Tierisch gut gebaut

  • arsEdition
  • Erschienen: August 2022

übersetzt von Thomas Weiler; Hardcover, 64 Seiten

ISBN: 9783845844473

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Julian Hübecker
88%

Kinderbuch-Couch Rezension vonDez 2022

Idee

Eine schöne Idee, auf diese Weise in das Tierleben einzutauchen.

Bilder

Düster in Naturtönen gehalten, aber durch die Zeichnung der Tiere auch sehr witzig.

Text

Sehr informativ, ohne dass viele Fragen zurückbleiben.

Wie wohnen eigentlich Tiere?

Dass Vögel Nester bauen, dürfte jedem Kind klar sind. Auch dass Biber Burgen errichten und Bienen in Bienenstöcken wohnen, ist bekannt. Doch daneben gibt es noch unzählige Tiere mehr, die bauen und werkeln, basteln und errichten. Die Möglichkeiten sind geradezu endlos und ebenso spannend.

„Tiere sind wirklich findige und intelligente Baumeister.“

Auch Tiere brauchen Schutz, Obdach und eine Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Ob es nun das Verstecken vor Feinden ist, das Auflauern der Beute oder die Aufzucht der nächsten Generation: Tiere haben einige Tricks entwickelt, um ihrer eigenen Lebensweise nachzugehen. Dabei sind viele von ihnen geschickte Erbauer und nutzen unterschiedliche Materialien: Eine Übersicht auf zwei Seiten zeigt all die Bau- und Werkstoffe, die Tiere nutzen. Darunter sind klassische Materialien wie Holz, Steine und Lehm, aber auch wenig beachtete wie Muscheln, Sand und sogar Speichel. Da ist die Neugierde schon groß, herauszufinden, welche Tiere diese nutzen – und vor allem wie.

Dann geht es auch schon los. Die meisten werden vermutlich an Vogelnester denken, und diese machen hier auch den Anfang. Das mag vielleicht erstmal langweilig klingen, aber Vogelnest ist eben nicht gleich Vogelnest. Sie können je nach Vogelart offen oder geschlossen sein, klein oder groß, am Boden zu finden sein oder auf dem Wasser schwimmen. Manche werden getöpfert, genäht, verwebt, geflochten oder einfach aufgeschichtet. Andere Vögel graben Höhlen, mauern ihre Partner in Baumhöhlen ein oder schichten Laub und Erde zu einem Brutofen auf. Man sieht also: Alleine mit Vogelnestern kann man schon ein ganzes Buch füllen.

Natürlich beschränkt sich Emilia Dziubak nicht nur darauf. Denn auch Insekten bauen und werden dabei oftmals sehr kunstvoll (denkt man zum Beispiel an Termitenhügel); Spinnen sind für ihre Netze bekannt, die sich aber ganz nach ihrem jeweiligen Jagdverhalten richten; Maulwürfe legen Vorrats- und Schlafkammern an – wer will schließlich im eigenen Schlafzimmer essen? Auf 63 Seiten bietet sich so eine breite Palette an Informationen, wie Tiere bauen und hausen.

Aufmachung

Um möglichst viele Informationen unterzubringen, hat sich die Autorin für Symbole entschieden, die anzeigen, welche Art von Behausung vorliegt. Zwei Häuser nebeneinander gibt beispielsweise an, dass die jeweiligen Tiere in Wohnsiedlungen leben; ein Haus auf Rädern verrät, dass das Haus beweglich ist; und ein gerader Strich mit einem Pfeil nach oben ist das Zeichen dafür, dass sich das Bauwerk über dem Erdboden befindet. Auf diese Weise erfährt man viel, ohne dass Platz verschwendet wird.

Denn Platz braucht die Autorin: Großformatige Bilder mit besonderem Charme bieten einen Einblick in die jeweiligen Beispiele. Die Farben sind natürlich in Braun- und Grüntönen gehalten, aber auch zusätzliche Farbtupfer werden eingesetzt. Besonders witzig sind die Tiere, deren Augen einfache weiße Kreise mit einem schwarzen Punkt in der Mitte sind; auf diese Weise wirken sie überrascht, als würden sie bei ihrer Tätigkeit gestört werden.

Zusätzlich zu den Bildern gibt es noch informative Texte, die einfach geschrieben und gut vorzulesen sind. Oft werden auch aufkommende Fragen schnell geklärt, wodurch das Buch einen guten Mehrwert hat.

Fazit

Nach Das Faultier und die Motte wieder ein informatives, aber spezielles Buch über einen bestimmten Bereich tierischen Lebens, von dem man viel lernen kann.

Tierisch gut gebaut

, arsEdition

Tierisch gut gebaut

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