Couch-Wertung:

75%
Idee
Text

Idee

Tragisch, humorvolle Sozialstudie mit herben aber zum größten Teil sympathischen Figuren mit Herz, auch wenn es manchmal etwas versteckt ist.

Text

Der Geschichte angepasste Milieusprache, die zwar etwas ungehobelt und ruppig ist, aber nicht abgleitet. Nichts für feinfühlige Gemüter.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Aug 2006

Alleinerziehend, vier Töchter, Sozialhilfeempfängerin und mit dem fünften Kind hochschwanger. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen Umzug. Doch nichts ist für Mrs. Diamond so sicher, wie der Tapetenwechsel, denn ihre Tarotkarten und ihr Horoskop haben ihr Veränderung und neues Glück vorausgesagt. Was bleibt ihr also anderes übrig, als sich ihrem Schicksal zu fügen?

Obwohl Martina, Judith, Rochelle und Dixie sich im Nordblock der Sozialbausiedlung in Bletchworth wohl fühlen, steht der Umzug in die weit entfernte Planeten-Siedlung fest. Die Vorstellung, vom Sozialamt ein Haus mit Garten zugewiesen zu bekommen, lässt Mrs. Diamond alle Hebel in Gang setzten. Nur wie soll der Umzug bewältigt werden ohne Geld und Hilfe, mit vier Töchtern, von denen zwei sich weigern, ihre Arbeitskraft einzubringen und eine noch zu klein zum Tragen ist? Aber die Diamonds finden immer einen Weg, der sie diesmal im wahrsten Sinne des Wortes über das Kreuz des armen Bruce, einem Bekannten eines der Väter der Diamond-Töchter, führt. Bruce hilft mit seinem Lieferwagen aus und transportiert die undankbaren Töchter samt Mutter zum Merkur, einer runtergekommenen Siedlung und hilft ihnen, das verkommene und zugemüllte Haus zumindest einigermaßen bewohnbar zu machen. Denn viel Zeit bleibt nicht und Mrs. Diamond muss mit Wehen per Lieferwagen ins Krankenhaus gebracht werden.
Die vier Diamond-Töchter sind nun auf sich gestellt und sollen ohne Geld, Strom und Telefon über die Runden kommen. Martina, die mit 16 Jahren die Älteste ist, ist gleich mit ins Krankenhaus gefahren. Die 14-jährige Judith hat sich, kaum angekommen in der neuen Siedlung, schon mit der erstbesten Straßengang angelegt und die 12-jährige Rochelle ist so mit sich und ihrem Äußeren beschäftigt, dass sie kaum in der Lage ist, sich um alltägliche Dinge zu kümmern. Bleibt noch die kleine verträumte Dixie, die als einzige Bruce ins Herz geschlossen hat, weil er ein Bekannter ihres Vater ist. Glücklicherweise kehrt Bruce noch einmal zurück in die ";Höhle des Löwen";, bringt Essen mit, tauscht die Sicherungen aus und bringt die notwendigsten elektrischen Geräte wieder in Gang, womit er den Diamond-Töchtern zumindest das Überleben im neuen Haus sichert.

Unverständlicherweise, denn er wird mit Ausnahme von Dixie von allen Diamond-Frauen ausgenutzt und schlecht behandelt, erklärt er sich bereit, am nächsten Tag noch einmal wieder zu kommen, um ihnen Essen zu bringen und nach dem Rechten zu schauen. Die Überraschung ist groß, als Mrs. Diamond schon am nächsten Morgen mit Sundance, dem neuen kleinen Bruder, nach Hause zurückkehrt. Doch nun gerät alles aus dem Ruder: Mrs. Diamond leidet an postnatalen Depressionen und ist für nichts zu gebrauchen, Rochelle verguckt sich in ein Gangmitglied aus der Nachbarstraße und hat ihr erstes Date, was Judith als ältere Schwester zu verhindern versucht. Doch das führt nur noch zu weiteren Turbulenzen. Dixie verirrt sich mit ihrer Träumerei in den Garten einer reichen Nachbarfamilie und freundet sich mit der kleinen Tochter Mary an. Doch diese Freundschaft hat es in sich, denn Marys Mutter versucht den Kontakt zu unterbinden, denn schließlich sei Dixie ein dreckiges Mädchen aus einer sozial schwächeren Klasse. Die putzwütige und verrückte Mutter von Mary treibt es so weit, dass es natürlich am Ende eskaliert und Dixie zu einer kleinen Heldin wird, weil sie Mary das Leben rettet. Zwischenzeitlich ist Martina lautstark abgehauen, um zu ihrem Freund Tony zurückzukehren, der ihr Nachbar im alten Nordblock war und von dem sie schwanger ist.
Bruce hat sich derweil trotz kaputten Rückens dazu überreden lassen, die schweren Möbel im Haus zu verteilen, was dazu führt, dass er für einige Tage bewegungslos im Wohnzimmer auf eine Matratze verbannt ist. Als vorübergehende gute Seele im Haus trägt er aber trotz seines Handicaps dazu bei, die verrückte Diamond-Familie bei Laune zu halten. Wenn schon die Diamonds resignieren, muss wenigstens einer seinen gesunden Optimismus mit realistischem Blick nach Vorne behalten, auch wenn er gar nicht zur Familie gehört und nur durch einen dummen Zufall in diesen Schlamassel hinein geraten ist. In jedem Fall gibt es am Ende noch eine große Überraschung.

Jacqueline Wilson lässt uns dieses turbulente Alltagsabenteuer aus Sicht der kleinen Dixie genießen. Eigentlich handelt es sich bei diesem Buch um ein Sozialdrama, weil es das Schicksal einer Sozialhilfeempfänger-Familie darstellt, gepaart mit Witz und Esprit, die den Leser die Geschichte leichter verdauen lassen. Denn eigentlich ist sie höchst tragisch und dennoch nicht untypisch. Die Sprache ist herb, aber realistisch. Die Figuren sind trotz ihres manchmal doch sehr unkonventionellen Verhaltens im Grunde sympathisch und liebenswert.

Fazit:

Die ";Diamond Girls"; ist ein Sozialdrama im Vorort-Milieu. Auch wenn die Autorin versucht, humorvoll zu schreiben, so hilft sie damit nur, die tragischen Schicksale leichter zu verdauen. Für den deutschsprachigen Leser wird es schwer sein, sich in dieses Milieu hinein zu versetzten, weil es doch sehr ";britisch"; ist. Leider fehlt dem Buch ein Spannungsbogen, der den Leser packt und mitnimmt. Und so wirkt das Buch nur leicht unterhaltend, einzig erhellend sind die Charaktere der etwas verrückten Diamond-Frauen. Offen bleibt am Ende die Frage, was ein 10-jähriges Kind mit dem Lesen dieses Buches gewinnt.

Marijke Lass


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Letzte Kommentare:
12.03.2019 17:08:32
Iris

Das Buch ist sooo spannend das ich gar nicht mehr aufhören wollte und ich habe es in ca.eienr Woche durchgelesen ich wünsche mir das es einen zweiten Band von der Buchreihe bald gibt ,WEIL DIE BUCHREIHE SO SCHÖN UND SPANNEND IST.