Ich will kein Eichhörnchen mehr sein

  • Gerstenberg
  • Erschienen: Juni 2022

übersetzt von Ina Kronenberger; Hardcover, 36 Seiten

ISBN: 9783836961738

Ich will kein Eichhörnchen mehr sein
Ich will kein Eichhörnchen mehr sein
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Rita Dell'Agnese
85%

Kinderbuch-Couch Rezension vonAug 2022

Idee

Das hektische Eichhörnchen eignet sich als Figur gut für diese Geschichte.

Bilder

Die Zeichnungen sind witzig gestaltet.

Text

Die Kinder können die Geschichte aufgrund des einfach gehaltenen Textes gut nachvollziehen.

Ich bin gut, wie ich bin

Eichhörnchen ist unzufrieden damit, ein Eichhörnchen zu sein: Den ganzen Tag im Wald herumflitzen, um Kiefernzapfen zu suchen. Also sucht Eichhörnchen nach einer neuen Identität. Schließlich gibt es viele tolle Tiere, die bestimmt ein viel schöneres Leben haben. Zum Beispiel die Biber. Aber bald merkt Eichhörnchen, dass die Biber ein Leben voller Arbeit führen und es sich so nicht wohl fühlt. Also entscheidet sich Eichhörnchen, doch lieber ein Hirsch zu sein, denn die Hirsche haben ihm schon immer gefallen. Doch als Hirsch muss Eichhörnchen stets Angst davor haben, gejagt und getötet zu werden. Wie viel einfacher ist es doch, ein Igel zu sein, denkt sich Eichhörnchen. Aber auch die Igel leben gefährlich, ihnen wird das Auto zum Verhängnis. Je mehr Eichhörnchen in die Rolle der anderen Tiere schlüpft, desto klarer wird ihm, dass es genau das sein möchte, was es eigentlich ist: ein Eichhörnchen.

Kluger Denkanstoß

Mit seiner zweiten Eichhörnchen-Geschichte gibt Autor und Illustrator Olivier Tallec einen klugen Denkanstoß. Das kleine Tier ist unzufrieden mit seinem Los und kommt nach Ausflügen in die „Haut“ anderer Tiere zum Schluss, dass es doch genau im richtigen Körper steckt und das richtige Leben führt. Das kann den Kindern helfen, sich mit sich selber ganz anders auseinanderzusetzen. Die Geschichte animiert dazu, die Frage zu stellen: Welches Leben führe ich als das Geschöpf – oder bei den Kindern als Mitglied der Familie, in die ich hinein geboren wurde – und was daran ist gut. Denn die Geschichte öffnet die Augen dafür, dass nicht alles, was man als erstrebenswert erachtet, in Wirklichkeit auch erstrebenswert ist. Mit seinem Bilderbuch macht Olivier Tallec auch deutlich, dass es nirgends nur Vorteile oder nur Nachteile gibt.

Kleiner Wirbelwind

Die Figur des kleinen Eichhörnchens hat in diesem neuen Bilderbuch eindeutig gewonnen. Noch immer ist es ein kleiner Wirbelwind, der sehr unbedacht denkt und handelt – aber er ist bedeutend sympathischer in seiner Art. Mit seinen Illustrationen überzeugt der Autor ebenfalls. Sie sind witzig gezeichnet und können von den Kindern, für die die Geschichte entwickelt wurde, gut nachvollzogen werden. So ist ein runder Ablauf entstanden, der von den Kindern mühelos richtig interpretiert wird. Einzig der Schluss ist dann doch etwas zu stark gerafft ausgefallen – hier hätte weniger eindeutig mehr sein können.

Fazit

Mit seinem Eichhörnchen hat Olivier Tallec einen liebenswerten, wenn auch etwas hektischen kleinen Held geschaffen, der wunderbar wichtige Anhaltspunkte vermitteln kann.

Ich will kein Eichhörnchen mehr sein

, Gerstenberg

Ich will kein Eichhörnchen mehr sein

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