zeit einbüßen könnten. Doch auf die Frage, wie Catweazle die Zeit der Computer, DVDs oder Mobiltelefone verkraften würde, antwortete sein Darsteller Geoffrey Bayldon, der bekennt selbst deren Funktionsweise auch nicht ansatzweise zu verstehen, dass Catwealze sicherlich heilfroh darüber wäre, wenn er sich ganz schnell in das 11. Jahrhundert zurückzaubern könnte.

"What I thought was, never mind Catweazle, as Geoffrey Bayldon cannot begin to understand the workings of those things at all, I suppose Catweazle would have found peace fizzing quickly back to the eleventh century."

Fazit:

Damals wie heute übt diese orginelle Geschichte über Zauberei und Zeitreisen eine starke Anziehungskraft aus - und das ganz sicher nicht nur auf die erwachsene Leserschaft! Auch wenn sich die ";Neuzeit" in den damaligen 70er Jahren abspielt, ist es auch heute noch eine absolut zeitlose Geschichte.

Das Buch kann es ohne weiteres mit der erfolgreichen Fernsehserie aufnehmen. Ich finde es sogar noch besser, denn es transportiert meiner Meinung nach noch viel eindrucksvoller die Figur des Catweazles und mit ihm, den feinen und klugen Humor Richard Carpenters.

Stefanie Eckmann-Schmechta


Deine Meinung zu »Catweazle, der große Zauberer«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Buch.