Das große Buch vom kleinen Bären

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Kinderbuch Couch
81%

Kinderbuch-Couch Rezension vonAug 2006

Idee

Krümel und der große Bär sind ein liebenswertes Gespann, dass mit kurzweiligen Episoden aus dem kindlichen Alltag unterhält.

Bilder

Leuchtende, kräftige und warme Farben setzen vor allem die tierischen Protagonisten humorvoll in Szene.

Text

Schon kleine Kinder können sich in den Situationen und Gefühlen erkennen und diese nachvollziehen.

Schon Martin Waddel hat gezeigt, dass ein großer und kleiner Bär ein wunderbares Gespann abgeben, wenn es um die unterhaltsame Aufarbeitung alltäglicher Sorgen und Beschäftigungen unsere kleinen Kinder geht. Und auch Nele Moost´s kleiner Bär ";Krümel"; darf liebenswerte Freunde und einen noch verständnisvolleren großen Bären an seiner Seite wissen. Zum 175-jährigen Jubiläum des Esslinger Verlages gibt es nun vier Krümel-Bilderbuchgeschichten in einem Band. Für Kinder ab 3 Jahren genau das richtige Vorlesefutter…

In ";Ohne Krümel geht es nicht"; möchte der kleine Bär dem großen Bären nach einem anstrengenden Spieltag so gerne etwas Gutes tun und ihm einen leckeren Kuchen backen. Doch leider geht alles schief. Der Kuchen misslingt und die Küche sieht verheerend aus. Krümel sieht nur noch einen Ausweg – weglaufen. Der große Bär holt ihn ein und kann ihn trösten. Wieder am Haus angekommen muss der große Bär erkennen, dass ihm ebenso ein Missgeschick geschehen ist – er hat sich ausgesperrt. Krümel kann nun seinen Mut beweisen und durch das enge Kellerfenster und den dunklen Keller ins Haus gelangen.

Etwas sehr voreilig stürmt der kleine Bär in ";Krümel lernt schwimmen"; in den Badesee. Ohne Schwimmflügel kann er sich nicht über Wasser halten. Zum Glück ist der große Bär gleich zur Stelle. Die Lust auf das Wasser ist Krümel aber vergangen und dabei konnte er es zuvor überhaupt nicht abwarten, schwimmen zu lernen. Wieder zu Hause angekommen, ist Krümel schon traurig, dass er nun kein ";Schwimmbär"; werden kann. Doch dann hat er eine Idee und beginnt in der Badewanne mit den ersten Schwimmübungen. Und morgen möchte er es wieder im Badessee versuchen.

";Krümel hat Geburtstag"; und ist die ganze Zeit so aufgeregt, weil der große Bär von einer Überraschung gesprochen hat. Doch natürlich verrät der große Bär nichts und Krümel versucht vergeblich herauszufinden, worum es sich handelt.
Schließlich gibt er auf und dann kommen auch schon seine Geburtstagsgäste. Beim Versteckspiel macht Krümel dann die große Entdeckung: Eine richtige Wippe, die der große Bär heimlich gebaut hat. Keine Frage, dass sie die nun alle ausprobieren. Nur schade, dass Geburtstag irgendwann auch wieder vorbei ist.

Ob für den Hund, der Schimpfe bekommen hat, den Elch, der sein Halstuch verloren hat oder für den Frosch, der sich mit der Ziege gezankt hat, Krümel findet für alle tröstende Worte, denn ";Krümel ist der beste Tröster";. Dabei hat der Tag für Krümel gar nicht gut begonnen. Er hat seine Holzeisenbahn kaputt gemacht, die der große Bär zum Glück reparieren kann.

In Wort und Bild präsentieren sich die Geschichten von Krümel einfach liebenswert und dabei für das ganz junge Publikum auch durchaus gehaltvoll. Das wird sich in den kurzweiligen Episoden aus dem kindlichen Alltag erkennen und bereits viele Situationen und Gefühle nachempfinden können. Die sanftmütige Art des großen Bären ist dabei stets der beruhigende Pol und verkörpert die elterliche Zuneigung mit viel Warmherzigkeit und Verständnis. Nele Moost achtet in ihren Geschichten aber ebenso darauf, nicht alles allzu zu weich zu spülen und lässt, wie in ";Krümel lernt Schwimmen";, auch einmal einen Teilerfolg ihres Hauptdarstellers stehen. Gerade in dieser Geschichte ist es dann auch Krümel, der für sich selber diesen möglichen Weg zu neuem Selbstbewusstsein erkennt, das er auf dem Weg zum großen Ziel tanken kann.

Beim Anblick der großen, doppelseitigen Illustrationen mit ihren leuchtenden, kräftigen und warmen Farben werden Kinderaugen wahrlich strahlen. Die tierischen Protagonisten sind Michael Schober, dem wir zum Beispiel auch das wunderbare ";Mein Schatz hat rosa Wackelohren"; zu verdanken haben, auch wieder ausgesprochen gut gelungen und markieren seinen unverkennbaren Stil: Stets heiter, frech, vergnügt und dennoch sanft, wenn es darum geht auch mal Gefühle bei seinen Darstellern zu zeigen. Seine Vorliebe für kleine humorvolle Details sieht man wieder beinahe auf jeder Seite. Da spielen zwei Ameisen Tischfussball am Wegrand oder zwei Frösche Mühle auf der Badewiese. Also Langeweile kommt hier ganz sicher nicht auf und die Aufmerksamkeit der kleinen Zuhörer ist gewiss.

Fazit:

Da kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen: Ab mit den Kindern aufs Sofa und ";Das große Buch vom kleinen Bären"; auf den Schoß. Nele Moost und Michael Schober liefern unbeschwerten Bilderbuchspaß, den kleine Kinder aber ganz sicher nicht nur auf die leichte Schulter nehmen werden. Bereiten Sie sich aber auch darauf vor, dass nicht schon nach einer Geschichte Schluss sein kann.

Stefanie Eckmann-Schmechta


Das große Buch vom kleinen Bären

, Esslinger

Das große Buch vom kleinen Bären

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