Couch-Wertung:

88%
Idee
Bilder

Idee

Ein spannendes und kurzweiliges Bilderbuch ohne Worte zum Rätseln und Mitfiebern, mit fantasievoll ineinander verwobenen Geschichten. Sprachfördernd und in jeder Hinsicht sehr unterhaltsam.

Bilder

Farbenfrohe doppelseitige Illustrationen mit fantasievoll gestalteten Figuren aus der Tierwelt und leicht menschlichen Zügen - ein hoher Wiedererkennungseffekt ist da garantiert. Die Dramatik der Verfolgungsjagd wird konsequent durch den Verlauf der Wald-

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Aug 2006

Beinahe eine sonntägliche Idylle: Frau Hund schaut zufrieden aus dem Fenster und Herr Hund fegt gerade noch emsig den Hof, bevor beide sich an den Tisch am Wasserrand setzen, um genüsslich ein Stück Torte zu essen. Aber der Schein trügt. Im nahe gelegenen Wald lauern bereits zwei dunkle Gestalten, die es auf die Torte abgesehen haben. Und schon beginnt eine spannende Verfolgungsjagd, die ganz ohne Text auskommt. Kann denn die Torte noch gerettet werden?

Entsetzt schreit Frau Hund auf, als sie die beiden Kuchenräuber-Ratten auf ihre Torte zustürzen sieht und Herr Hund kann nur noch tatenlos zusehen. Aber wer versteckt sich da außerdem noch im Wald? Ganz ohne Worte erzählt der in Indonesien geborene und in den Niederlanden lebende Illustrator Thé Tjong-Khing parallel zahlreiche, in sich geschlossene Geschichten, die sich mit allerlei Turbulenzen im Wald abspielen.
Am oberen Seitenrand pflückt fast unsichtbar ein Chamäleon Blumen und die Ente animiert ihre Küken zum Schwimmen, während eines unbemerkt auf Abwegen ist. Nach dem Umblättern eröffnen sich unzählige weitere Geschichten. Wir lernen die Familie Schwein kennen, die im Geschichtsverlauf ein tragisches Erlebnis haben wird. Ein plärrendes Hasenkind, fußballkickende Frösche und verrücktspielende Affen. Herr Hund, ganz menschlich mit Harke, und Frau Hund, mit Schlappen und Handtäschchen, heften sich zähnefletschend an die Fersen der Tortendiebe. Auf ihrer Verfolgungsjagd verlieren sie Harke und Schlappen, die den ausgelassenen Affen als Spielzeug dienen. Frau Katze wird der stattliche Hut geklaut, die kickenden Frösche verärgern den Kater und Klein Schwein ist verschwunden. Während Frau Katze, sich die Nase haltend, ihrem Hut hinterher eilt, holt sich das Chamäleon einen roten Popo, weil es auf einer frisch gestrichenen Bank ausgeruht hat. Immer bergiger wird das Gelände. Entsetzt müssen die Eltern Schwein mit ansehen, wie ihr Kind in schwindelnde Höhen klettert. Zur Empörung der Frösche konfisziert der Kater den Fußball und die übermütigen Affen stehlen den Sonnenschirm der Schweinemama sowie die prächtigen Schwanzfedern des Storches. Plötzlich halten alle erschrocken inne: Das Schweinekind stürzt von einem Felsvorsprung in die Tiefe. Nur die Ratten, die bisher keine Ruhe hatten ihre Beute anzurühren, nutzen dieses Unglück und nehmen einen großen Bissen aus der Torte. Letztendlich wird das kleine Schweinchen vom Storch aufgefangen, die Affen zanken sich um die erbeuteten Stücke, das Chamäleon trifft seine Angebetete und die Ratten werden überwältigt. Beim Anblick der Kätzin ist der Kater so verzückt, dass er den ganzen Ärger um den Fußball schlagartig vergisst. Das Hasenkind ist glücklich, weil es sein Schmusetier in den Armen hält. Unter den ärgerlichen Blicken der gefesselten Tortendiebe bekommen alle am Ende ein Stück Torte ab. Wenn Sie glauben, nun alle Begebenheiten die in diesem spannend zusammengestellten Buch passieren, zu kennen, dann irren Sie. Es gibt noch unzählige andere, teilweise ineinander verwobene Missgeschicke und Glücksfälle innerhalb der Geschichte zu erzählen. Vor allem, weil man in der Mitte des Buches plötzlich etwas entdeckt, was man glaubt, noch nie gesehen zu haben und es dann beim Zurückblättern doch auf jeder Seite wieder findet. Oder Dinge, die sich erst auf der allerletzten Seite klären, wie z.B. wem die mysteriöse weiße Feder gehört…

Man kann dieses im Moritz Verlag erschienene Bilderbuch auf unterschiedlichste Weise ";lesen";. Entweder man verfolgt Seite für Seite die Entwicklung aller Geschichten oder man lässt sich treiben und versucht herauszufinden, warum Dinge so eingetreten sind. In der Regel wird man beides tun, was letztendlich auch den Reiz ausmacht. Denn jedes noch so kleine Detail kann wichtig sein.

So erreicht der Illustrator Tjong-Khing mit zeichnerischen Mitteln kurzweilige Unterhaltung für Klein und Groß. Mit Feder und Aquarellfarbe zeigt er, wie Zufälle die Tiere zusammenführen und wie sich bei aller Dramatik alles zum Guten wendet. Auf großflächigen Hintergründen schafft er Figuren mit hohem Wiedererkennungswert. Mit Hilfe ausgefallener Accessoires gelingt es ihm sehr gut, ihnen eine charakteristische und beinahe menschliche Note zu verleihen. Er bettet seine Geschichte in gewaltige Landschaften ein, wobei sich der letzte zu nehmende Hügel sogar als friedlicher Dinosaurier entpuppt. Diese Landschaften werden durchzogen von Wegen auf welchen wiederum die Charaktere in ";Umblätterrichtung"; ihrem Ziel zustreben, um dann alle gemeinsam auf einem großen Platz zu feiern.

Bereits für die Altergruppe ab zwei Jahren (Verlagsempfehlung 4 Jahre!) ist das Buch sehr zu empfehlen, da es sprachfördernd ist und auf witzige Art und Weise immer neue Geschichten beobachten lässt. Für etwas ältere Kinder ist es aber ebenso geeignet. Das Auftauchen der unterschiedlichsten Charaktere und die Verstrickung in die individuellen Geschehnissen lässt sie, kleinen Detektiven gleich, ermitteln, was sich genau begeben hat.

Aber auch als Erwachsener ertappt man sich immer wieder dabei, dass man einige Seiten zurückblättert, um z.B. herauszufinden, woher die roten Flecke auf den Felsen kommen. Und wenn man denkt, man hätte alles entdeckt, findet man sicher doch noch ein Detail, das wieder neugierig macht.

Ein kurzweiliges Buch, das Kinder animieren kann, ganz genau hinzuschauen und auch eigenständig länger in der Geschichte zu versinken. Insgesamt ist ";Die Torte ist weg"; sehr zu empfehlen und es ist kein Wunder, dass es bereits mehrfach ausgezeichnet wurde – wie zum Beispiel mit dem holländischen Wontertje Pieterse Preis 2005 oder dem silbernen Griffel.

Fazit:

Das detektivische Verfolgen der einzelnen Figuren in ihren individuellen, gut strukturierten Geschichten macht dieses ausgefallene Buch einzigartig und spannend. Es schult das Auge, ist sprachfördernd und ist absolut unterhaltsam – und das für beinahe jede Altersgruppe.

Gabriele Jansen


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